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Glosse
Immer schön weiterquasseln

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wenn man vor 20 Jahren Menschen auf der Straße begegnete, die vor sich hin brabbelten, hätte man sie als verwirrt eingestuft. Doch die Zeiten ändern sich, denn heute sind Leute, die auf der Straße sprechen, einfach nur übers Handy vernetzt. Von Christine Maack

Und zwar nicht mit dem Gerät am Ohr, sondern über Kopfhörer und einem in Kragenhöhe baumelnden Mikrofon, das man als Mitmensch nicht unbedingt sieht, in das aber eifrig hineingequasselt wird. Und so erschrickt man, wenn plötzlich an der Käsetheke jemand trötet: „Und dann hab ich gesagt, so geht das nicht... und dann hat er gesagt, ist mir doch egal... und dann hab ich gesagt, du spinnst wohl“. Richtig nett wird’s, wenn während dieses anregenden Handy-Gesprächs der Verkäuferin mittels Zeigefinger Anweisungen gegeben werden, welchen Käse man denn gerne hätte, damit man ja nicht sein Geschwätz unterbrechen muss. Wäre ja noch schöner, der Verkäuferin die volle Aufmerksamkeit zu schenken: „Und dann hab ich gesagt ... Nä, nur vier Scheiben, und dann hat er... nä, von dem Gouda....und dann hab ich...“