| 20:27 Uhr

Gemischter Chor und Young Voices aus Einöd
Leuchtende Adventsmusik mit zwei Chören

 Vielfältig und abwechslungsreich gestalteten der Gemischte Chor und die Young Voices ihr Adventskonzert.
Vielfältig und abwechslungsreich gestalteten der Gemischte Chor und die Young Voices ihr Adventskonzert. FOTO: Cordula von Waldow
Einöd. Mit traditionellen Liedern und modernen, teilweise provokanten Titeln, großer Sangesfreude und einfühlsamen Interpretationen be­geisterten der Gemischte Chor und die Young Voices vom Gesangverein 1876 Einöd-Ingweiler in der voll besetzten Einöder Kirche. Von Cordula von Waldow

So voll wie bei dem Chorkonzert am zweiten Adventssonntag würde sich Pfarrerin Heide Salm die Einöder Kirche immer wünschen. Bis oben auf die Empore waren alle Plätze besetzt, um sich von dem Gemischten Chor und den Young Voices, die beide zum Gesangverein 1876 Einöd-Ingweiler gehören, musikalisch auf die Weihnachtszeit einstimmen zu lassen. „Weihnachten ist ein Leuchten“, bestätigten die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores den Konzerttitel in dem gleichnamigen Lied.

Mit dem traditionellen Adventlied „Macht hoch die Tür“ eröffneten die Singenden unter Leitung von Wolfgang Schmitt den Konzertabend. Ihre Titel blieben auch in ihrem zweiten Liedblock eher traditionell. Sehr zart, die Strophen auf die unterschiedlichen Singstimmen verteilt, interpretierten sie „Maria durch ein Dornwald ging“. „Das war ein Wallfahrtslied“, erklärte Heide Salm, die nicht nur mitsang, sondern auch informativ und interessant durch das Programm führte. Auf Deutsch mit „Im Stall in der Krippe“ erklang das traditionelle englische Weihnachtslied „Away in a manger“. Hell und freudig erstrahlte musikalisch „Ein Stern in dunkler Nacht“ auf die Melodie von „Marys Boychild“.

Eine Klangvielfalt entwickelten die Young Voices unter Leitung von Isabel Meiser mit ihren, vielfach unbekannteren, Titeln. Zu den Fanfaren, mit denen in „Hark! The herold angels sing“ von Friedrich Mendelssohn-Bartholdy die Engel singen, leitete ein zartes Solo den Chorgesang ein. Bewegend, inszenierten die Männer- und Frauenstimmen „Long time ago“ in einer Art musikalischem Dialog. Das höchst anspruchsvolle Wiegenlied „Mary‘s Lullaby“ aus der Feder von John Rutter interpretierten die Young Voices gemeinsam mit einer strahlenden Querflöte von Geraldine Zimmermann. Bereits bei „Little Drummer Boy“ hatten das trommelnde Schlagzeug und der Background-Chor mit seinen gesungenen Trommelschlägen für außergewöhnliche Klänge gesorgt.



Heide Salm erzählte: „Der kleine Trommler hatte als einziges Geschenk für das Göttliche Kind sein musikalisches Spiel und wurde dafür mit dessen Lächeln belohnt.“ Sehr zart erklang das Schlaflied „Oh du stille Zeit“. Revolutionär und provokant, war „Ein neues Weihnachtslied“, das sowohl die „Irrtümer“ der Weihnachtsgeschichte als auch das Alltagsleben im Advent thematisiert. „Frei von überhöhtem Kitsch und heiligem Ballast, das ein unfassbares Gefühl in neue Worte fast“, sang der moderne Chor nach dem augenzwinkernden Eingangstext mitreißend und inbrünstig.

Dessen zarte, gefühlvolle Seiten betonte noch einmal das „Abendlied“ von Josef Rheinberger, das eine wunderbare, entspannte Stimmung entstehen ließ. Da hinein bestätigten beide Chöre gemeinsam vertrauensvoll „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“. Gänsehaut pur.

Zum krönenden Abschluss gab die Gemeinde gemeinsam mit den Chorsängern in dem Lied „Freut Euch, Gott kommt in Freundlichkeit“ auf die Melodie von „Vom Himmel hoch“ ihrer Vorfreude auf das Christfest Ausdruck.

Anhaltender Applaus belohnte nicht nur die engagierten Sänger und Instrumentalisten, darunter André Koch am Klavier und Tim Maas am Schlagzeug, für ihre Musik. Auch die visuelle Ausgestaltung mit den passenden, auf die Wand projezierten Bildern, kam sehr gut an.