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Kammermusiktage
Ein Programm voller neuer Ideen

Das Vogler-Quartett hat dank bester Beziehungen wieder einige Top-Musiker für die Kammermusiktage verpflichten können, darunter die Sängerin Christiane Oelze, den Geiger Jonian Kadesha, den Pianisten Jonathan Ware, den Gitarristen Christopher Brandt und die Cellistin Vashti Hunter.
Das Vogler-Quartett hat dank bester Beziehungen wieder einige Top-Musiker für die Kammermusiktage verpflichten können, darunter die Sängerin Christiane Oelze, den Geiger Jonian Kadesha, den Pianisten Jonathan Ware, den Gitarristen Christopher Brandt und die Cellistin Vashti Hunter. FOTO: Christian Kern
Homburg. Die Kammermusiktage haben eine Sängerin und einen Gitarristen dabei, ebenso einen musizierenden Neurologen. Von Christine Maack

Zwischen den vielen Musikveranstaltungen, die es in Homburg gibt, sollte man ein Ereignis nicht vergessen – die Kammermusiktage. Sie sind für Liebhaber ein Kleinod auf seit Jahren gleichbleibend hohem Niveau. Dafür sorgt nicht zuletzt das Vogler-Quartett, das in freundschaftlicher Verbundenheit zu den Homburger Organisatoren jedes Jahr dafür sorgt, dass in Homburg Musiker gastieren, die man sonst in einer Kleinstadt dieses Zuschnitts nur schwerlich antrifft.

Diesmal haben auch die Unterstützer und Freunde für besondere Schwerpunkte gesorgt, wie Sibylle Kößler und Eva Jungen anlässlich eines Besuchs in unserer Redaktion erklärten. Zum Beispiel hat Professor Gernot Feifel, emeritierter Chirurg am Uniklinikum, über seine Kontakte einen ungewöhnlichen Teilnehmer für die Kammermusiktage gewinnen können: den Mediziner und Musiker Professor Eckart Altenmüller.

Altenmüller studierte von 1974 bis 1981 Medizin in Tübingen und Paris und von 1979 bis 1985 Musik an der Musikhochschule Freiburg (Hauptfach Querflöte). Nach der Promotion zum Dr. med. an der Universität Freiburg erfolgte dort auch die Ausbildung zum Facharzt für Neurologie. Seit 1994 ist Altenmüller Universitätsprofessor und Direktor des „Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin“ der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.



Er wird am 2. Oktober ab 20 Uhr in der Klinikkirche am Uniklinikum in einem „Gesprächskonzert“ anzutreffen sein, wobei er erläutert, „was Musizieren im Gehirn mit uns macht“. Dazwischen wird natürlich musiziert, und zwar zwei Stücke für Flöte (von Jacques Ibert und Mozart) und eins für Gitarre von Boccherini. Bei den beiden Flötenkonzerten wird Altenmüller höchstpersönlich mitspielen.

Erstmals wird bei den Kammermusiktagen auch eine Sängerin dabei sein: Christiane Oelze, die mit ihrem lyrischen Sopran bekannte Schubert-Lieder singen wird, darunter „Der Musensohn“, „Die Forelle“, „Die junge Nonne“ und „An die Musik“.

Eröffnet werden die Kammermusikstage im Saalbau am 26. September um 20 Uhr mit Haydns Streichquartett C-Dur, Honeggers Sonatine für Violine und Violoncello sowie César Francks Klavierquintett f-Moll. Neben dem Vogler-Quartett spielen auch der ungewöhnliche Geiger Jonian Kadesha, die Cellistin Vashti Hunter und der Pianist Jonathan Ware. Danach geht es täglich weiter bis zum Abschlusskonzert am Mittwoch, 3. Oktober um 11 Uhr, im Saalbau in Homburg. Wer also den Feiertag mit Musik krönen möchte, dem sei an diesem Vormittag Haydn, Beethoven, Piazolla und Brahms ans Herz gelegt. Dazu treten neben dem Vogler-Quartett auch alte Bekannte in Homburg auf, nämlich die Brüder Benjamin und Gustav Rivinius sowie Christopher Brandt.

Die Spielorte sind fünf Mal im Saalbau, am 26., 27., 28., 29. September und am 3. Oktober. Auf Wanderschaft gegen die Musiker zwei Mal: am Sonntag 30. September ins Landschloss Fasanerie nach Zweibrücken, wo um 18 Uhr konzertiert wird – und am 2. Oktober um 20 Uhr in die Klinikkirche.

Wie immer, gibt es auch die bewährten öffentlichen Proben an jedem Tag vormittags im Saalbau, zu denen alle Bürger eingeladen sind,„besonders freut uns immer, wenn Leute vom Einkaufen kommen oder gerade etwas erledigt haben, vielleicht Stress hatten, und sich dann spontan entschließen, dem Tag ein bisschen Muße und Musik hinzuzufügen und sich in die Proben setzen“, erklärt Sibylle Kößler. Diesmal besucht das Vogler-Quartett die Grundschule in Bruchhof, um den Kindern Musikinstrumente und deren Verwendung zu zeigen. Auch dies ist eine gute alte Tradition der Kammermusiktage. Parallel zu den Konzerten im Saalbau stellt die Homburger Stoffkünstlerin Pia Welsch ihre künstlerischen Quilts aus unter dem Motto „Musik trifft Stoff“ aus.

Zum Abschlusskonzert kommen die beiden Rivinius-Brüder Benjamin (oben links) und Gustav (rechts), um das Vogler-Quartett klanglich zu unterstützen. Die Matinee findet am 3. Oktober statt.
Zum Abschlusskonzert kommen die beiden Rivinius-Brüder Benjamin (oben links) und Gustav (rechts), um das Vogler-Quartett klanglich zu unterstützen. Die Matinee findet am 3. Oktober statt. FOTO: Musik & Theater Saar