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Große Pläne für den größten Stadtteil

Auf dem Areal in der Lappentascher Straße in Erbach sollen vorhandene Gebäude umgebaut werden, damit die Homburger Musikschule einziehen kann. Foto: BERNHARD REICHHART
Auf dem Areal in der Lappentascher Straße in Erbach sollen vorhandene Gebäude umgebaut werden, damit die Homburger Musikschule einziehen kann. Foto: BERNHARD REICHHART
Erbach. In den vergangenen Jahren hat sich im größten Homburger Stadtteil Erbach einiges zum Positiven gewendet. Das Mehrgenerationenhaus Haus der Begegnung, der neu gestaltete Luitpoldplatz als Ortsmittelpunkt, die umfassende Sanierung der Luitpoldschule sowie die Neugestaltung der Dürerstraße sind die besten Beispiele für eine Aufwertung des Stadtteils Von Merkur-Mitarbeiter Bernhard Reichhart

Erbach. In den vergangenen Jahren hat sich im größten Homburger Stadtteil Erbach einiges zum Positiven gewendet. Das Mehrgenerationenhaus Haus der Begegnung, der neu gestaltete Luitpoldplatz als Ortsmittelpunkt, die umfassende Sanierung der Luitpoldschule sowie die Neugestaltung der Dürerstraße sind die besten Beispiele für eine Aufwertung des Stadtteils. Um Erbach noch mehr nach vorne zu bringen, plant die Stadt für das Areal zwischen Bexbacher Straße, Lappentascher Straße und Schongauer Straße in Erbach weitere Maßnahmen. Über diese Themen informiert Bürgermeister Klaus Roth, der für das Gebäudemanagement der Stadt zuständig ist.So möchte die Stadtverwaltung auf dem Gelände ein großes kulturelles Zentrum mit einer ausreichenden Anzahl an Parkplätzen und einer neuen Außenanlage schaffen. Mit der Einrichtung einer privaten Schlagzeugschule in einem sanierten, 1700 Quadratmeter großen Gebäudekomplex des ehemaligen Landesaufnahmelagers für Flüchtlinge und Vertriebene wurde im vergangenen Jahr ein erster Grundstein für das "Netzwerk Kreativität - Zentrum für musikalische Bildung" gelegt. Mit dem Umzug der Homburger Musikschule aus dem Gebäude in der Stadt an den neuen Standort nach Erbach sollen der Plan und das kulturelle Engagement der Stadt in die Tat umgesetzt werden. Mit dem Beginn der ersten Bauarbeiten rechnet Roth noch Mitte des Jahres. Allein 1,6 Millionen Euro habe es die Stadt gekostet, das Gelände zu erwerben, erläuterte der Bürgermeister den Plan, auf dem stadteigenen Gelände ein kulturelles Zentrum von überregionaler Bedeutung zu schaffen. Die Gesamtbaukosten bezifferte er auf 4,1 Millionen Euro: "Das ist viel Geld, doch eine sinnvolle Investition."

Ein Antrag auf Fördermittel aus dem Kiwi-Programm (kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ) laufe. Die Stadt wolle Erbach nicht nur die Industriebelastung zumuten, sondern hier einen kulturellen Schwerpunkt setzen und das Wohnquartier aufwerten, so Roth. Als alleiniger Gesellschafter werde die Stadt Homburg auftreten. Eine erste Entscheidung sei es gewesen, das Jugendzentrum dort anzusiedeln. Im gleichen Block habe sich auch die Schlagzeugschule niedergelassen, genauso wie der Homburger Sicherheitsdienst HSD. Der Umzug der Musikschule ist in zwei von vier zentralen Gebäuden vorgesehen. Diese sähen im Moment recht desolat aus und böten keinen besonders schönen Anblick, sollen aber umgebaut, verbunden und mit einer Aula ausgestattet werden. In den beiden verbliebenen Blocks sollen, so Roth, je nach Zuschnitt zwischen 80 bis 100 Proberäume entstehen, welche jedoch recht spartanisch ausgestattet und für alle Musikrichtungen geeignet seien.

Die Gebäude fünf und sieben sowie die Aula werden zuerst fertig gestellt. Zudem sei ein Tonstudio geplant. Dass aus den heruntergekommenen Gebäuden etwas Ansprechendes werden kann, dafür ist der Gebäudekomplex mit Schlagzeugschule und Sicherheitsdienst ein gutes Beispiel. Darüber hinaus sind Maßnahmen auf dem Gelände vorgesehen. So sind die Bauarbeiten für den Neubau der Kindertagesstätte Du Bonheur der Arbeiterwohlfahrt in vollem Gang und sollen, so schätzt Roth, Ende des Jahres bereits fertig sein und den Kindern eine neue Heimat bieten. Homburgs Musikschule soll nicht nur aus der Stadt nach Erbach umziehen, sondern auch in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden, so Roth.



Den Umzug der Musikschule nach Erbach sowie der Neubau der Kindertagesstätte stößt beim Vorsitzenden der Stadtteilkonferenz "Lebendiges Erbach", Hardy Scherer, auf Zustimmung: "Das ist eine deutliche Aufwertung und Belebung für unseren Stadtteil".