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Eingeschränktes Fußballvergnügen

Dieses Bild hat vorerst einen historischen Wert: Sollte es, je nach Erfolg der DFB-Kicker bei der EM in Frankreich, überhaupt zu einem Public Viewing in Homburg kommen, dann wird das nicht mehr auf dem historischen Marktplatz, sondern auf dem Christian-Weber-Platz stattfinden. Foto: Thorsten Wolf
Dieses Bild hat vorerst einen historischen Wert: Sollte es, je nach Erfolg der DFB-Kicker bei der EM in Frankreich, überhaupt zu einem Public Viewing in Homburg kommen, dann wird das nicht mehr auf dem historischen Marktplatz, sondern auf dem Christian-Weber-Platz stattfinden. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Es wäre so einfach: Leinwand aufstellen, Projektor anschmeißen, fertig ist die Fußballshow. Doch dem ist nicht so, denn fürs öffentliche Fußball-Gucken verlangen die Verbände, dass hohe Auflagen erfüllt und Gebühren bezahlt werden, die die Stadt sich kaum noch leisten kann. Thorsten Wolf

Am 10. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Für den aktuellen Weltmeister Deutschland eine gute Gelegenheit, die Titelsammlung vielleicht noch ein bisschen zu erweitern. In Homburg waren in den vergangenen Jahren große Fußballturniere immer auch die Stunden eines großen, gemeinschaftlichen Zuschauens unter dem Stichwort "Public Viewing" versammelten sich die Fans vor der großen Leinwand auf dem historischen Marktplatz.

Im Juni 2016 könnte sich das deutlich ändern. Wie Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind bestätigte, wird es zwar grundsätzlich die Möglichkeit geben, Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu schauen - allerdings nur stark eingeschränkt. So ist derzeit geplant, frühestens ab dem Erreichen des Viertelfinales durch die DFB-Kicker in die öffentliche Übertragung einzusteigen.

Geschuldet sei dies der schlechten Finanzlage der Stadt und dem damit verbundenen Haushaltssanierungsplan. "Aufgrund der nötigen Einsparungen haben wir uns anlässlich der Haushaltsklausurtagung im vergangenen Jahr darauf verständigt, ein Public Viewing nur sehr stark eingeschränkt anzubieten", so Schneidewind gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei seien es weniger die Lizenzgebühren für die Übertragung, die die leeren Kassen der Stadt bei einem Public Viewing belasteten.

Das richtig Teure, so Schneidewind, seien vielmehr die Auflagen, die UEFA und FIFA den Veranstaltern eines solchen Public Viewings auferlegten. "Es sind umfangreiche Absperrungen und auch ebenso umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gefordert", erläuterte der Verwaltungschef. Um ein Bild von den entstehenden Kosten zu vermitteln, nannte Homburgs OB eine Summe von rund 80 000 Euro, die das Public Viewing anlässlich der letzten Fußball-Weltmeisterschaft gekostet habe. "Und hier ist unser eigenes Personal noch gar nicht eingerechnet."

Schneidewind teilte ebenfalls mit, dass - wenn es denn zu einem Public Viewing komme - dieses nicht wie in den Jahren zuvor auf dem Historischen Marktplatz stattfinden werde, sondern auf dem Christian-Weber-Platz. Homburgs OB begründete diesen Umzug mit der einfacheren Logistik dort.

Der Christian-Weber-Platz sei einfacher in Teilen abzusperren und mit entsprechenden Sicherheitskräften auszustatten. Auch wolle man diesmal den Gewerbetreibenden in der Homburger Altstadt und am historischen Marktplatz entgegen kommen. In der Vergangenheit seien Public Viewings für die Geschäfte dort immer auch mit Einschränkungen verbunden gewesen, so durch das Sperren der Saarbrücker Straße im Bereich des Marktplatzes. Damit sei es vielen Kunden, die gar nicht am öffentlichen Fußball-Schauen teilnehmen wollten, nicht möglich gewesen, ihre Ziele in der Homburger Altstadt ohne Mühe zu erreichen. Vor diesem Hintergrund sei ein Umzug auf den Christian-Weber-Platz die bessere Lösung.

Damit steht nun offiziell fest: Es hängt vom Erfolg der Nationalmannschaft ab, ob es zum beliebten Public Viewing kommt. Sollte für die DFB-Kicker vor dem Viertelfinale Schluss sein, dann wird es auch keine großen Fußballpartys geben. Auf der Internet-Plattform Facebook sorgte diese Ankündigung schon gestern für viel Unmut und Enttäuschung. Das mag nicht verwundern - erinnern sich doch wohl noch viele an die schönen Homburger Momente beim Sommermärchen 2006 und beim Titelgewinn 2014.