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Vom 11. bis 15. Juni
Eine Woche voller Wissenschaft

Ist immer für eine Warteschlange gut: das Angebot „Gipsverbände anlegen“ bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“ auf dem Campus der Uniklinik – hier ein Foto aus dem Vorjahr. Später sind dann bei der Party viele bunte eingegipste Arme zu sehen.
Ist immer für eine Warteschlange gut: das Angebot „Gipsverbände anlegen“ bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“ auf dem Campus der Uniklinik – hier ein Foto aus dem Vorjahr. Später sind dann bei der Party viele bunte eingegipste Arme zu sehen. FOTO: Rüdiger Koop/UKS / Rüdiger Koop
Homburg. Mit einem Vortrag aus der Zahnmedizin beginnt am Montag, 11. Juni, die Hochschulwoche. Höhepunkt ist dabei die „Lange Nacht der Wissenschaften“ am Freitag mit einem Blick hinter die Kulissen auf dem Campus der Uniklinik. Von Ulrike Stumm

Die runde 60 hat die Hochschulwoche noch nicht geknackt. Aber sie ist nah dran. Zum 57. Mal steht Homburg ab Montag, 11. Juni, eine Woche lang im Zeichen der Wissenschaften. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Willi-Günther Haßdenteufel. Er ist der Vorsitzende der Volkshochschule Homburg (VHS), und ihm ist bei diesem Veranstaltungspaket besonders wichtig, dass die Kooperation zwischen den Partnern, die dies gemeinsam stemmen, funktioniert: Neben der VHS sind das die Stadt Homburg, die medizinische Fakultät der Saar-Uni, eingebunden ist auch das Universitätsklinikum.

Den Bürgern, so Haßdenteufel, soll durch die Woche die Möglichkeit eröffnet werden, dass sie in solche Veranstaltungen gehen. Und speziell mit der Wissenschaftsnacht könne den Menschen auch die Schwellenangst genommen werden, einfach dadurch, indem sie erfahren, wie Lehre, Pflege, Forschung im Uniklinikum funktionieren. So etwas gehört für ihn zum weiten Themenfeld der Fort- und Weiterbildung, dem Auftrag der VHS.

Für Haßdenteufel ein Ziel: Es soll wieder einmal eine richtige Hochschulwoche geben, in dem Sinne, dass wirklich an jedem Tag etwas angeboten wird. Da sei man diesmal auf einem guten Weg. Eine Pause gibt es lediglich am Mittwoch.



Eröffnet wird die Hochschulwoche am Montag, 11. Juni, um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses, Am Forum. Neben Haßdenteufel werden hier Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und der Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Michael Menger, sprechen. Danach steht der Festvortrag an, in dem jedes Jahr unterschiedliche medizinische Themen aufgegriffen werden. Diesmal geht es um den Ersatz defekter und verloren gegangener Zähne. Sprechen wird Professor Matthias Karl, Direktor der Uni-Klinik für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde. Musikalisch umrahmt wird der Abend von der Uni-Bigband.

Am Dienstag, 12. Juni, 19 Uhr, laden Professor Berthold Seitz und sein OP-Team Interessierte in den Hörsaal der Klinik für Augenheilkunde, Gebäude 22, auf dem UKS-Campus, ein. „Die Wunderwelt der Augenchirurgie“ heißt das Thema. Zu sehen sind kommentierte Operationsvideos für Laien.

Der Donnerstagabend, 14. Juni, 20 Uhr, gehört dann der Musik. Wie gewohnt wird ein Meisterkonzert im Rahmen der Hochschulwoche angeboten. Der Star-Perkussionist Simone Rubino ist erstmals im Saarland bei den Homburger Meisterkonzerten zu Gast. Nach der Auflösung des ursprünglich angekündigten Eseguesi Percussion-Quartetts präsentiert Rubino im Saalbau sein Soloprogramm „Immortal Bach“. Hier kann man sich dann unter anderem anhören, wie sich Johann Sebastian Bachs Prélude aus der Cello-Suite Nummer drei, C-Dur, in der Percussion-Version anhört. Der 1993 in Turin geborene Rubino ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Karten sind beim Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Homburg, Tel. (06841) 10 11 66, erhältlich oder online bei Ticket regional.

Freitag, 15. Juni, steht dann schon das Finale an: die „Lange Nacht der Wissenschaften“, zu der die medizinische Fakultät der Saar-Uni und das Universitätsklinikum (UKS) auf den UKS-Campus einladen, übrigens gibt es diese Art des Blicks hinter die Kulissen bereits zum 13. Mal. Von 16 bis 22 Uhr kann man zwischen weit über 100 Angeboten für die ganze Familie wählen. Von begehbaren Organmodellen – in diesem Jahr Herz und Niere – über Vorträge bis zur Möglichkeit, selbst mitzumachen. Es geht zum Beispiel darum, wie Herz und Seele aufeinander wirken, aber auch ums Hören oder den Zusammenhang von Schlaf und Licht. Man kann sich an einem OP-Simulator oder beim Ultraschall versuchen. Bei Führungen gewinnen die Besucher Einblicke etwa in den Schockraum, den Kreißsaal und das Zentrallabor Im Rahmen des wissenschaftlichen Forums der Paul-Fritsche-Stiftung wird zudem ein Streitgespräch zum Themenfeld Tierethik, Tierschutz, Tierexperimente angeboten.

Weil immer auch viele Kinder zur Wissenschaftsnacht kommen, gibt es speziell für sie viel Interessantes. Im Programm sind diese Angebote mit einem Symbol versehen, online findet man sogar ein eigenes Kinderprogramm. Da geht es dann etwa in der Gehirnwerkstatt darum, warum man sich Unnötiges, aber Spannendes viel besser merken kann als Wichtiges, jedoch Langweiliges. An anderer Stelle wird geklärt, wie laut das eigene Smartphone eigentlich ist. Und natürlich wird wieder gezeigt, wie man Gipsverbände anlegt, außerdem kann man bei einer Bären-OP die Gummibären retten. Das Zentrum der Wissenschaftsnacht ist die Festwiese am Haupteingang des Klinikums. Hier gibt es Live-Musik sowie Essen und Getränke. Per Bimmelbahn fahren Besucher kostenlos durch das Gelände.

Infos findet man im Internet unter www.uks.eu/langenacht

Simone Rubino, Solo-Percussionist, ist beim Meisterkonzert am 14. Juni zu hören.
Simone Rubino, Solo-Percussionist, ist beim Meisterkonzert am 14. Juni zu hören. FOTO: Marco Borggreve / marcoborggreve
Willi Haßdenteufel, Vorsitzender der VHS, freut sich auf das Programm der Hochschulwoche.
Willi Haßdenteufel, Vorsitzender der VHS, freut sich auf das Programm der Hochschulwoche. FOTO: Ulrike Stumm
Die „Lange Nacht der Wissenschaften“ ist Abschluss und Höhepunkt der Hochschulwoche. Auf dieser Aufnahme aus dem Vorjahr beobachten Kinder eine Doppler-Sonographie.
Die „Lange Nacht der Wissenschaften“ ist Abschluss und Höhepunkt der Hochschulwoche. Auf dieser Aufnahme aus dem Vorjahr beobachten Kinder eine Doppler-Sonographie. FOTO: Rüdiger Koop