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Das war die Woche in Homburg
Frauentag war auch noch

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wenn man sich die vergangene Woche in Homburg anschaut, dann überwogen die traurigen und schlechten Nachrichten, sei es aus dem Uniklinikum oder aus dem Rathaus. Von Christine Maack

Weswegen in dieser Kolumne mal ein Tag erwähnt werden soll, der deutlich zu kurz kam: der Internationale Frauentag. Schon am Morgen des 8. März schickte mir eine Freundin das Foto eines verstaubten Plakates mit dem Grinse-Gesicht von Erich Honecker, der folgenden Satz von sich gab: „Liebe Genossinnen,  ich wünsche euch Schaffenskraft, Gesundheit und immer den Willen, den Plan zu erfüllen.“

Gesundheit ist ja immer gut, aber Schaffenskraft und Planerfüllung? Offensichtlich gilt der Frauentag immer nur für berufstätige Frauen, die anderen brauchen sich wohl nicht zu beklagen. Um so  lauter tönten vor drei Jahren – als man in Deutschland noch Zeit hatte, sich über Lappalien aufzuregen – hochrangige Damen am Frauentag, dass so wenig Frauen in den Dax-Vorständen vertreten seien. Quoten-Kampagnen wurden mit Hilfe von Politikerinnen  losgetreten, und am Ende zitterte das Millionenheer mittelmäßig bis schlecht bezahlter Frauen aus dem Gastro- Pflege- oder Erziehungsbereich mit, dass jetzt endlich 27 von 201 zu vergebenden Posten in deutschen Dax-Vorständen an Frauen gingen. Gott sei Dank, dass Kathrin Menges bei Henkel  3,7 Millionen Euro und Hauke Stars bei der Deutschen Börse 5,4 Millionen Euro im Jahr nach Hause schleppen. Da haben sich die ehemaligen „Schlecker-Damen“ bestimmt mitgefreut. Oder sagen wir’s mal so: Wenn sich der Feinstaubausstoß zur Gesamtbevölkerung so verhielte wie 27 Vorstandsposten zu 41,8 Millionen Frauen in Deutschland, wären wir gut bedient.

Aber es gab am Internationalen Frauentag angeblich auch gute Aktionen. Eine Bekannte rief mich an, ihr Lieblingsgeschäft habe am 8. März 15 Prozent Ermäßigung auf das ganze Sortiment gewährt. Sie sagte, das sei eine gute Aktion, die auch Frauen ohne Vorstandsposten mal was brächte.