| 20:20 Uhr

Uniklinikum überreicht Forschungspreise
Wertschätzung für die Wissenschaft

Professor Sascha Kreuer als „Stellvertreter“ von Lukas Martin Wirtz (links), Yann Decker und Rebekka Christmann (ohne ihre Forschungspartnerin Carla Thomas) sind die diesjährigen Preisträger der Wissenschaftspreise der Freunde des Universitätsklinikums.
Professor Sascha Kreuer als „Stellvertreter“ von Lukas Martin Wirtz (links), Yann Decker und Rebekka Christmann (ohne ihre Forschungspartnerin Carla Thomas) sind die diesjährigen Preisträger der Wissenschaftspreise der Freunde des Universitätsklinikums. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Es regnete Preise im Gesamtwert von über 20 000 Euro für Nachwuchsforscher am Uniklinikum - Geld, das dort bleibt. Von Thorsten Wolf

Vor genau 20 Jahren gründeten sich die „Freunde des Universitätsklinikums“. Das wohl wichtigste Ziel des Vereins: junge Forscher in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dazu wurden seit 1998 über 500 000 Euro an Preisgeldern vergeben – zuletzt am vergangenen Montagabend, als Professor Wolf-Ingo Steudel als Vorsitzender der Freunde des UKS in der Cafeterie der I-Med zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anlässlich der Verleihung des „Dr-Theiss-Wissenschaftspreises“ und des „Prof.-Dr.-Hans-Köhler-Wissenschaftspreises“ begrüßen konnte. In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen an Carla Thomas (nicht anwesend) und Rebekka Christmann (gemeinsam Dr.-Theiss-Wissenschaftspreis I), Dr. Yann Decker (Dr.-Theiss-Wissenschaftspreis II) sowie Dr. Lukas Martin Wirtz (nicht anwesend, Prof.-Dr.-Hans-Köhler-Wissenschaftspreis).

Dem Höhepunkt der Veranstaltung, der eigentlichen Preisverleihung, stand aber natürlich das Jubiläum des Vereins voran. Hier erinnerte Wolf-Ingo Steudel an die Anfänge des Vereins und natürlich an die, die vor 20 Jahren die Freunde des UKS aus der Taufe gehoben hatten, namentlich auch Homburgs ehemaliger Oberbürgermeister Reiner Ulmcke. Dies tat er auch vor dem Hintergrund des Fortschritts, den gerade die Medizin in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten gemacht habe, so Steudel. „20 Jahre im Bereich der Forschung und der Medizin sind ein Ewigkeit, eine gewaltige Zeitspanne, wenn man an den Erkenntnisfortschritt denkt.“ So sei im Jahr 2003 die Entschlüsselung des menschlichen Genoms publiziert worden.

„Wir haben in diesen 20 Jahren aber auch einen gewaltigen Fortschritt auf vielen anderen Gebieten gemacht.“ Hier nannte Steudel beispielhaft die operative Bildgebung und auch die roboter-assistierte Chirurgie. Und auch am UKS selbst seien in den zurückliegenden 20 Jahren viele, entscheidende Weichen zum Guten gestellt worden, damit sei das UKS für die Zukunft gut aufgestellt.



Für die Landesregierung würdigte Jürgen Lennartz, der Chef der saarländischen Staatskanzlei, die Arbeit der Freunde des Universitätsklinikums, auch im Kontext der aktuellen Situaion am Klinikum. „Da muss es einem nicht bange sein um die Zukunft.“ Zu dieser Zukunftsfähigkeit gehöre eben auch die Förderung junger Forscher. „Das ist das Thema des heutigen Abends.“

Danach war es an Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo und Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, die Arbeit des Vereins in den zurückliegenden 20 Jahren zu loben. Dabei betonte Gallo, dass das eine „tolle Geschichte“ sei, Schneidewind seinerseits lenkte den Blick auf die Entwicklung des UKS in nicht immer einfachen Zeiten, die überwunden seien. Nun könne man die Forschung entsprechend unterstützen. Damit spannte sich dann der Bogen nicht nur zu den Preisträgern des Abends, sondern auch zu den Stiftern der beiden Wissenschaftspreise. Stellvertretend verdeutlichte hier Giuseppe Nardi, der geschäftsführende Gesellschafter von Theiss und Initiator des Theiss-Wissenschaftspreises, die Bedeutung von Forschung an Einrichtungen wie dem Universitätsklinikum für den Mittelstand, denn: Die Ergebnisse dieser Forschungen seien, im Gegensatz zu solchen aus der privaten Wirtschaft, transparent und für jeden verfügbar.

In der von der Uni-Bigband musikalisch gestalteten Feierstunde gehörte das Mikrofon danach Professor Axel Mecklinger als Sprecher des Fachbeirates und natürlich den Preisträgern selbst. Mecklinger nutzte diesen Moment auch für eine persönliche Bemerkung. „Ich möchte die Gelegenheit des Jubiläums auch dazu nutzen, mich bei den Mitgliedern des Fachbeirates zu bedanken. Ich habe in all den Jahren immer die kooperative, die um Konsens bemühte und immer zum Wohl des wissenschaftlichen Nachwuchses orientierte Diskussionskultur in diesem Gremium sehr genossen.“

Eben der nun preisgekrönte Nachwuchs bekam im Anschluss die Möglichkeit, seine nun ausgezeichneten Forschungsarbeiten vorzustellen. Als Preisträgerin des Theiss-Forschungspreises I skizzierte Rebekka Christmann ihr Gemeinschaftsprojekt mit Carla Thomas rund um eine effiziente und nebenwirkungsarme Behandlung des so genannten „kreisrunden Haarausfalls“.

Dr. Yann Decker, Empfänger des Theiss-Forschungspreises II, erläuterte sein Projekt, das sich mit der Alzheimer-Erkrankung befasst. Als letzter sollte dann eigentlich Lukas Martin Wirtz über seine Forschungen zur Schädigung der Lunge bei Beatmungen referieren. Für ihn trat Professor Sascha Kreuer ans Mikrofon.