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Überleben im Winter
Ein Winterquartier für die Amphibien

 Harte Arbeit für den Artenschutz: Eine Tonne an Steinen wurde auf das schon vorhandene Winterquartier für die Amphibien des Gänseweihers gelegt.
Harte Arbeit für den Artenschutz: Eine Tonne an Steinen wurde auf das schon vorhandene Winterquartier für die Amphibien des Gänseweihers gelegt. FOTO: Sebastian Dingler
Bexbach. Das Gelände am Bexbacher Gänseweiher wurde jetzt noch einmal mit einer neuen Schicht Steine aufgewertet. Von Sebastian Dingler

Was im vergangenen Jahr am Bexbacher Gänseweiher begonnen wurde, wurde jetzt noch mal verfeinert: Das „Hibernarium“, das Winterquartier für die im Gänseweiher beheimateten Amphibien, wurde ein weiteres Mal mit einer Tonne wasserfester Steine aufgewertet. Schon im vergangenen Herbst wurde die direkt neben dem Gewässer gelegene Grube mit großen Gesteinsbrocken zur Hälfte gefüllt und mit Holzstücken abgedeckt. Jetzt kam eine neue Schicht Steine hinzu.

Sinn des Ganzen ist es, den kälteempfindlichen Molchen, Fröschen und Kröten ein frostsicheres Winterquartier zu schaffen. Durch die Spalten zwischen den Steinen finden sie ihren Weg in jene tiefere Schichten, deren Temperaturen auch in strengen Wintern noch im Plusbereich liegen. Bei der Aktion arbeiteten mehrere Stellen zusammen: Zum einen die Firma Bahnlog, die die Steine bereitstellte und deren Pressesprecher Hubert Immesberger vor Ort war. Dann der Freiland-Biologe Christoph Bernd, der fürs Artenschutzprogamm von Bahnlog zuständig ist und die Arbeiten am Gänseweiher koordiniert. Und außerdem die nahegelegene Waldorfschule, die eine Patenschaft für den Teich übernommen hat (wir berichteten).

So entfernen die Schüler regelmäßig den zu starken Bewuchs von Wasserpflanzen und freuen sich darüber, wenn ihnen dabei eine Ringelnatter begegnet. Gut auch, dass die Waldorfschule das Fach „Arbeiten im Freigelände“ anbietet. Dort können sich handwerklich interessierte Schüler bewähren. Beim Auffüllen des Hibernariums waren Lehrer Joachim Karsten und seine Schüler Tristan Eckstein, Mathis Kreutz sowie Oskar Schöndorf beteiligt. Der schuleigene Traktor spielte auch eine wichtige Rolle, transportierte er doch die etwa eine Tonne schweren Steine von Bernds Anhänger ins schwierige Gelände.



Geschickt manövrierte der Elfklässler Mathis den reichlich betagten Fendt-Traktor um Baumstümpfe herum zum Ziel. Zunächst mussten die oben liegenden Holzstücke der Grube entfernt werden. Auf die Steinschicht vom vergangenen Jahr mussten anschließend die neuen Brocken gelegt werden – und zwar vorsichtig, denn es sei nicht ausgeschlossen, dass jetzt schon Tiere in der Grube sind, so Bernd. Zu guter Letzt wurden die Holzstücke wieder aufgelegt. Sie sorgen für eine gleichmäßige Feuchtigkeit und sollen nicht tiefer in der Grube liegen, da sie durch Verrotten die gewünschten Spalten wieder schließen würden. „Wir optimieren das Ganze jetzt, indem wir es größer machen“, meinte Bernd. „Je größer es ist, desto besser. Das Hibernationsquartier ist dann für mehr Tiere geeignet.“ Er schließe auch nicht aus, eines Tages noch eine zweite Grube anzulegen.

Dass solche vertieften Steinhaufen günstig für Amphibien sind, konnte in der Vergangenheit durch Beobachtung festgestellt werden: „Man kennt das aus anderen Bereichen, wo etwa Mauerreste verkippt worden sind. Da hat sich dann gezeigt, dass dort die meisten Amphibien überwintern. Das bauen wir dann auf ähnliche Weise nach“, sagt er unserer Zeitung.

Insgesamt ist der Biologe sehr zufrieden mit den Aktivitäten der Waldorfschule am Gänseweiher. „Ohne ein Pflegekonzept wäre das Gewässer längst verlandet. Da verbeuge ich mich vor der Schule, denn die ist dafür verantwortlich, dass das Gewässer noch als Lebensraum existiert. Gerade Amphibien brauchen heutzutage unsere Hilfe.“