| 20:08 Uhr

Ursache für das Feuer noch unklar
Entsetzen nach Großbrand in Bäckerei

FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren Samstagnacht in der Unteren Allee im Einsatz, um den Brand zu löschen, der in der Homburger Traditions-Bäckerei Schäfer ausgebrochen war. Verletzt wurde niemand. Von Thorsten Wolf

Der Brand der Bäckerei Schäfer in der Unteren Allee hat am Samstagabend die Homburger Feuerwehr mit all ihren Löschbezirken über den ganzen Abend und bis tief in die Nacht hinein gefordert.

Was war geschehen? Gegen 20 Uhr wurde ein Feuer in einem Nebengebäude gemeldet. Von dort aus fraß sich der Brand bis in den Dachstuhl, der in der Folge über dem Hauptgebäude komplett ausbrannte. Entgegen anders lautender Informationen wurde bei diesem Brand, so die Verantwortlichen vor Ort, niemand verletzt. Alle Personen konnten das rechtzeitig Gebäude verlassen und wurden vor Ort versorgt. Zusätzlich zu den Homburger Kräften wurde auch die Drehleiter aus Waldmohr angefordert, Unterstützung bei der Brandbekämpfung kam auch von der Feuerwehr aus Blieskastel und Mandelbachtal. Der Löschbezirk Bexbach-Mitte bezog während des Einsatzes in der Feuerwache am Erbacher Hochrech Stellung, um bei möglichen weiteren Einsätzen im Homburger Stadtgebiet schnellstmöglich eingreifen zu können.

Vor Ort gestaltet sich der Einsatz als einer von der schwierigen Sorte. So sehr die Feuerwehrleute auch mit jeder Menge Wasser gegen den Dachstuhlbrand vorgingen, so sehr wehrte sich das Feuer. Immer wieder loderten Flammen hoch, langsam fraß sich der Brand dabei durch den gesamten Dachstuhl und bedrohte zeitweise auch ein unmittelbar anschließendes Gebäude. Dass der Einsatz einiges an Dramatik hatte, davon kündete auch der mitunter weiterhin hörbare Funkverkehr. Brenzlig wurde es, als sich Feuer unter einer Blechverkleidung der Dachstuhlkonstruktion oberhalb zweier Dachfenster ausbreitete. Um 21.40 konnte die Feuerwehr, die Einsatzleitung hatte Homburgs Wehrführer Peter Nashan, dann vermelden: Der Brand ist unter Kontrolle.



Zwischenzeitlich gab Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind zusammen mit Marcel Schmitt, dem Pressesprecher der Homburger Feuerwehr einige Auskünfte zum Brandgeschehen. Schneidewind wies dabei auf eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr hin: „Ich habe das auch erst heute Abend gelernt: Die Dachziegelkonstruktion mit so genannten Biberschwänzen hat es erschwert, an die Brandherde im Dachstuhl ranzukommen.“ Ein wichtige Botschaft zu diesem Zeitpunkt: „Es gibt derzeit keine körperlich Verletzten. Es gibt sechs Personen, die derzeit in notfallseelsorgerischer Betreuung sind“, so Schneidewind – der damit unsisono mit Marcel Schmitt der in den sozialen Netzwerken kursierenden Information widersprach, es gebe einen Verletzten mit Verbrennungen dritten Grades. Für die betroffenen sechs Personen, so Schneidewind, bestehe kein Bedarf einer Notunterkunft, alle seien privat untergekommen. „Das ist im Moment die Lage der Dinge“, so Schneidewind um kurz nach 21.30 Uhr.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Einsatzkräfte immer noch damit befasst, die letzten Brandherde mittels des Einsatzes der Drehleitern aus Homburg und Waldmohr im Dachstuhl zu löschen. Am Boden hatten während des ganzen Einsatzes auch Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes Position bezogen. Zusätzlich waren Mitarbeiter der Stadtwerke und des Baubetriebshofes im Einsatz, zeitweise musste der Strom im betroffenen Straßenzug abgestellt werden. Gegen Mitternacht meldete die Homburger Feuerwehr dann über ihre Facebook-Seite: „Aktuell sind unsere Kräfte immer noch vor Ort. Der Großbrand konnte gegen 21.40 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Wir sind derzeit mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.“ Insgesamt seien 120 ehrenamtliche Kräfte im Einsatz gewesen.

Rund um den Großbrand versammelten sich über den Abend hinweg viele, die gar nicht glauben konnten, was sie da sahen. Die Betroffenheit derer, die seit vielen Jahren in der einen oder anderen Weise mit dem Unternehmen von Bäcker Klaus Schäfer zu tun haben, war spürbar und hörbar. Schäfer selbst postete über die Facebook-Seite seiner Bäckerei noch in der Nacht das: „Wir sind – zumindest körperlich – alle unverletzt! Ich hoffe, dass auch bei den vielen fleißigen Einsatzkräften niemand zu Schaden gekommen ist! Ein dickes Danke an alle, die Trost gespendet und Hilfe angeboten haben.“

Was schon am Abend deutlich wurde: Der Schaden am Gebäude ist massiv, zum einen natürlich durch den Brand selbst, zum anderen auch durch den nötigen Einsatz von Löschwasser. Zur Brandursache konnte die Feuerwehr am Samstagabend noch keine Angaben machen. Hier wird nun in den nächsten das Ergebnis der Brandermittler der Polizei Aufschluss darüber geben, was zum dem katastrophalen Feuer geführt hat.

Zeugen werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst in Saarbrücken unter Telefon (06 81) 9 62 21 33 in Verbindung zu setzen.

Vor allem die Dachziegel-Konstruktion mit so genannten Biberschwänzen stellte die Einsatzkräfte vor große  Herausforderungen.
Vor allem die Dachziegel-Konstruktion mit so genannten Biberschwänzen stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. FOTO: Thorsten Wolf
Fast zwei Stunden lang mussten die Feuerwehrleute mit allen Mitteln gegen den Dachstuhlbrand in der Bäckerei Schäfer in der Unteren Allee in Homburg vorgehen.
Fast zwei Stunden lang mussten die Feuerwehrleute mit allen Mitteln gegen den Dachstuhlbrand in der Bäckerei Schäfer in der Unteren Allee in Homburg vorgehen. FOTO: Thorsten Wolf