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Musiksommer
Ein Fest für Freunde der grünen Insel

 Mit diesem Stoffbeutel versuchte Organisator Herbert Gehring den Besuchern noch etwas Geld aus der Tasche zu „angeln“.
Mit diesem Stoffbeutel versuchte Organisator Herbert Gehring den Besuchern noch etwas Geld aus der Tasche zu „angeln“. FOTO: Sebastian Dingler
Schwarzenbach. Die Besucherzahl beim Irischen Frühschoppen auf dem Dorfplatz in Schwarzenbach nimmt von Jahr zu Jahr zu. Von Sebastian Dingler

Wer vorher nur ganz lapidar darüber informiert war, dass der Obst- und Gartenbauverein Schwarzenbach einen irischen Frühschoppen veranstaltet, konnte nicht ahnen, was ihn am Sonntagmorgen erwartete.

Spätestens jedoch, als es kaum möglich war, einen Parkplatz zu finden, war klar, was sich hier im Laufe der Jahre entwickelt hat: ein regelrechtes Volksfest. Auf über 1500 schätzte Initiator Herbert Gehring die Zahl der Besucher. Die Traditionsveranstaltung hat sich über die Jahre zu einem regelrechten Renner entwickelt.

Tatsächlich war unüberschaubar, wer sich da alles auf dem Schwarzenbacher Dorfplatz eingefunden hatte. Erkennbar war nur, dass das irische Grün eine dominante Rolle spielte, denn viele Besucher hatten sich entsprechende Hemden oder Hüte angezogen.



Gehring, der Schriftführer des Obst- und Gartenbauvereins ist, erzählte von den Anfängen des Festes. Als er 2001 hergezogen sei, habe ihn der Dorfplatz einfach an Irland erinnert. Die grüne Insel hatte er zu dem Zeitpunkt schon oft bereist. „Da hatte ich die Idee, die irische Atmosphäre ein bisschen rüberzubringen.“ Anfangs seien vielleicht 20 bis 30 Leute da gewesen. Aber im Laufe der Zeit wurden es immer mehr, zumal mit The Fenians eine perfekt ins Konzept passende Band gefunden wurde. Diese waren natürlich auch am Sonntag dabei, im Wechsel mit der Dudelsackspielerin Silke Homm-Schmidt aus Kaiserslautern und dem Akustikduo Double Shot aus Hornbach. Gehring meinte, in diesem Jahr seien schon wieder mehr Leute gekommen als im vergangenen. Tatsächlich sah man keine leeren Bänke. Wer weiß, wie groß der Frühschoppen erst in ein paar Jahren sein wird.

„Der Platz reicht wieder nicht, die Leute waren teilweise schon um 10 Uhr da“, berichtete Gehring, der seinen Bart in den irischen Nationalfarben gefärbt hatte.

Mit einem an einem Stock befestigten Stoffbeutel ging er zusätzliches Geld einsammeln, „damit wir die Musik im nächsten Jahr noch mal bezahlen können“. Es werde ja alles immer teurer. Dennoch sei man bewusst beim Essen unter zehn Euro geblieben, auch wenn sehr feine Sachen angeboten wurden wie Schweinebäckchen oder Rollbraten.

Organisiert wird das Ganze von etwa 25 Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins, dazu kommen noch etwa 25 Helfer aus anderen Vereinen. Zum Teil kämen Irland-Fans von weit her, jene mit der weitesten Anfahrt reisen laut Gehring aus Stuttgart oder gar aus Antwerpen an. Von nicht ganz so weit, aber immerhin aus Kaiserlautern, waren Lothar und Beate Junk gekommen. „Ich war vor 30 Jahren zum ersten Mal in Irland und habe viele Freunde dort gewonnen“, erzählte Lothar Junk. Jetzt sei das Ehepaar mindestens jedes zweite Jahr dort, denn: „Man ist immer herzlich willkommen. Natürlich ist auch die Landschaft faszinierend.“ Vor zwölf Jahren hatten die beiden von dem irischen Frühschoppen in Schwarzenbach gelesen, seitdem sind sie jedes Jahr hier.

Obwohl er großer Irland-Fan ist und dementsprechend auch ein grünes Hemd trug, war Thomas Glessner aus St. Ingbert zum ersten Mal bei dem Fest. „Ich freue mich ohne Ende, dass so etwas bei uns stattfindet“, so lautete sein Kommentar.

Auch Rolf Hamm aus Limbach war zum ersten Mal anwesend, obwohl er eigentlich immer versucht, bei Konzerten mit irischer Musik dabei zu sein. „Vorher kam immer was dazwischen.“ Aber jetzt trug er einen Hut der bekanntesten irischen Biersorte und saß in der ersten Reihe vor den Fenians. Die stimmten den Gassenhauer „Wild Rover“ an und versetzten so ihr Publikum mitten auf die grüne Insel.