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Tierversuche
Erstmals Vortragsreihe über Tierschutz

„Homburger Kolloquium – Versuchstierkunde & Tierschutz“ - so heißt eine neue Vortragsreihe, die das Ministerium für Umwelt zusammen mit dem Tierschutzausschuss des Uniklinikums ins Leben gerufen hat.
„Homburger Kolloquium – Versuchstierkunde & Tierschutz“ - so heißt eine neue Vortragsreihe, die das Ministerium für Umwelt zusammen mit dem Tierschutzausschuss des Uniklinikums ins Leben gerufen hat. FOTO: Wolfgang_Weihs / picture-alliance / dpa
Homburg. Tierversuche sind ein sehr emotionales Thema, bei dem ständig die Gemüter hochkochen. Auch viele falsche Vorstellungen sind dabei im Umlauf. Beispielsweise von Hunden und Katzen, die zu Versuchszwecken gefangen werden. Was nicht nur wissenschaftlich völlig sinnlos und noch dazu strafbar wäre.

Der Umgang mit Versuchstieren ist streng geregelt und darf nur stattfinden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, das wissenschaftliche Experiment durchzuführen. An einem Versuchstier darf nur ein Versuch vorgenommen werden. Nach einer operativen Versuchsreihe werden die Tiere getötet. Auch das muss begründet werden und geschieht nur, wenn sich die Tiere in Narkose befinden. Der Grund: Meistens erfolgt nach der Versuchsreihe eine genaue Gewebeuntersuchung beim Tier- insbesondere, wenn es um die Erforschung von Tumoren geht. Wenn hingegen Tiere nur auf ihr Verhalten hin getestet werden und den Versuch intakt überstehen, darf man sie natürlich nicht töten.

In dieser Woche startete erstmals eine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema: „Homburger Kolloquium – Versuchstierkunde & Tierschutz“. Zu dieser Vortragsreihe lädt das für Tierschutz zuständige Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zusammen mit dem Tierschutzausschuss der Universität des Saarlandes ein, dessen Vorsitzende, Dr. Monika Frings, gleichzeitig auch Tierschutzschutzbeauftragte der Universität des Saarlandes ist.

Der Tierschutzausschuss setzt sich mindestens aus drei Personen zusammen: Tierschutzbeauftragte, Tierpfleger, Wissenschaftler.



Die Aufgaben des Ausschusses bestehen unter anderem darin, die Tierschutzbeauftragte in ihrer Arbeit zu unterstützen und die Entwicklung von Tierversuchen und deren Ergebnisse unter der Berücksichtigung der Auswirkungen auf die verwendeten Tiere zu verfolgen.

Für Minister Reinhold Jost ist die Kooperation mit dem Tierschutzausschuss ein sinnvoller Schritt: „Mehr Tierschutz für Tiere, die in der Forschung eingesetzt werden, gelingt nur im Dialog mit den Wissenschaftlern, davon bin ich überzeugt.“ Das „Homburger Kolloquium“ könne hier einen wichtigen Beitrag leisten, in den Dialog mit den Wissenschaftlern zu treten und stellt seiner Einschätzung nach ein Mosaiksteinchen auf dem Weg zu einer tierversuchsfreien Forschung dar. Zumal sich die Regierung des Saarlandes in ihrem Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode 2017 bis 2022 die Aufgabe gegeben hat, in Zusammenarbeit und im Dialog mit Forschungsinstituten und Hochschulen Alternativen zu Tierversuchen zu entwickeln. Geplant sind vorerst vier Veranstaltungen pro Jahr, die mit ihren Themen versuchstierkundliche Fragen und Fragen des Tierschutzes gleichermaßen aufgreifen. Die Veranstaltungen finden auf dem Gelände des Uniklinikums statt, sind öffentlich und für jeden Interessierten offen.

Ankündigungen der kommenden Veranstaltungen finden sich auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz sowie auf der Homepage der Tierschutzbeauftragten Dr. Monika Frings https://www.uni-saarland.de/verwaltung/tierschutzbeauftragte.html