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Einöd ist wieder Haltepunkt

Letzte Arbeiten am Haltepunkt Einöd Saar. Foto: Thorsten Wolf
Letzte Arbeiten am Haltepunkt Einöd Saar. Foto: Thorsten Wolf
Einöd. Die Praxis von Dr. Karl Schuberth in Einöd war gestern reichlich voll: Husten, Schnupfen, Darmverstimmung - das übliche volle Programm. Doch Schuberth, der neben seinem Beruf auch noch Ortsvorsteher von Einöd ist, nahm sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit unserer Zeitung Von SZ-Redakteurin Christine Maack

Einöd. Die Praxis von Dr. Karl Schuberth in Einöd war gestern reichlich voll: Husten, Schnupfen, Darmverstimmung - das übliche volle Programm. Doch Schuberth, der neben seinem Beruf auch noch Ortsvorsteher von Einöd ist, nahm sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit unserer Zeitung.Kein Wunder, dass er bestens gelaunt war: Prima sei das, ein wunderbarer Tag für Einöd: "Nach 20 Jahren sind wir wieder Bahnstation. Der Ortsrat hat dafür seit 1990 gekämpft, das war schon vor meiner Zeit als Ortsvorsteher."

Wenn am Sonntag um 7.40 Uhr der erste Zug in Richtung Pirmasens Nord halte, steige eine größere Delegation Einöder Bürger ein, um bis nach Stammbach in die Pfalz zu fahren, "denn denen geht's genau wie uns, die sind auch wieder Haltepunkt auf der Strecke Pirmasens-Saarbrücken geworden", freut sich Schuberth.

Keine Frage, dass zusammen mit den Stammbachern dann gemeinsam gefeiert wird, egal, wie früh am Tag es noch ist. Der erste Zug sei nun einmal ein Symbol, findet Ortsvorsteher Schuberth. Er und seine Vorgänger haben seit Jahren die Fahne hochgehalten: "Einöd sollte als Bahnstation nicht vergessen werden, wir waren immer wieder bei den Bahn-Vertretern, um dort an unser Anliegen zu erinnern."



Die Einöder Bürger hätten nicht mehr daran geglaubt, amüsiert sich Schuberth: "Als ich gesagt habe, das klappt jetzt, wollten mir viele einfach nicht glauben." Doch das hat sich schnell geändert.

Sobald tatsächlich sicher war, dass die Bahnlinie Saarbrücken-Zweibrücken mit stündlichen Stopps am Einöder Bahnhof - er heißt übrigens offiziell "Einöd-Saar" - eingerichtet würde, seien mehrere Wander- und Pensionärsvereine buchstäblich auf den neuen Zug aufgesprungen: "Die haben schon fürs Frühjahr Gruppenfahrten gebucht. Das ist doch super, man hat jetzt Zugang zu sämtlichen Wanderwegen und Weinfesten in der Pfalz und braucht dazu kein Auto mehr."

Auch die Einwohnerzahl von Einöd könne damit steigen, vermutet Schuberth: "Wir werden damit vor allem für Studenten als Wohnort attraktiv, weil die Studenten nun sowohl nach Homburg als auch bequem nach Saarbrücken kommen."

Zur Erinnerung: Bereits 1986 stand für die damalige Deutsche Bundesbahn fest, dass der Haltepunkt Einöd aufgegeben werden sollte. Proteste halfen nichts. 1989 wurde im Mai der Teilabschnitt Schwarzenacker-Einöd stillgelegt, zwei Jahre später erfolgte das Ende der Bliestalbahn und damit auch das Ende von Schwarzenacker als Haltepunkt. Jetzt ist die Freude groß, dass Einöd erneut an der Verbindung zwischen Pfalz und Saarland liegt.

Auf einen Blick

Die Strecke zwischen Pirmasens Nord und Saarbrücken führt von Einöd über Bierbach, Lautzkirchen, Niederwürzbach nach Saarbrücken. Sie fährt stündlich in beide Richtungen: um 40 nach Pirmasens, um 17 nach in Richtung Saarbrücken. red