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Besuch aus Frankreich an der Sandrennbahnschule
Ein kurzer Sprung über die Grenze

Markus Okuesa brachte den französischen Austauschschülerinnen ein paar Rhythmen bei. Im Bildhintergrund: Schulleiterin Sabine Bleyer (links), daneben
Delphine Gradiski, Vera Kron und Sandrine Bach.
Markus Okuesa brachte den französischen Austauschschülerinnen ein paar Rhythmen bei. Im Bildhintergrund: Schulleiterin Sabine Bleyer (links), daneben Delphine Gradiski, Vera Kron und Sandrine Bach. FOTO: Sebastian Dingler
Erbach. Die Gemeinschaftsschule „Neue Sandrennbahn“ pflegt den Schüleraustausch. Jetzt kamen 24 Mädchen und Jungen aus Frankreich nach Erbach. Neben gegenseitigen Besuchen ist ein gemeinsamer Ausflug im Jahr geplant. Von Sebastian Dingler

Die völkerverbindende Idee des Schüleraustauschs ist seit dem vergangenen Jahr auch in  der Gemeinschaftsschule „Neue Sandrennbahn“ angekommen: Da nämlich beschlossen Schulleiterin Sabine Bleyer und Französischlehrerin Vera Kron, mit dem Collège Jean Jaurès in Saargemünd Kontakt aufzunehmen. „Man sollte die Grenznähe nutzen für einen Austausch“, erläuterte Sabine Bleyer.

Das sei auch schon immer ihr Anliegen gewesen, „aber man braucht da auch ein Team, das in der Verantwortung steht, die Kinder unterrichtet und sie dabei für eine Partnerschaft motiviert“. Jetzt habe man eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Partnerschule gefunden. Besonders wichtig ist der Schulleiterin, dass man sich für eine nachhaltige Partnerschaft entschieden habe. Pro Jahr sei ein Besuch in Frankreich, eine Gegeneinladung und ein gemeinsamer Ausflug vorgesehen – für dieses Jahr habe man da an die Stadt Trier gedacht. Das Schöne daran: „Die Mittel, die wir dazu aufwenden, können wir beim Kultusministerium beantragen und das wird auch gerne bezahlt. Pierre Lang zeichnet dafür verantwortlich und ist immer auf unserer Seite“, so Bleyer.

In der französischen Partnerschule waren die Erbacher Schüler schon, jetzt stand in dieser Woche der Gegenbesuch an. 24 Schüler hatten den kurzen Sprung über die Grenze gewagt, um einen Tag an der Sandrennbahn mitzumachen. So auch die 14-jährige Manou Dehlinger, die ihre Partnerschülerin Laureen Braade besuchte. Mit der Kommunikation klappe es so „mittel“, sagte die Saarländerin, man versuche es eben mit Deutsch und Französisch, weiche aber im Notfall auch aufs Englische aus. Außerdem helfen heutzutage ja Smartphone-Apps bei der Übersetzung. Sandrennbahn-Schülerin Victoria Bacevic hat den Besuch in Saargemünd noch in guter Erinnerung. Ihr gefiel es besonders, dass die französischen Schüler in den Pausen sowohl an die Handys durften als auch die freie Wahl hatten, ob sie drin oder draußen bleiben möchten.



Französischlehrerin Vera Kron empfing ihre Kollegen, die Deutschlehrer aus Saargemünd Delphine Gradiski, Sandrine Bach und Patrice Troucher. Alle Pädagogen zeigten sich guter Dinge, dass der Austausch auch tatsächlich funktioniert. „Wir sind alle motiviert und es klappt wirklich. Es freut uns, die Schüler so zu sehen, dass sie sich verstehen“, kommentierte  Delphine Gradiski. Ihre Schüler fänden es an der deutschen Schule besser, denn sie hätten den Eindruck, dass die hiesigen Schüler autonomer seien und mehr Freiheiten genössen. „In Frankreich ist immer noch ein Aufseher bei allem dabei“, erklärte die Französin. Dass auch mal Englisch gesprochen wird, störte Vera Kron nicht: „Es geht ja vor allem darum, dass die Schüler die andere Kultur ein bisschen kennenlernen. Ein guter Anfang ist da schon gemacht.“

Nach der Begrüßung am Morgen und dem gemeinsamen Unterricht ging es nachmittags ins Vergnügen: Da wurde in der großen Sporthalle Fußball gespielt, ehe die schulinterne Cheerleader-Gruppe einen tollen Auftritt für die Gäste aus Frankreich lieferte. Für gemeinsames Trommeln wurde Ex-Sandrennbahn-Lehrer Markus Okuesa, jetzt in Blieskastel tätig, noch einmal engagiert. Mit den Zeilen „Heut ist ein schöner Tag“ und „heut mach ich Erdbeereis“ brachte er den jungen Französinnen nicht nur einen Rhythmus, sondern gleichzeitig noch etwas Deutsch bei.

Bei den Bemühungen um internationale Kontakte setzten die beteiligten Lehrer auch auf die modernen Medien: „Wir hoffen, dass die Partnerschüler in Kontakt bleiben, per Whats-App oder per E-Mail, und sich vielleicht auch mal auf privater Ebene treffen“, sagte Delphine Gradiski.