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Größe der Einkaufsgalerie macht Sorgen

Homburg. Bei der Einkaufsgalerie auf dem Enklerplatz in Homburg, die der Investor ECE hier plant, wird es konkreter. Denn heute beschäftigt sich Homburgs Bauausschuss mit dem Bebauungsplan für den Platz (wir berichteten). Das ist auch der Grund, warum all diejenigen wieder lauter werden, die Bedenken gegen das Großprojekt haben

Homburg. Bei der Einkaufsgalerie auf dem Enklerplatz in Homburg, die der Investor ECE hier plant, wird es konkreter. Denn heute beschäftigt sich Homburgs Bauausschuss mit dem Bebauungsplan für den Platz (wir berichteten). Das ist auch der Grund, warum all diejenigen wieder lauter werden, die Bedenken gegen das Großprojekt haben. Bei FWG-Chef Axel Ulmcke (Foto: thw) ist es vor allem die Größe, geplant sind um die 18 000 bis 20 0000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die ihm Bauchschmerzen bereitet. Und darum ging es auch beim Gespräch in der Redaktion unserer Zeitung. Mitgebracht hat er nicht nur seine Argumente, sondern auch ein Papier, auf dem das Team des Unternehmens "Stadt und Handel" eine Ersteinschätzung liefert, ob und wie so ein Einkaufscenter nach Homburg passt. In Auftrag gegeben wurde diese Analyse vom Arbeitskreis Pro Homburg.Ist dies ein Gegenentwurf zum Konzept des Marktforschers Karsten Schreiber von der Firma Isoplan, der im Auftrag der Stadt Homburg arbeitet? Eher nicht. "Es bestätigt vieles", sagte Ulmcke zur Einschätzung von "Stadt und Handel", etwa, dass eine Einkaufsgalerie sein müsse. Doch es zeige sich auch, dass für die von ECE geplante Galerie 30 Millionen Euro an Kaufkraft in Homburg fehlten. Ein Center in dieser Größe nehme der Innenstadt die Frequenz, kleinere Läden werden zumachen müssen, äußerte er Bedenken. Zumal so ein Center rein auf Ketten ausgelegt sei. Prinzipiell lehnt er so ein Einkaufszentrum jedoch nicht ab: "Ich will das auch, aber man muss klar sehen, was danach passiert." Eine Dimension von 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche wäre etwas, was Homburg verkraften würde. Dies erlaube in einem weiteren Schritt dann auch eine Planung auf dem Vauban-Carrée. Dieses so genannte Knochenprinzip, der Name ist der Form geschuldet zwischen beiden Standorten, werde als Ideallösung von allen Fraktionen anerkannt. Ulmcke wünscht sich daher, dass Argumente offen ausgetauscht werden. Und er fordert Versprochenes ein: Die schriftliche Zusage der großen Geschäfte in Homburg, dass sie für eine bestimmte Zeit an ihren alten Standorten bleiben, auch wenn das Center kommt. Und er will das Verträglichkeitsgutachten sehen - bislang liege nur eine erste Einschätzung vor. ust



Hintergrund

Auch die Linke im Homburger Stadtrat sieht die Größenordnung des geplanten ECE-Einkaufszentrums auf dem Enklerplatz kritisch. "Wir haben sehr früh auf die Risiken einer zusätzlichen Einzelhandelsfläche von 20 000 Quadratmetern in der Innenstadt hingewiesen", sagte die Fraktionsvorsitzende Barbara Spaniol. Ebenso sei die oftmals aufgestellte Behauptung, dass dadurch mehr Kaufkraft aus dem Umland zufließe und das Stadtzentrum gestärkt werde, längst widerlegt. Auch die Linke wolle eine Begrenzung der Verkaufsfläche und setze auf die Alternative zur Groß-Galerie mit zwei Standorten an Enklerplatz und Vauban-Carrée. red