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Eine gestohlene Stunde

Homburg. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird uns eine Stunde Zeit geraubt. Da die Sommerzeit beginnt, werden die Uhren um 2 Uhr in der Nacht um eine Stunde vorgestellt. Aber wie stecken die Menschen eine Stunde weniger Schlaf weg? Macht sich die Zeitumstellung im Alltag bemerkbar? Wir haben uns in der Region umgehört Von Merkur-Mitarbeiterin Lisa Caroline Schuler

Homburg. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird uns eine Stunde Zeit geraubt. Da die Sommerzeit beginnt, werden die Uhren um 2 Uhr in der Nacht um eine Stunde vorgestellt. Aber wie stecken die Menschen eine Stunde weniger Schlaf weg? Macht sich die Zeitumstellung im Alltag bemerkbar? Wir haben uns in der Region umgehört. Viele Menschen berichten über Schwierigkeiten, nach dem Wochenende den gewohnten Rhythmus beizubehalten. "Ich brauche zu Beginn der Sommerzeit fast zwei Monate, bis sich alles wieder eingependelt hat. In dieser Zeit bin ich ständig müde", berichtet Erzieherin Judith Frohnhöfer. Bei den Kindergartenkindern, die sie in der Limbacher "Pusteblume" betreut, kann sie jedoch keine Probleme feststellen: "Die stecken das locker weg". Martina Heinzelmann glaubt, dass jedes Kind ganz individuell reagiere: "Manche Kinder sind morgens sehr müde, aber es gibt auch viele, denen das frühere Aufstehen gar nichts ausmacht", erklärt die Leiterin der Kita Pusteblume in Limbach. "Durch die Zeitumstellung kann ich am Samstag eine Stunde weniger weg gehen und komme dann die nächsten Tage schwerer aus dem Bett. Aber da ich oft bis 20 Uhr arbeiten muss, freue ich mich, wenn es länger hell ist", erzählt Dominik Paul aus Homburg. Susanne Honig hält die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit für Unsinn: "Mein ganzer Rhythmus wird durcheinandergebracht. Ich würde Winter- und Sommerzeit am liebsten abschaffen", klagt sie. Auch Annette Wolff stört die Zeitumstellung: "Das ist völliger Quatsch. Dass es abends länger hell ist, bringt mir gar nichts". Vor allem für Menschen, die sehr früh morgens zur Arbeit müssen, sind die ersten Tage der Sommerzeit besonders anstrengend. Auch Gemüsehändler Manfred Schramm merkt das: "Wir müssen morgens um drei Uhr raus, wenn Markt ist. So müssen wir um zwei Uhr aufstehen". Patrick Becker hingegen, der als Händler ebenfalls früh aufstehen muss, kann nicht verstehen, dass die Leute sich beklagen: "Das ist viel Luft um nichts, und das nur wegen einer Stunde. Da trinke ich morgens einen Kaffee mehr, und dann geht das." Cedric Ehrmann aus Homburg sieht in der verlorenen Stunde mehr Positives: "Klar, eine Stunde weniger Schlafen findet niemand gut. Aber dafür ist es dann abends noch hell, wenn ich nach der Arbeit ins Fußballtraining gehe." Auch Frank John, Limbacher Ortsvorsteher, sieht das so: "Für mich könnte immer Sommerzeit sein. Ich genieße es, wenn's abends länger hell ist, da kann man draußen noch Sport treiben." Und was denkt Ministerin Kramp-Karrenbauer, die in Homburg zu Besuch war? "Mich persönlich stört die Sommerzeit nicht. Aber als meine Kinder noch klein waren, habe ich deutlich gespürt, dass sie für einige Tage etwas aus dem Rhythmus kamen."