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Fünf Termine stehen an
Das Abenteuer in der Kirche geht weiter

 Das Abenteuerland in der Kirche St. Fronleichnam Homburg ruft ab dem 22. September wieder. Initiator Frank Klaproth, der Gemeindereferent, ist schon voller Vorfreude.
Das Abenteuerland in der Kirche St. Fronleichnam Homburg ruft ab dem 22. September wieder. Initiator Frank Klaproth, der Gemeindereferent, ist schon voller Vorfreude. FOTO: Eric Kolling
Homburg. Die dritte „Staffel“ der besonderen Kindergottesdienste der Pfarrei Heilig Kreuz beginnt am 22. September. 104 Helfer sind bei den fünf Aktionen im Einsatz. Es wird getanzt, gesungen und durch die Zeit gereist. Von Eric Kolling

Sämtliche Kirchenbänke zum Gottesdienst mit Kindern und Jugendlichen füllen – es scheint, dass man in Homburg ein Patentrezept gefunden hat, wie das klappt. Genauer gesagt haben es Frank Klaproth, Gemeindereferent der Pfarrei Heilig Kreuz, und ein Team von 62 erwachsenen Helfern und 42 engagierten Kindern und Jugendlichen gefunden. Sie stellen in der nunmehr dritten „Staffel“ – das bezeichnet die jeweils fünf Veranstaltungen über den Jahreswechsel hinaus – die Gottesdienstreihe „Abenteuerland“ auf die Beine. Immer im Abstand von acht Wochen findet eine solche Veranstaltung im Pfarrzentrum St. Fronleichnam statt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung über die Entstehung des Projektes ist Klaproth die Begeisterung anzumerken. Er zeigt auf das von einer Grafikerin der Lebenshilfe entwickelte neue Logo und die bildliche Verknüpfung einer stilisierten Jesus-Figur, die im Schriftzug „Abenteuerland“ für das „T“ steht, und die daneben abgebildeten Kindersilhouetten. „Die theologische Grundlage sollte gegeben sein: Spannende Abenteuer mit Jesus erleben, ihn kennenzulernen. Das Ganze spielerisch und altersgerecht aufbereiten und es interessant zu gestalten und nachwirken lassen.“

Jeder könne an dem Gottesdienst teilnehmen, egal welcher (auch keiner) Konfession, stellt Klaproth klar. Ab 10.30 Uhr geht es los: Dann registrieren sich die Kinder und erhalten je nach Alter ein unterschiedlich farbiges Namensschild. Dann können sie im Pfarrheim in der Chillout-Lounge Musik hören, Tischkicker, heißer Draht oder Fußball spielen oder in der Couchecke abhängen, während die Erwachsenen zu Kaffee und Tee eingeladen sind. Die Begrüßung mit Handschlag übernimmt ein extra mit Spezial-Shirts ausgestattetes Helferteam.



Um 11 Uhr beginnt schließlich der Gottesdienst mit einer La-ola-Welle. Hier stehen Bewegung, Singen und Theater im Fokus. So tanzt etwa in der außergewöhnlich-geformten Rundkirche St. Fronleichnam eine rund 40 Mann starke Kindergruppe und gibt für die übrigen Besucher Bewegungen vor. Es sei immer eine Band dabei, die Lieder spiele. Es werde auch schonmal ein Kurzfilm geschaut. Und die Liedtexte an die Decke projiziert, damit jeder die Hände frei hat. Seit der 1. Staffel spielt das Maskottchen „Tali“ eine Rolle – es sieht aus wie eine lebensgroße Hand und stellt einen Außerirdischen dar, dem Kinder anhand irdischer Probleme die Bibel näherbringen.

Mittels erdachter Zeitreisemaschine geht es jeweils in die Zeit Jesu zurück, der ein Theaterensemble Leben einhaucht. „Der liturgische Ablauf der katholischen Messe wird eingehalten“, sagt Klaproth. Danach folge die Predigt – aber nur für die Erwachsenen in der gewohnten Form. Die Kinder verließen mit ihren Gruppenleitern die Kirche, man bereite mit ihnen in Gruppen altersgerecht (hier kommen die farbigen Namensschilder ins Spiel) die eben gewonnenen Eindrücke aus dem Evangelium auf und frage „Was hat das mit mir zu tun?“. Zum „Vater unser“ seien alle Kinder wieder in der Kirche zurück.

Vor drei Jahren sei er aus Zweibrücken nach Homburg gewechselt und habe die „Idee ein Stück weit mitgebracht“, so Klaproth. Zuerst praktiziert worden sei diese Veranstaltung im freikirchlichen Bereich bei einer Mega-Church in Chicago. Ordensschwester Teresa Zukic aus Nürnberg habe sie nach einem Besuch dort etwas veränder und Klaproth griff die Idee auf. Ein ähnliches Konzept gebe es saarlandweit noch in Dudweiler. Anfänglich habe Klaproth versucht, 20 Helfer zu finden. Inzwischen kämen immer mehr „Wildfremde“ dazu. Und die seien auch nötig, um die sehr aufwändigen Events zu stemmen. Auf Extra-Finanzmittel aus dem Bistum Speyer kann Klaproth nicht bauen. Dort nehme man die Resonanz auf das Abenteuerland aber zur Kenntnis. Finanziert wird die Aktion durch Schlüsselzuweisungen der Pfarrei. Seit vergangenem Jahr akquiriere man auch Spenden.

Alle Gottesdienste sind lange vorab geplant. Die Texte und Handlungen der Theaterstücke überlegt sich Klaproth im Zusammenspiel mit den anderen acht Mitgliedern des „Spiri-Teams“ basierend auf Bibeltexten, die Spielgruppe studiert diese dann in Eigenregie ein. Am Ende jeder Staffel entscheide man über eine Fortsetzung. Auf mehr als fünf Termine aufzustocken geht nicht: „Dafür ist der Aufwand für uns zu groß“, sagt Klaproth.

Der Gemeindereferent betont, wie wichtig es sei, dass die Kirche nicht auf Kirchgänger warte, sondern auf die Bürger zugehe, ihnen Angebote mache wie das Abenteuerland, sie einlade. So sei das auch beim „Mini-Abenteuerland“ seit Oktober 2018, das alle vier Wochen in Kindergärten stattfinde. Angefangen habe es für die bis sechs Jahre alten Kinder der jeweiligen Einrichtung, aber inzwischen habe man das Format geöffnet. Auch hier setze man auf eine kind- und familiengerechte Aufarbeitung der Bibel, Lieder und Bewegungsspiele – mit Erfolg.

Die Abenteuerland-Termine sind: 22. September, 24. November, 26. Januar, 15. März und 17. Mai. Beim ersten und letzten Gottesdienst gibt es für die Kinder Gratis-Eis.