| 20:06 Uhr

Ein Aufzug als Attraktion?

Homburg. Jetzt soll also der Schlossberg zur Touristenattraktion ausgebaut werden. Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind hatte kürzlich eine Millioneninvestition ins Spiel gebracht. Inzwischen wissen wir, dass sogar ein Aufzug von der Altstadt bis hinauf aufs Schlossberg-Plateau im Gespräch ist. Die Überlegungen befinden sich noch ganz am Anfang, werden aber vom OB anscheinend mit eisernem Willen verfolgt - auch das Land soll Geld dazugeben. So weit, so gut, aber wäre ein Aufzug hinauf auf Homburgs höchsten Punkt nicht der zweite Schritt vor dem ersten? Müsste die Stadt vielmehr nicht zunächst daran denken, vielleicht die Hohenburg neu aufzubauen? Oder besser noch Schloss Karlsberg - als Äquivalent zum Berliner Stadtschloss , das derzeit in neuem Glanz erstrahlen soll und mehrere hundert Millionen kosten wird? Geld? Kein Problem. Das Land erhält ja aus Berlin weiterhin hohe Summen, und die anderen saarländischen Kommunen würden sicherlich gern auf die Euros verzichten, damit die Kreisstadt Homburg die herzöglichen Zeiten hochleben lassen kann.

Jetzt soll also der Schlossberg zur Touristenattraktion ausgebaut werden. Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind hatte kürzlich eine Millioneninvestition ins Spiel gebracht. Inzwischen wissen wir, dass sogar ein Aufzug von der Altstadt bis hinauf aufs Schlossberg-Plateau im Gespräch ist. Die Überlegungen befinden sich noch ganz am Anfang, werden aber vom OB anscheinend mit eisernem Willen verfolgt - auch das Land soll Geld dazugeben. So weit, so gut, aber wäre ein Aufzug hinauf auf Homburgs höchsten Punkt nicht der zweite Schritt vor dem ersten? Müsste die Stadt vielmehr nicht zunächst daran denken, vielleicht die Hohenburg neu aufzubauen? Oder besser noch Schloss Karlsberg - als Äquivalent zum Berliner Stadtschloss , das derzeit in neuem Glanz erstrahlen soll und mehrere hundert Millionen kosten wird? Geld? Kein Problem. Das Land erhält ja aus Berlin weiterhin hohe Summen, und die anderen saarländischen Kommunen würden sicherlich gern auf die Euros verzichten, damit die Kreisstadt Homburg die herzöglichen Zeiten hochleben lassen kann.

Spaß beiseite, die Idee mit dem Aufzug hat im Grunde schon Charme - aber passt sie in Zeiten, in denen es der Stadt nur sehr schwer - und erst auf die letzte Rille - gelingt, einen einigermaßen tragfähigen Haushalt auf die Beine zu stellen? Gibt es nicht andere Investitionen, in Straßen, Schulen oder Sportstätten, die weiter oben auf der Liste stehen müssten? Und ständig auf Zuschüsse aus Saarbrücken, Berlin oder Brüssel zu schielen, ist definitiv der falsche Weg.

Es ist schwer vorstellbar, dass die Höhlen und die Ruinen auf Schloss- und Karlsberg so viele Touristen anziehen, damit sich ein solcher Aufzug rentiert. Da müsste zunächst einiges passieren. Wie wäre es im ersten Schritt, wenn die Stadt dafür sorgen würde, dass der Schlossberg-Bereich sauberer und der Weg zu den Höhlen regelmäßig von Hecken befreit wird?