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Maifeier in Jägersburg
Friedliche Mai-Feier am Weiher

Wie in den vergangenen Jahren zeigte die Polizei bei der Maifeier am Jägersburger Brückweiher starke Präsenz, bis zum Nachmittag zeigte sich der Feiertag im Naherholungsgebiet wohl auch deswegen ausgeprochen ruhig.
Wie in den vergangenen Jahren zeigte die Polizei bei der Maifeier am Jägersburger Brückweiher starke Präsenz, bis zum Nachmittag zeigte sich der Feiertag im Naherholungsgebiet wohl auch deswegen ausgeprochen ruhig. FOTO: Thorsten Wolf
Jägersburg. Viele Besucher kamen am 1. Mai zum Jägersburger Weiher. Dank eines beeindruckenden Polizeiaufgebotes blieben alkoholbedingte Exzesse diesmal weitgehend aus. Stattdessen wurde gemütlich auf der Wiese gefeiert. Von Thorsten Wolf

Es gab Zeiten, da erinnerte der 1. Mai am Jägersburger Brückweiher eher an ein Alkoholkonsum-Krisengebiet denn an eine entspannte Feierzone. Schon ab Mittag gab es jede Menge zu tun für die Einsatzkräfte von Deutschem Roten Kreuz, Polizei, DLRG, städtischem Ordnungsdienst und privaten Sicherheitskräften. Opfer von zu viel Alkohol in zu kurzer Zeit, Schlägerein, Unfälle – das Einsatzspektrum war leider viel zu weit. Doch gerade der Einsatz von starken Polizeikräften vor Ort, schon im Vorfeld ausgesprochene Platzverweise für bekannte Randalierer und eine permanente Kontrolle des Treibens führen nun wohl langsam genau zu dem Erfolg, den sich die Stadt lange für das unorganisierte Treiben gewünscht hat. So zeigte sich die Feier zum ersten Mai in diesem Jahr zumindestmal bis gegen 16 Uhr ausgesprochen ruhig. Zwar stieg zu diesem Zeitpunkt die Zahl der Einsätze an, einfach der Zeit geschuldet, die die meist jungen Leute über den Tag hinweg schon gefeiert hatten.

Doch bis dahin hatte das DRK gerade mal drei Einsätze zu verzeichnen, und keiner davon zurückzuführen auf Alkoholmissbrauch. „Die Einsatzlage ist wirklich ruhig“, fasste DRK-Einsatzleiter Wolfgang Rech die Lage kurz nach 15 Uhr vorläufig zusammen. „Die Jugendlichen feiern ganz ruhig und gemütlich.“ Damit sei man von den Exzessen der Vorjahre zumindest bis zu diesem Zeitpunkt weit entfernt. Was am Dienstag nicht minder bemerkenswert war: Die Zahl der jugendlicher Feierer und derer, die den Jägersburger Brückweiher einfach so als Ausflugsziel nutzten, hielt sich sichtbar so ungefähr die Waage. Auch das war in der Vergangenheit nicht immer so, so mancher hatte den Brückweiher aufgrund der Zustände dort gemieden.

Gestern bot sich aber ein anderes Bild: Inmitten der Gäste des Kletterparks, der Blockhütte, des Biergartens von Peter Trösch und der am Seeufer gelegenen Pizzeria bildeten die Maifeierer bei durchaus annehmbaren Wetter nur eine Gruppe von vielen. Auf dem Weiher kurvten Tretboote, es gab jede Menge Spaziergänger – und der Technosound von der Maifeier-Wiese vermischte sich mit Schlagern vom anderen Seeufer.



Was aber immer noch ins Auge fiel: Die massive Präsenz von Rettungs- und Sicherheitskräften. „Wir sind in derselben Stärke vertreten wie in den vergangenen Jahren“, so Wolfgang Rech. Ob sich das angesichts der sich von Jahr zu Jahr augenscheinlich entspannenden Lage in der Zukunft ändern werde, machte Rech von einer Entscheidung der Stadt abhängig. Deren höchster Repräsentant, Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD), machte sich gestern, wie in den Jahren zuvor, selbst ein Bild von der Lage. Und auch er bestätigte, dass die Situation am Dienstag, zumindest mal bis 16 Uhr, ausgesprochen ruhig sei. „Schon im vergangenen Jahr war nicht so viel los, diesmal ist es noch ein bisschen weniger. Man muss natürlich jetzt schauen, 16 Uhr ist so eine ‚magische Grenze‘. Da wird es mit Sicherheit noch ein paar Einsätze des DRK geben. Aber insgesamt, von der Menge der Feiernden und von der Zahl der problematischen Fälle aus gesehen, ist es deutlich entspannter. Und wenn sich diese Tendenz in den kommenden Jahren fortsetzt, dann ist unser Konzept wirklich aufgegangen.“ Damit sprach Schneidewind vor allem den massiven Einsatz von Sicherheitskräften an, der das Szenario am Brückweiher in den vergangenen Jahren geprägt hatte und auch gestern prägte. „Ich will hier der Polizei danken, die an diesem Tag ja im ganzen Saarland im Einsatz ist. Die Präsenz hier in Jägersburg war aber seitens des Innenministeriums und der Polizei selbst in den zurückliegenden Jahren immer gesetzt, natürlich auch immer in Zusammenarbeit mit unserem eigenen Ordnungsdienst und den Kräften von DRK und DLRG.“ So war sich Schneidewind sicher, dass die Maßnahmen zur Beruhigung der Maifeier am Brückweiher „zwar langsam, aber dann doch greifen“.