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Erbach
Erbach-Renaturierung ist für Naturschutzbund kein Ausgleich

Die Renaturierung des Erbachs wird unterschiedlich eingeschätzt. In Absprache mit der Stadt laufen derzeit Arbeiten. Der Nabu Homburg sieht etliche Punkte kritisch.
Die Renaturierung des Erbachs wird unterschiedlich eingeschätzt. In Absprache mit der Stadt laufen derzeit Arbeiten. Der Nabu Homburg sieht etliche Punkte kritisch. FOTO: Jürgen Kruthoff
Erbach. Der Homburger Nabu sieht die geplante Erbach-Renaturierung als Ausgleichsmaßnahme kritisch. Zum Hintergrund: Wird die  „B 423 neu“ gebaut, die Ortsumgehung Schwarzenbach und Schwarzenacker, dann kommt es zu Eingriffen in Natur und Landschaft. Diese Eingriffe sollen durch die Aufwertung von Biotopen oder mithilfe durch Renaturierungsprojekte ausgeglichen werden – so hatte es kürzlich die Stadtverwaltung erläutert (wir berichteten). red

Der Homburger Nabu sieht die geplante Erbach-Renaturierung als Ausgleichsmaßnahme kritisch. Zum Hintergrund: Wird die  „B 423 neu“ gebaut, die Ortsumgehung Schwarzenbach und Schwarzenacker, dann kommt es zu Eingriffen in Natur und Landschaft. Diese Eingriffe sollen durch die Aufwertung von Biotopen oder mithilfe durch Renaturierungsprojekte ausgeglichen werden – so hatte es kürzlich die Stadtverwaltung erläutert (wir berichteten).

Nach Ansicht des Nabu biete hingegen „das, was nun am Erbach geschehe“, keinen „Ausgleich für die großflächige Zerstörung der Mastau“ wegen der B-423-Umgehung.  Zum ersten sei diese Maßnahme bereits vor 25 Jahren im Rahmen eines Landesprogramms beschlossen worden. „Sie wurde damals leider nicht ausgeführt, weil der Ratsmehrheit anderes wichtiger schien. Jetzt dieses Versäumnis nachzuholen ist grundsätzlich zu begrüßen. Aber doch bitte nicht, um damit einen riesigen Eingriff an anderem Ort zu rechtfertigen“, machte Winfried Anslinger in seiner Funktion als Vorsitzender des Nabu Homburg deutlich. Zum Zweiten hätten, nachdem die ursprünglich geplante Renaturierung ausfiel, Nabu-Mitglieder in Eigeninitiative große Teile des Erbachlaufs mit Weiden, Erlen, Schneeball und anderen standortgerechten Gehölzen bepflanzt. Der jetzige Plan sehe vor, dies alles auszureißen, um dasselbe noch einmal neu zu pflanzen.

Diese neuen Gewächse sollten dann als „ökologischer“ Ersatz für „die Naturvernichtung in der Mastau“ gelten, so der Vorwurf des Nabu.



 Das Herausnehmen von Betonbauteilen und eine Verbreiterung des Bachbetts an geeigneter Stelle seien hingegen zu begrüßen und könnten unter Schonung des Vorhandenen durchgeführt werden. Es beseitige aber nicht ein größeres Problem: Der Erbach trockne nämlich im Sommer regelmäßig aus. „Durch geeignete Maßnahmen wäre das zu verhindern.“