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Gollenstein fasziniert auch heute noch seine Besucher

Der Gollenstein ist rund 5000 Jahre alt. Foto: Norbert Rech
Der Gollenstein ist rund 5000 Jahre alt. Foto: Norbert Rech FOTO: Norbert Rech
Der Gollenstein gilt wohl als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet von Blieskastel. Jährlich lockt der etwa 5000 Jahre alte Menhir unzählige Besucher auf die Anhöhe in Richtung von Biesingen. Was aber die meisten nicht wissen: Der 6,5 Meter aus der Erde herausragende Koloss steht auf dem Gebiet von Alschbach, auch wenn er als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt. Der wohl größte Menhir in Mitteleuropa ist eines der ältesten Kulturdenkmäler in Deutschland. "Er stand hier wahrscheinlich schon lange bevor sich Menschen in dem Gebiet ansiedelten", vermutet Jürgen Trautmann, Ortsvorsteher von Blieskastel-Mitte, zu dem auch Alschbach gehört. Norbert Rech

Der Gollenstein gilt wohl als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet von Blieskastel. Jährlich lockt der etwa 5000 Jahre alte Menhir unzählige Besucher auf die Anhöhe in Richtung von Biesingen. Was aber die meisten nicht wissen: Der 6,5 Meter aus der Erde herausragende Koloss steht auf dem Gebiet von Alschbach, auch wenn er als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt. Der wohl größte Menhir in Mitteleuropa ist eines der ältesten Kulturdenkmäler in Deutschland. "Er stand hier wahrscheinlich schon lange bevor sich Menschen in dem Gebiet ansiedelten", vermutet Jürgen Trautmann, Ortsvorsteher von Blieskastel-Mitte, zu dem auch Alschbach gehört.

Die Geschichte ging auch am Gollenstein nicht spurlos vorüber. Beispielsweise wurde Anfang des 19. Jahrhunderts - so die Vermutung von Experten - in der Höhe des unteren Drittels ein kleiner Altar in Form einer spitz zulaufenden Nische eingemeißelt und mit dem griechischen Christusmonogramm versehen. Aber auch Fragmente einer Figur wurden eingehauen, die nach Auffassung der Fachleute an den keltischen Wettergott Taranis erinnern.

"Die Herkunft des Namens ist rätselhaft", so Trautmann. Ob er nun mit "Gold" in Verbindung gebracht werden kann, das in der Bronzezeit als Opfergabe galt, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Fest steht, dass der Stein im Jahr 1553 als "Guldenstein" und ein paar Jahre später auf einer Landkarte des Amtes Zweibrücken des Geografen Tilemann Stella als "Güldenstein" und "Pirmanstein" bezeichnet wurde.



Rund um den Gollenstein ranken sich mehrere Sagen. So soll er sich unter anderem um Mitternacht beim Schlag der Glocken der Kirche um sich selbst drehen. Auf alle Fälle wurde er immer wieder im Zusammenhang mit Toten- und Ahnenkult sowie heidnischem und religiösem Hintergrund genannt. Deshalb waren auch die Nazis von dem Koloss fasziniert. So soll sogar SS-Führer Heinrich Himmler geplant haben, den Stein zu kaufen. Zu Kriegsbeginn 1939 wurde er dann von Soldaten der Wehrmacht umgerissen, damit er nicht Zielscheibe der französischen Artillerie wird. Dabei zerbrach er in mehrere Teile. Seit 1951 steht der Gollenstein , nachdem er mit Beton zusammengesetzt wurde, wieder an seiner ursprünglichen Stelle.