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Neues Spielschiff endlich fertig
Erst aufs Spielschiff, dann Frisbee werfen

 Lange hat es gedauert, nun steht das neue Spielschiff im Homburger Stadtpark ganz offiziell für Nachwuchs-Matrosen, Gute-Laune-Piraten und Freizeitkapitäne zur Verfügung.
Lange hat es gedauert, nun steht das neue Spielschiff im Homburger Stadtpark ganz offiziell für Nachwuchs-Matrosen, Gute-Laune-Piraten und Freizeitkapitäne zur Verfügung. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Das neue Spielschiff ist endlich da. Im September kommt noch eine trendige Disc-Golf-Anlage hinzu. Von Thorsten Wolf

Im Stadtpark tut sich was. Und das betrifft nicht nur das neue Spielschiff, das gestern in Homburgs grünem Wohnzimmer offiziell vorgestellt wurde. Denn: Im September soll im Stadtpark im Bereich nahe der Minigolf-Anlage eine neue Trendsportart ihr Zuhause finden, dann soll man dort Disc-Golf, eine Art Golf mit Frisbie-Scheiben, spielen können.

Beim offiziellen Termin gestern vor Ort ging es Christine Becker, der hauptamtlichen Beigeordneten der Stadt Homburg, aber zuerst um das neue Spielschiff im Wasserspielplatz. Becker ließ kurz noch einmal Revue passieren, warum im Herbst des vergangenen Jahres das alte Spielschiff hatte weichen müssen. So sei das 1992 gebaute Schiff defekt gewesen und sei deswegen aus Sicherheitsgründen abgebaut worden. Per Vergabeausschuss habe man sich dann erfolgreich auf die Suche nach einem Unternehmen gemacht, das einen Ersatz schaffen sollte. „Die Kosten belaufen sich auf 45 000 Euro.“

Dass das neue Spielschiff nun erst wenige Tage vor Ferienende und mit eineinhalb Wochen Verspätung zur ursprünglich angedachten, offiziellen Einweihung zur Verfügung steht, begründete Erwin Blank von der Grünflächenabteilung der Stadt mit dem Umstand, dass für die abschließende Fertigstellung noch Teile gefehlt hätten. „Wir sind jetzt froh, dass das Schiff sicherheitskonform steht.“ Lediglich eine Leiter fehle noch, „aber auch ohne diese Leiter kann man mit dem Schiff hervorragend spielen“.



Grundsätzlich, so Becker, hätte man sich gewünscht, das Spielgerät schon zum Jubiläum des Famlien- und Kinderfestes nutzen zu können, dies aber hätten Lieferschwierigkeiten des beauftragten Unternehmens verhindert. „Was nun noch fehlt, das ist ein Name für das Spielschiff. Da wollen wir einen Wettbewerb starten und das auch mit einer Verlosung verbinden.“

Details zu dieser Aktion, verdeutlichte Becker, müsse man noch erarbeiten. Bis dahin werden die Kids zwar auf einem namenlosen Schiff spielen, dem Spielspaß wird das aber keinen Abbruch tun – das bewiesen gestern vor Ort die Mädchen und Jungen der Kita St. Michael und der Freiwilligen Ganztagsschule Beeden. Mit der Vorstellung des neuen Spielschiffs hat sich eine „Baustelle“ im Homburger Stadtpark, nach einigen Verzögerungen, endlich geschlossen.

Doch in Sachen Entwicklung des Geländes steht, wie beschrieben, schon das nächtste Projekt an. Und wer in diesen Tagen im Bereich an der Minigolfanlage durchs Grün wandert, der kann schon die ersten Vorboten des neuen Angebotes sehen: An mehreren Stellen wurde Erde ausgehoben, die entsprechenden Areale mit einem Bauzaun abgesperrt. Dort, wo es jetzt wirkt wie bei einer archäologischen Ausgrabung, sollen Anfang September „Abwurfpunkte“ und „Körbe“ ermöglichen, dem so genannten „Disc-Golf“ als Trendsportart zu frönen.

Zum Hintergrund: Disc-Golf ist ein Frisbeesportspiel, bei dem versucht wird, von einem festgelegten Abwurfpunkt, dem so genannten „Tee“ mit möglichst wenigen Würfen eines Frisbees entsprechende Körbe zu treffen. Damit ist Disc-Golf eine ähnliche, sportliche Evolution des klassischen Golf wie auch „Fußball-Golf“. Disc-Golf benötigt allerdings keine eigenen Plätze, sondern wird üblicherweise in vorhandene öffentliche Grün- oder Sportanlagen integriert.

Und genau so soll es in Homburg geschehen. Christine Becker: „Einige Fragen sind noch offen, so zu den Kosten, auch weil Sponsoren noch nicht konkret feststehen.“ Klar sei aber, dass man Anfang September mit drei Körben und acht Abwurfstellen die erste Disc-Golf-Anlage im Saarland im September eröffnen werde. Den Impuls für die neue Sportanlage habe die „Sport, Kultur und Sozial Stiftung Südwest“ (SKS) mit Sitz in Zweibrücken gegeben. Diese Stiftung agiere beim Projekt in Homburg auch als Mitorganisator.

Die Anlage sei öffentlich, die nötigen Frisbie-Scheiben könne man entweder selbst mitbringen oder beim Betreiber der Golfklause/der Minigolfanlage mieten. SKS habe, wie Becker schilderte, schon eine große Anlage in Pirmasens initiiert, „dort hat man auch mit drei Körben angefangen. Das Angebot wird dort sehr gut angenommen, inzwischen gibt es dort auch große Turniere, auch Teilnehmer aus Skandinavien und den USA sind angetreten.“ Vor diesem Hintergrund bestehe auch in Homburg die Möglichkeit, so es eine vergleichbare Nachfrage gebe, die Anlage über die derzeit geplanten drei Körbe hinaus zu erweitern. Zudem, wie Becker ergänzte, sei das Angebot an die Kampagne „Homburg lebt gesund“ angedockt. „Ich denke, das ist eine gute Geschichte.“

 An Stellen wie dieser soll bis Anfang September im Stadtpark die neue Disc-Golf-Anlage installiert werden.
An Stellen wie dieser soll bis Anfang September im Stadtpark die neue Disc-Golf-Anlage installiert werden. FOTO: Thorsten Wolf