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Krebs
Elterninitiative hat zwei gute Gründe zum Feiern

 Ina Ruffing, zweite Vorsitzende der Elterninitiative, freute sich über den Startschuss des Projekts „Haus des Kindes und der Jugend“.
Ina Ruffing, zweite Vorsitzende der Elterninitiative, freute sich über den Startschuss des Projekts „Haus des Kindes und der Jugend“. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Das Sommerfest zugunsten krebskranker Kinder war zugleich auch der Startschuss für das Bauprojekt „Haus des Kindes und der Jugend“. Von sedi

Die Bezeichnung „Tag der offenen Tür“ war leicht irreführend bei der Veranstaltung, die am Samstagnachmittag von der Elterninitiative krebskranker Kinder durchgeführt wurde – sie fand nämlich ganz ohne Türen als Sommerfest im Freien statt. Vor der Frauen- und Kinderklinik waren zwei große Zelte aufgebaut worden, die bei regnerischer Witterung auch bitter nötig waren.

Zu Würstchen, Kaffee und Kuchen gekommen waren neben Kindern und Eltern auch die Unterstützer: Zum einen die Goldwing-Freunde aus Lieg an der Mosel, zum anderen die Porsche-Freunde Saar-Mosel. Auch Toni Palumbo aus Mondorf, der als DJ mit seinen Oldie-Partys im Laufe der Jahre 125 000 Euro an Spenden eintreiben konnte, war anwesend. Außerdem sorgte Clown Kuni für Unterhaltung. Während wegen des Wetters Motorradfahrten gar nicht stattfanden, konnten Kinder wenigstens mal in einem echten Porsche übers Klinikgelände gefahren werden. Die Porschefreunde hatten einst den Kontakt zur Elterninitiative bekommen, weil eine ihnen bekannte Familie von einer Krebserkrankung betroffen war. „Wir machen jedes Jahr ein großes Fest in Saarlouis, da sammeln wir auch Spenden ein“, erzählte Petra Kösling, Frau des Vorsitzenden der Porschefreunde Ronald Kösling. „Da haben wir uns gefragt, wohin wir das Geld geben können, vor allem im Hinblick darauf, dass das Geld auch ankommt. Da war das dann ganz schnell klar, dass es zu dieser Elterninitiative gehen würde, weil wir die gekannt haben.“ In diesem Jahr hatte der Verein eine Spende von 1500 Euro sowie einen Playmobil-Porsche dabei. Außerdem war man mit sieben Fahrzeugen nach Homburg gekommen, darunter auch ein alter und besonders schöner Porsche 928.
Für Ina Ruffing, zweite Vorsitzende der Initiative, war es auch aus anderen Gründen ein besonderer Tag: „Heute gab es den offiziellen Startschuss für den Bau des Hauses des Kindes und der Jugend.“

Auf dem Grundstück am Warburgring, wo die Arbeiterwohlfahrt (Awo) einen Kindergarten baut, soll das Haus der Initiative entstehen. Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind wurde während der Feier der Bauantrag übergeben, Neugierige konnten auch schon die Baupläne betrachten. Auf dem Außengelände ist ein gemeinsamer Spielplatz mit der Awo geplant. Das dreistöckige Gebäude, dessen Keller auch genutzt werden soll, wird vollkommen barrierefrei sein; außerdem soll jeder Raum mindestens eine Doppelfunktion besitzen.



Neben Verwaltungstrakt und verschiedenen Mehrzweckräumen sind drei Doppelzimmer und zwei Apartments das Herzstück des Hauses. In ihnen sollen betroffene Familien untergebracht werden, um während der Behandlungszeit ihrem Kind nahe sein zu können. Außerdem können in dem Gebäude Forschungsprojekte durchgeführt werden sowie Veranstaltungen wie Lesenächte oder Eltern-Stammtische. „Im Moment haben wir an Baukosten 2,6 Millionen Euro veranschlagt, da ist auch die Inneneinrichtung dabei“, sagte Ina Ruffing. Obwohl die Pläne schon gemacht sind, stünde die Finanzierung des Neubaus noch nicht ganz. Aber die zweite Vorsitzende ist diesbezüglich guter Dinge: „Der ehemalige Landrat Clemens Lindemann, der ja auch Gründungsmitglied bei uns ist, hat uns bestärkt, das Haus zu bauen. Er hat gesagt: ‚Das schaffen wir auf jeden Fall.‘ Ich habe sowieso ein gutes Bauchgefühl, aber wenn der das auch noch sagt – dann kriegen wir das hin.“ Wenn alles gut geht, will die Elterninitiative in zwei Jahren die Einweihung feiern.