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Viele Infos beim „Tag des offenen Denkmals“
Blick in die Geschichte des Schlossbergs

Gerhard Schmidt erklärt den Besuchern auf dem Schlossberg Näheres zu einer Grube, die als Gegengewicht für eine Brücke unterhalb der Burg diente.
Gerhard Schmidt erklärt den Besuchern auf dem Schlossberg Näheres zu einer Grube, die als Gegengewicht für eine Brücke unterhalb der Burg diente. FOTO: Bill Titze
Homburg. Am zweiten September-Sonntag öffnen historische Bauten und Stätten ihre Türen. Hintergrund ist der Tag des offenen Denkmals. Auch die Festung auf dem Schlossberg war dabei. Hier gab es viele spannende Dinge zu erfahren. Von Bill Titze

Der „Tag des offenen Denkmals“ feierte in diesem Jahr ein Jubiläum – zum bereits 25. Mal öffneten in ganz Deutschland Schlösser, Burgen oder Kirche ihre Pforten für interessierte Bürger. Allein im Saarland gab es rund 40 Angebote, bei denen Menschen Orte besuchen konnten, die zumindest zum Teil, nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch in unserer Region gab es einiges zu entdecken, so zum Beispiel das neu eröffnete Gut Königsbruch oder die Vaubansche Festungsanlage auf dem Homburger Schlossberg. Bei bestem Erkundungswetter hatten sich dann hier auch am Morgen rund zwei Dutzend Kulturinteressierte eingefunden, um sich vom frisch ausgebildeten Stadtführer Gerhard Schmidt das weitläufige Areal vorstellen zu lassen.

Ganz oben auf der Spitze des Schlossbergs ging es los, wo Schmidt den Besuchern zunächst einen ersten Einblick in die Homburger Stadtgeschichte vermittelte. Dabei hatte man nicht das Gefühl, dass Schmidt erst in diesem Jahr mit dieser Beschäftigung angefangen hat. Routiniert erzählte er über die komplizierten Besitzverhältnisse auf der Burg und beantwortete die ein oder andere Frage. „Ich habe mich schon immer sehr für Geschichte interessiert und ich erzähle auch gerne darüber“, beschreibt der Rentner im Gespräch seine Motivation für das Engagement. „Als ich gelesen habe, dass Homburg Stadtführer sucht, war ich sofort interessiert.“

Interessiert zeigten sich auch die Gäste, die seinen Erklärungen lauschten, beispielsweise über das abgedeckte Loch direkt unterhalb des Gipfels, dass man oberflächlich betrachtet für einen Brunnen halten könnte. Es diente jedoch nicht als Brunnen, sondern sehr wahrscheinlich als Regenwasserauffangbecken. „Erst später wurde eine Verbindung zum Marktplatz gebaut, über die dann Wasser nach oben geleitet werden konnte“, erklärte der Stadtführer. Klar wurde bei der Führung vor allem eines: Der Schlossberg hat eine sehr wechselvolle Geschichte durchgemacht. Thronte zunächst eine durchaus mächtige Burg über der Stadt, wurde diese im Laufe der Zeit zu einer Schlossanlage mit Bastionen ausgebaut und schließlich von Sébastien Le Prestre de Vauban im Auftrag Ludwigs XIV. zu einer stattlichen und auf der Höhe der Zeit stehenden Festung umgestaltet. „Die Raveline, Kaponniere und Hornwerke auf dem Schlossberg gehörten zum Modernsten was die Festungsarchitektur in dieser Zeit zu bieten hatte“, so Schmidt. Und tatsächlich kann man die Macht dieser Anlage noch erahnen, wenn man sich die dreieckigen Raveline, die den Wall zwischen den jeweiligen Bastionen schützen sollte, anschaut. Auch die teilweise wieder hergerichteten Kaponniere, Gänge aus denen man durch Schießscharten mit Gewehren schießen konnte, hinterlassen noch einen großen Eindruck auf den Betrachter.



„Die Festungsanlagen sind neben dem Römermuseum und der Altstadt für mich persönlich die eindrucksvollsten historischen Orte in Homburg“, ist Schmidt von der Vielseitigkeit „seiner“ Stadt fasziniert. „Vor allem wenn man sich näher mit den Einzelheiten befasst, entdeckt man immer wieder Spannendes, das man noch nicht wusste.“ Es gibt also viel zu entdecken in Homburg. Eine Tatsache, die möglicherweise auch im nächsten Jahr beim „Tag des offenen Denkmals“ wieder viele Menschen zu den Sehenswürdigkeiten der Kreisstadt locken wird.

Wer mehr zu Homburg erfahren möchte, kann dies auch jenseits des Denkmaltages bei diversen Stadtführungen tun. Dazu gibt es eine Infobroschüre. Diese findet man auch online unter www.homburg.de