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Ein Zeichen für die Freiheit

Homburg. Als sichtbares Zeichen der Erinnerung an den Kämpfer für Freiheit und Demokratie, Johann Georg August Wirth, der zeitweilig in Homburg wohnte, prangt jetzt eine Erinnerungstafel in der Homburger Eisenbahnstraße am Haus mit der Nummer 11 Von Merkur-Mitarbeiter Bernhard Reichhart

Homburg. Als sichtbares Zeichen der Erinnerung an den Kämpfer für Freiheit und Demokratie, Johann Georg August Wirth, der zeitweilig in Homburg wohnte, prangt jetzt eine Erinnerungstafel in der Homburger Eisenbahnstraße am Haus mit der Nummer 11. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde enthüllte Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner am Samstag vor zahlreichen interessierten Gästen die neue Tafel. Anlässlich der Enthüllung dieser Tafel war auch der Ururenkel von Wirth, Dr. Christoph Müller-Wirth, aus Karlsruhe angereist.Zur Erinnerung: Der Journalist Johann Georg August Wirth wohnte zeitweilig in Homburg und war am 27. Mai 1832 zusammen mit seinem Mitstreiter Philipp Jakob Siebenpfeiffer einer der Mitinitiatoren und einer der Hauptredner des Hambacher Festes.

Vor der Enthüllung der Gedenktafel hatten sich die Besucher am Homburger Rondell getroffen. Hier steht bekanntlich der so genannte Freiheitsbrunnen, der an die Freiheitsbestrebungen der Deutschen im 19. Jahrhundert erinnert, auch mit Motiven aus dem Leben und Wirken von Wirth und Siebenpfeiffer.

Oberbürgermeister Schöner, der seit 2009 stellvertretender Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung ist, wies auf die Bedeutung des Journalisten Wirth für die Stadt Homburg, aber auch von Siebenpfeiffer für den Saarpfalz-Kreis hin. 180 Jahre nach dem Aufruf von Wirth, dem Kämpfer für "Freiheit und Demokratie an die Volksfreunde in Deutschland" am 21. April 1832, nehme er zum Anlass, dieses historische Ereignis an geschichtsträchtiger Stätte in Erinnerung zu rufen, so Schöner, der ein Bild mit dem Porträt des Demokraten und Journalisten Wirth in seinem Büro hängen hat. Um die Geschichte von Wirth weiter aufzuarbeiten, setze er auch auf die Anregungen von Lehrer Eberhard Jung vom Saarpfalz-Gymnasium, so Schöner.



Klaus Kell, Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus der Stadt Homburg, bezeichnete das Gebäude in der Eisenbahnstraße 11 bis 13 als "eine wichtige Ecke" in der Stadt und erinnerte an den einstigen Druckort der Deutschen Tribüne und der Wohnung der Familie Wirth. Gleichzeitig mit dem Anbringen der Wirt-Erinnerungstafel sei nach 180 Jahren eine neue Deutsche Tribüne - Aktuelles-Historisches" in der Herausgeberschaft des Homburger Journalisten Helmut Hofmann und des Verlegers Christof Müller-Wirth aus Karlsruhe als Online-Magazin unter www.deutsche-tribuene offiziell ins Netz gestellt worden, so Hofmann. "Wir haben sie wieder aufleben lassen", betonte Hofmann, welcher sich in einem Arbeitskreis mit Wirth, dem Streiter für die Meinungsfreiheit, intensiv beschäftigt. Der Aufruf vom Hambacher Fest sei "eigentlich ein Homburger Aufruf oder Homburger Forderungen", meinte Verleger Christof Müller-Wirth. So habe Wirth 21 Forderungen formuliert, welche das ganze Rechtswesen zum Inhalt hatte. "Homburg ist ein wichtiger Ort für die deutsche Geschichte," stellte der Ururenkel von Johann Georg August Wirth fest.

Auf einen Blick

Der Saarpfalz-Kreis mit Sitz in Homburg ist Initiator der Siebenpfeiffer-Stiftung, die seit 1989 besteht. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, historische Ereignisse und Persönlichkeiten zu erforschen, die im Vormärz die Grundlagen für unsere heutige demokratische Verfassung gelegt haben. Sie verleiht unter anderem den Siebenpfeiffer-Preis und gibt eine Buchreihe heraus. Verwaltet wird die Stiftung durch einen elfköpfigen Vorstand. Seit der Gründung 1989 bekleidet Landrat Clemens Lindemann das Amt des Vorsitzenden. Stellvertretender Vorsitzender ist seit April 2009 Karlheinz Schöner, Oberbürgermeister von Homburg. red