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"Erbach kein Brennpunkt mehr"

 Die Begrenzungsmauer der ehemaligen Ruprechtschule in Erbach wurde von freiwilligen Helfern der Stadtteilkonferenz wieder in Stand gesetzt. Foto: Bernhard Reichhart
Die Begrenzungsmauer der ehemaligen Ruprechtschule in Erbach wurde von freiwilligen Helfern der Stadtteilkonferenz wieder in Stand gesetzt. Foto: Bernhard Reichhart
Erbach. Einen ganzen Aktenordner voll Themen hatte sich Christine Becker (SPD), Ortsvertrauensfrau für Erbach-West, für ihren Besuch in der Redaktion unserer Zeitung gestern geschnürt Von Merkur-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Erbach. Einen ganzen Aktenordner voll Themen hatte sich Christine Becker (SPD), Ortsvertrauensfrau für Erbach-West, für ihren Besuch in der Redaktion unserer Zeitung gestern geschnürt. Der Stadtumbau West, die Zukunft des Eduard-Vollmer-Platzes, die geplanten neuen Sporthallen an der Luitpoldschule und an der Erweiterten Realschule, der Abriss des Michelin-Hochhauses, die Perspektive des Ex-Resi-Kinos in der Dürerstraße: All das waren nur ein Teil der Eckpunkte, die Becker in der Betrachtung "ihres" Erbachs setzte. Für Becker ganz wichtig: In der Realität habe sich der Homburger Stadtteil, der viele Jahre nicht im Ruf stand, eine bevorzugte Wohnlage zu sein, weit vom Image der "Messerstecher" (so werden die Erbacher im Volksmund genannt) entfernt.Die SPD-Kommunalpolitikerin wohnt selbst im Berliner Wohnpark. Und nicht nur dieser Wohngegend stellt sie ein gutes Zeugnis aus. "Erbach hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt, es hat sich viel getan. Ich sehe nicht mehr, dass wir ein Brennpunkt-Bereich sind. Wer die Kriminalstatistik betrachtet, der sieht, das Homburg-Mitte selbst da viel schlechter wegkommt."

Für sie dabei einer der entscheidenden Mosaiksteine für das neue Bild Erbachs: Die erfolgreiche Geschichte des Hauses der Begegnung, das sich in den zurückliegenden Jahren zu einem Schmelztiegel positiver Erfahrungen entwickelt habe. Für Becker ebenfalls integraler Bestandteil der guten Entwicklung ist auch die Stadtteilkonferenz, der die Ortsvertrauensfrau nachhaltiges Wirken für Erbach attestiert. "Ich halte die Stadtteilkonferenz für unglaublich wichtig. Denn, im Gegensatz zur klassischen Ortsräten haben hier nicht nur politische Parteien eine Stimme, sondern auch Vereine, Kirchen, andere Organisationen. Das bedeutet mehr Bürgerbeteiligung, man kann so ganz anders agieren."

Und agieren wollen und müssen die Erbacher, daran ließ Christine Becker keinen Zweifel. Die geplante Sanierung der Steinbachstraße, der Abriss der Pestalozzischule, die Ortskernentwicklung - all das sind Aspekte, die Becker zusammen mit anderen Aktiven im Blick behalten will. Dabei spielt auch die Zukunft des früheren Landesauffanglagers an der Lappentascherstraße eine Rolle. Von der erklärten Absicht der Stadtverwaltung, dort der städtischen Musikschule eine neue Heimat zu geben, ist Becker überaus angetan. "Ich begrüße das sehr. Das wertet Erbach deutlich auf." Der ebenfalls dort geplante Neubau des Awo-Kindergartens und der angestrebte Bau einer Vierfeld-Halle an der nahe gelegenen Erweiterten Realschule würde diesen Teil Erbachs mit den dann entstehenden Wechselwirkungen der einzelnen Einrichtungen deutlich bereichern. "Da ließe sich mit Sicherheit das eine odere andere Projekt dann verwirklichen." Am Herzen liegt ihr auch die Zukunft - oder besser das Ende - des so genannten Michelin-Hochhauses. Das soll, sofern es nach einer anstehenden Versteigerung, so Becker, ins Eigentum der Stadt übergeht, abgerissen werden. Derzeit ist der Bau noch mit fünf Parteien belegt. "Da werden wir hintendran bleiben." Ebenfalls ein Thema, das Becker in der nahen Zukunft verfolgen wird, ist die Zukunft des früheren Resi-Kinos in der Dürerstraße. Das befindet sich inzwischen im Besitz eine türkischen Vereins und soll, so Christine Becker, nach einer noch nicht genauer spezifizierten Sanierung, zur Moschee umgebaut werden. Hier soll ein Ortstermin Klarheit über die geplanten Baumaßnahmen bringen.



"Ich halte die Stadtteilkon-

ferenz für unglaublich wichtig."

Christine Becker

Auf einen Blick

Mit einem Aktionsprogramm speziell für Erbacher Senioren soll älteren Mitbürgern im Mai ein besonderes Informationsangebot geboten werden. Vom 23. bis 27 Mai stehen dabei ganz unterschiedliche Themen im Blickpunkt. So wird die Polizei über Schutz und Sicherheit im Alter referieren. Auch soll es Stadtteil-Spaziergänge geben, so durch den Bereich der Höfer-Kaserne/Heimstätte, durch das Schlesierviertel und durch einem Teil des alten Ortskernes. Ergänzt wird das Aktions-Programm durch Internetkurse für die Generation 50 plus, eine Mobilitätsberatung und eine Veranstaltung zum Thema "Armut im Alter". thw