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| 22:11 Uhr

Einsatz in Männerberufen

Hannah Moschel verschaffte sich unter den Augen von Johannes Lorang am UKS einen Einblick ins Berufsbild eines Kfz-Mechatronikers, Reifenwechsel inbegriffen. Foto: Thorsten Wolf
Hannah Moschel verschaffte sich unter den Augen von Johannes Lorang am UKS einen Einblick ins Berufsbild eines Kfz-Mechatronikers, Reifenwechsel inbegriffen. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Interesse an technischen Berufen haben sie – Möglichkeiten des Schnupperns gab es für Mädchen am Girls' Day am Uniklinikum in Homburg. Die Ausbilder dort geben Mädchen gerne eine Chance. Sie würden auch Praktika vergeben. Thorsten Wolf

Beherzt greift die 14-jährige Hannah Moschel ans Rad und wuchtet es vom Auto. Geschafft, ein weiterer Reifen ist runter. Aufmerksam wacht Johannes Lorang, Kfz-Mechatroniker am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg , über Hannahs Arbeitseinsatz "am lebenden Objekt". Bei eben dem handelt es sich um eines der vielen Dienstfahrzeuge, jetzt zur Inspektion in der Autowerkstatt des UKS. Dass Hannah, eigentlich Schülerin der IGS Contwig, an diesem Donnerstagmorgen nicht Schulbücher wälzt, sondern an Autos rumschraubt, hat einen einfachen Grund: Sie ist eines von 15 Mädchen , die gestern beim Girls' Day 2016 auf dem Campus mal in Männerberufe reinschnuppern will. Und davon bietet der Bereich Technik des UKS jede Menge. Am Klinikum gibt es eben eine eigene Autowerkstatt, aber auch eine Schreinerei, Fliesenleger, Buchdrucker, Maler, Elektriker und vieles mehr - eben alles, was man neben Ärzten und Pflegern auch dringend benötigt. Für Hannah und die anderen Mädchen bietet sich so die Möglichkeit, auf einen Schlag eine ganze Reihe von "Männerberufen" kennen zu lernen.

Hannah selbst sieht das Ganze dabei nicht nur als eine Art von Kurzpraktikum und Kennenlernen, sondern zieht schon ganz praktischen Nutzen aus dem, was ihr geboten wird. "Am meisten interessiert mich tatsächlich jetzt hier der Reifenwechsel, weil ich finde, dass man schon wissen muss, wie das geht. Deswegen ist das heute schon praktisch." Grundsätzlich, erzählt die junge Schülerin zwischen zwei Reifen-Demontagen, interessiere sie sich schon für einen technischen Beruf, "ich könnte mir nach dem Abitur schon vorstellen, ein Ingenieur-Studium zu machen." Dass sie dafür Talent hat, das bestätigt Johannes Lorang. "Die Mädchen , die jetzt hier sind, stellen sich richtig gut an." Sie könnten also - wenn sie nur wollten, die jungen Frauen. Dessen ist sich auch Lorangs Chef, Werkstattleiter Andreas Faul, sicher. "Der Beruf entwickelt sich immer mehr in Richtung Mechatronik. Deswegen ist er für junge Mädchen schon interessant. Zumal die körperlichen Anforderungen immer weniger werden, weil die Elektronik in Fahrzeugen immer wichtiger wird."

Trotz dieser eigentlich guten Voraussetzungen hat Stefanie Hugo, die Frauenbeauftragte des UKS, beim Thema "Frauen in Männerberufe" noch einige Arbeit vor sich. So seien im Bereich Technik unter rund 150 Beschäftigten gerade mal fünf Frauen - und nur eine arbeite tatsächlich in einem technischen Beruf. "Wir würden uns da schon mehr Frauen wünschen. Wir geben Mädchen gerne eine Chance, auch mit entsprechenden Praktika ."

Zum Thema:

Auf einen Blick Am "Girls' Day" öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in Informationstechnologie, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Der "Girls' Day" ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit dem Start im Jahr 2001 nahmen 1,5 Millionen Mädchen teil. red