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Einkaufsgalerie für Homburg

 Auf dem Enklerplatz parken derzeit noch die Autos. Auf der gesamten Fläche des Platzes ist eine riesige Einkaufsgalerie geplant. Foto: PM/Thorsten Wolf
Auf dem Enklerplatz parken derzeit noch die Autos. Auf der gesamten Fläche des Platzes ist eine riesige Einkaufsgalerie geplant. Foto: PM/Thorsten Wolf
Homburg. Das Geheimnis ist gelüftet: Die Einkaufs-Center Entwicklungsgesellschaft (ECE) aus Hamburg will auf dem Homburger Enklerplatz eine Einkaufsgalerie bauen. Erste Pläne wurden in der vergangenen Woche in nichtöffentlicher Bauausschusssitzung präsentiert Von Merkur-Mitarbeiter Peter Neuheisel

Homburg. Das Geheimnis ist gelüftet: Die Einkaufs-Center Entwicklungsgesellschaft (ECE) aus Hamburg will auf dem Homburger Enklerplatz eine Einkaufsgalerie bauen. Erste Pläne wurden in der vergangenen Woche in nichtöffentlicher Bauausschusssitzung präsentiert. Das bestätigte gestern der Homburger Paul Neupert, dessen Bauträger-Gesellschaft die Entwicklung gemeinsam mit ECE vorantreibt, auf Nachfrage unserer Zeitung. ECE ist ein Hamburger Familienunternehmen, das 1965 vom Versandhaus-Pionier Werner Otto gegründet wurde. Seit zehn Jahren führt dessen jüngster Sohn Alexander die Firma. Die Gesellschaft ist europäischer Marktführer bei Entwicklung und Bau innerstädtischer Einkaufszentren und managt derzeit europaweit 130 Galerien. Im Saarland ist ECE bekannt durch das Saarpark-Center in Neunkirchen. Die neu gestaltete Europa-Galerie in Saarbrücken eröffnet noch in diesem Oktober.Nach den Worten von Paul Neupert kann sich ECE in Homburg eine Einkaufsgalerie mit einer Verkaufsfläche von 18 000 Quadratmetern und 600 Parkplätzen vorstellen. Gemeinsam mit Neuperts Bauträger GmbH mit Sitz in der Homburger Talstraße seien bereits 12 000 Quadratmeter Grundstücke auf dem Enklerplatz notariell gesichert. Beraten wird Neupert übrigens vom früheren Homburger und Saarbrücker Baudezernenten Dieter Ehrmanntraut. Neupert: "Ihm ist es zu verdanken, dass ECE hierher kommt." Seit vier Jahren laufen nun schon die Planungen für das Projekt auf dem Enklerplatz. Ehrmanntraut legte gegenüber unserer Zeitung großen Wert darauf, dass auch drei Anwesen in der Eisenbahnstraße in geplante Bauvorhaben integriert werden. "Damit wird die Fußgängerzone direkt angebunden. Wir wollten nicht, dass das neue Center abseits für sich allein steht."

Insgesamt befindet sich das Bauvorhaben noch in einem "sehr frühen Planungsstadium". Als Nächstes seien das Bauplanungsrecht zu prüfen und Fachgutachten einzuholen, um die Planung gemeinsam mit der Stadt abzustimmen. Es ist aber davon auszugehen, dass in der Galerie, die sich von der Eisenbahnstraße bis hin zur Straße Am Mühlgraben erstrecken wird, 80 bis 100 Geschäfte angesiedelt werden. Der Haupteingang werde in der Eisenbahnstraße liegen, ein weiterer Eingang in der Talstraße. Das Parkhaus soll vom Mühlgraben her für den Autoverkehr erschlossen werden, wie heute schon der Parkplatz. Als Baustart fasst man den Herbst 2011 ins Auge. Die Eröffnung könnte dann Ende 2013 sein.

Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner ist froh, dass mit der ECE ein Investor gefunden wurde, "der nicht nur das Haus errichten, sondern auch als Betreiber der Galerie bleiben wird". Die Firmenchefs hätten zugesagt, dass es keinen Verdrängungswettbewerb geben werde. Man wolle vielmehr das vorhandene innerstädtische Angebot ergänzen. Schöner: "Die Philosophie von ECE, die Innenstadt zu stärken, kommt uns sehr entgegen." Den Zeitfahrplan für das Projekt sieht der OB als realistisch an. Läuft alles glatt, könnte der Stadtrat im Frühjahr über das Planungsrecht entscheiden.



Meinung

Als Chance verstehen

Von Merkur-MitarbeiterPeter Neuheisel

Die Sensation ist perfekt - eine, die man nach dem Scheitern des Vauban Carrees in der Talstraße eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hat. Homburg bekommt nun doch ein Einkaufszentrum. Nicht irgendeinen Markt, den es überall sonst wo auch gibt. Nein, Marktführer ECE will auf dem Enklerplatz bauen.

Wer an ECE denkt, dem fällt natürlich gleich das Saarpark-Center im benachbarten Neunkirchen ein, das seit zwei Jahrzehnten Unmengen von Kunden in die einstige Stahlstadt lockt. Mit einem ähnlichen Ansturm darf dann wohl auch Homburg rechnen. Denn 80 bis 100 Läden unter einem Dach und zudem noch bestens an die Fußgängerzone angebunden, versprechen einiges. Die Einkaufsstadt dürfte an Attraktivität weiter hinzu gewinnen, nachdem es in den vergangenen Jahren nach der Ansiedlung von H & M bereits aufwärts gegangen ist. Klar ist aber auch, dass das Kunden-Einzugsgebiet Homburgs sich mit einem solchen Magneten zwangsläufig vergrößern wird. Mehr Kunden werden sich nicht nur im dann neuen Center, sondern auch in der bestehenden Innenstadt wiederfinden. Sicherlich wird es in Homburg auch Kritiker des Projektes geben, alles andere würde verwundern. Aber man sollte das Mammutvorhaben auf dem Enklerplatz zunächst einmal als große Chance, weniger als Gefahr, ansehen.