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Bilanz beim Thema Grünschnitt
Grünschnitt-Abgabe läuft problemlos

3100 Flatrate-Karten wurden von der Stadt verlauft. Wer keine hat, der kann seinen Grünschnitt auch im Wertstoffzentrum am Zunderbaum in Homburg abgeben, die fällige Gebühr wird dann dort direkt erhoben.
3100 Flatrate-Karten wurden von der Stadt verlauft. Wer keine hat, der kann seinen Grünschnitt auch im Wertstoffzentrum am Zunderbaum in Homburg abgeben, die fällige Gebühr wird dann dort direkt erhoben. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Stadt Homburg hat auf das neue Gebühren-System variabel reagiert. 3100 Flatrate-Karten wurden bisher verkauft. Umstellungen in Kirrberg und Einöd. Stadt: Wertstoffzentrum Zunderbaum ist auch ein Abgabeort. Von Thorsten Wolf

Als es am 31. Dezember 2017 Mitternacht schlug und das neue Jahr begann, da war rein formal und eigentlich für die Homburger in Sachen Grünschnitt nichts mehr so, wie es einmal war. Denn: Ab dem 1. Januar 2018 übernahm der Entsorgungsverband Saar (EVS) den Transport und die Verwertung des Grünschnitts. Grundlage dafür ist eine Änderung des Saarländischen Abfallwirtschaftsgesetzes (SAWG) und des Gesetzes über den Entsorgungsverband Saar (EVSG) aus dem Jahr 2014.

Und diese Änderung bedeutete für die Homburger, dass nun für die Entsorgung von Grünschnitt Gebühren fällig wurden. Das kam überraschend. Und auch die Homburger Verwaltung machte damals phasenweise, zumindest in der öffentlichen Diskussion, nicht den Eindruck, als habe sie sich rechtzeitig mit der eigentlich schon lange bekannten Änderung der Rechtslage befasst. Erst gegen Ende 2017 wurde in einer Stadtratssitzung bekannt, was da auf die Homburger zukam. Bis dahin waren entscheinde Fragen noch gar nicht geklärt: Was wird die Entsorgung des Grünschnitts in Zukunft kosten? Wo kann in Zukunft Grünschnitt abgegeben werden?

Das Thema berührte, beispielhaft in Kirrberg, liebgewonnene Gewohnheiten. Dort gab es über Jahre hinweg einen Grünschnittplatz am Ortseingang aus Richtung Homburg. Der erfüllte allerdings nicht die Vorgaben des EVS und musste deswegen geschlossen werden. Nach einigen Überlegungen kam die Stadt zu folgender Lösung: Die dezentrale Sammlung von Grünschnitt in den Orten sollte beibehalten werden, in Kirrberg wurde deswegen, wie schon in der Vergangenheit in anderen Stadtteilen, ein Containerstandplatz neu eingerichtet. In den anderen Stadtteilen blieb es rein örtlich wie vor dem 1. Januar 2018. Bei der Gebühren-Erhebung setzte man auf eine so genannte „Flatrate-Karte“: Gegen eine Gebühr von 25 Euro für das jeweils laufende Jahr können die Homburger nun an allen Standorten der Grünschnittcontainer vorstellig werden. Zusätzlich bietet das Wertstoffzentrum am Zunderbaum auch die Möglichkeit an, seinen Grünschnitt loszuwerden. Das Besondere hier: Es ist keine Flatrate-Karte nötig, der Abfall kann direkt gegen Gebühr abgegeben werden. Die ist an den Container-Standorten nicht möglich. Gelten soll dieses ganze System für die festgelegte Übergangszeit von zwei Jahren. Mit der Umstellung gab es aber auch grundsätzlich Zweifel am neuen System. So befürchtete mancher, die nun fälligen Gebühren würden zu einem „wilden“ Entsorgen von Grünschnitt führen. Andere bezweifelten, dass die Container in Art und Beschaffenheit tatsächlich in der Lage seien, die üblichen Mengen an abgegebenem Grünschnitt aufzunehmen. Tatsächlich tat sich so mancher schwer mit dem neuen System, in Kirrberg geriet der Containerstandort im Bereich der Fischerhütte in die Kritik. Andernorts wurden die Öffnungszeiten moniert. Und: Bei der Abgabe von Grünschnitt am Wertstoffzentrum Zunderbaum bildeten sich mitunter so lange Schlangen, dass die Homburger ihrem Ärger auch öffentlich Luft machten (wir berichteten).



In Sachen Öffnungszeiten hat die Homburger Verwaltung zwischenzeitlich reagiert: Ab Mittwoch, 1. August 2018, gelten bei den Standorten Kirrberg und Einöd auf Anregung der Ortsräte neue Annahmezeiten. So kann das Grünschnitt in Einöd künftig mittwochs von 14 bis 18 Uhr (bisher 16 bis 18 Uhr) und in Kirrberg ebenfalls mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr (bisher 14 bis 17 Uhr) bei Vorlage der Grüngutkarte abgegeben werden. Die übrigen Öffnungszeiten an den Samstagen sowie an den weiteren Sammelstellen in Jägersburg, Beeden, am Wertstoffzentrum und bei der Firma Jacoby bleiben unverändert. Gegenüber unserer Zeitung zog Melanie Boßlet, die Leiterin des Baubetriebshofes der Stadt Homburg, ein grundsätzlich positives Fazit zur Systemumstellung, verschwieg aber auch nach wie vor bestehende Probleme nicht. „Nachdem sich die ersten Aufregungen gelegt haben, läuft die Grüngutannahme in den Vororten ohne nennenswerte Probleme.“ 3100 der Flatrate-Karten habe man verkauft. „Die größte Umstellung war natürlich Kirrberg, aber auch dort gewöhnen sich die Nutzer an den neuen Standort des Containers“, ist sich Boßlet sicher. Zudem: „Die ab 1. August geltenden Öffnungszeiten werden sicherlich auch dazu beitragen, dass es für die Bürger etwas entspannter wird.“ Dabei stehe die größte Kapazität in Sachen Annahme samstags bei der Firma Jacoby zur Verfügung, „deswegen bitten wir auch die Anlieferer mit Anhänger, dort ihr Grüngut zu entsorgen.“ Im Wertstoffzentrum sei zudem der Grüngutcontainer wieder unterhalb der Rampen platziert, damit dort keine unnötigen Wartzeiten entstehen. Aber, wie Boßlet mit Blick auf mitunter lange Fahrzeugschlange an der Zufahrt zur Anlage einräumte: „Nach wie vor ist dort die Situation vor dem Gelände leider noch nicht entschärft.