| 20:08 Uhr

Neujahrsempfang
Grüne stellen Klimaschutz in den Fokus

 Yvette Stoppiera-Wiebelt konnte zu Beginn des Abends auf die deutlichen Wahlerfolge ihrer Partei bei den Kommunalwahlen 2019 verweisen.
Yvette Stoppiera-Wiebelt konnte zu Beginn des Abends auf die deutlichen Wahlerfolge ihrer Partei bei den Kommunalwahlen 2019 verweisen. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Beim Neujahrsempfang griffen die Homburger Grünen auch lokale Themen wie die Situation in Beeden oder die Stärkung des Radverkehrs in der Stadt auf. Auch die aktuellen Entwicklungen rund um den suspendierten OB Rüdiger Schneidewind wurden nicht ausgelassen. Von Thorsten Wolf

Eine zahlenmäßig mehr als verdoppelte Stadtratsfraktion, neue Ortsratsmitglieder in Einöd und Jägersburg und jetzt Ortsvertrauensleute in Beeden, Homburg-Ost und Homburg-West. Ohne Zweifel: Die Homburger Grünen konnten bei ihrem Neujahrsempfang am Freitag im alten Rathaus am Marktplatz auf ein ausgesprochen erfolgreiches Wahljahr 2019 zurückblicken. Davon ließen sich die drei Redner des Empfangs – Fraktionssprecherin Yvette Stoppiera-Wiebelt, ihr Stellvertreter Marc Piazolo und Beedens Ortsvertrauenfrau Katrin Lauer – dann auch durch den Abend tragen. An Themen mangelte es den dreien nicht: Klimaschutz und gesellschaftlicher Wandel als große Über-Schlagworte waren ebenso präsent wie lokale Aspekte.

In ihrer Begrüßung rückte Yvette Stoppiera-Wiebelt eben den Klimawandel in den Fokus und sprach von einem nun begonnenen Jahrzehnt, das ganz im Zeichen des Wechsels der Transformation und der Disruption stehe. „Die Buschbrände in Australien haben gezeigt, dass an keinem Kontinent die Klimakrise vorüber geht.“ Auf den damit verbundenen Wandel, konkret auch im Bereich der Mobilität, sei man, so zeigte sich Stoppiera-Wiebelt sicher, in Homburg noch nicht vorbereitet. „Dabei können wir nicht weiter in der Vergangenheit leben. Dieser Wandel wird von außen gesteuert, er wird uns überollen – und wir müssen das hier aktiv gestalten.“ Vor diesem Hintergrund sei die Absicht, Homburg als Standort für den Wasserstoffantrieb zu etablieren, richtig. Allerdings: Derzeit werde der Wasserstoff für diesen Antrieb vor allem aus fossilem Erdgas hergestellt. „Und das ist ja nun beim besten Willen nicht CO2-neutral.“

Grundsätzlich, so Yvette Stoppiera-Wiebelt, sei es wichtig, dass die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts in Homburg „kein verlorenes Jahrzehnt werden – wie die vergangenen zehn Jahre“.



Es war in der Folge an Marc Piazolo, auf zahlreiche Homburger Herausforderungen einzugehen. Piazolo griff dabei eine ganz Reihe von Themen auf. So fanden sich auf seiner Rede-Agenda die Stärkung des Radverkehrs, das Klimaschutz-Paket für Homburg, die touristische Weiterentwicklung des Schlossbergs, die Zukunft des alten Rathauses am Marktplatz, Perspektiven für den Einzelhandel, die Position der Grünen zur beschlossenen Grundsteuererhöhung, der Entwicklung des DSD-Geländes und vieles mehr.

Piazolo ließ natürlich auch die aktuellen Entwicklungen rund um den suspendierten Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) nicht unerwähnt. Und Piazolo sparte hier nicht an Deutlichkeit – als er mit Blick auf die Rückgabe des Verfahrens durch den Bundesgerichtshof in der vergangenen Woche klar machte, dass eine Rückkehr Schneidewinds ins Rathaus für seine Partei nicht akzeptabel sei. „Sollte diese Gefahr bestehen, werden wir sicher nicht stille Beobachter bleiben, sondern versuchen, dass dieser Zug an Homburg vorbeifährt.“

Nach einem weiteren Auftritt von Yvette Stoppiera-Wiebelt, da in ihrer neuen Funktion als ehrenamtliche Umweltbeigeordnete der Stadt, hatte dann Beedens neue Ortsvertrauensfrau Katrin Lauer die letzten offiziellen Worte des Abends. Dort, in Beeden, war es zuletzt vor allem die Verkehrssituation an der Pirminiusstraße gewesen, die die öffentliche Diskussion bestimmt hatte. „Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist, nach Jahrzehnten städtischer Ignoranz Bürgermeister Forster mit den Bürgern aus Beeden, insbesondere der Pirminius- und angrenzenden Straßen, an einen runden Tisch zusammenzubringen und so dem Anliegen der Pirminier und angrenzender Straßenzüge endlich Gehör zu verschaffen.“ Außerdem, so Lauer weiter, „wird sich der Bürgermeister auf meine Initiative hin nächste Woche mit den betroffenen Anliegern ,Zum Alten Kanal‘ zusammensetzen, um für alle eine befriedigende Lösung des Bebauungsplanes, ohne Durchgangsstraße, zu finden.“

Als wichtige Aufgaben für Beeden nannte Lauer unter anderem die Beleuchtung in der Blieskasteler Straße, die Aufwertung des Beeder Brünnchens, die Entsorgung von verrottenden Eisenbahnschwellen und einen neuen Fußgängerweg in der Blieskasteler Straße auf Höhe des Zunfthauses der Narrenzunft.