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Kultur im Saalbau
Dürrenmatt im Saalbau

Homburg. Zum Saison-Ende von Meisterkonzerten und Theatergastspielen erwarten das Publikum noch zwei besondere Termine. red

(red) Nachdem der Homburger Musiksommer gerade begonnen hat, geht es an anderer Stelle musikalisch ins Finale: Die aktuelle Saison der Meisterkonzerte und der Theatergastspiele im Homburger Saalbau geht im Juni zu Ende. Sie macht traditionell Sommerpause, um dann im Herbst  in eine neue Runde zu starten. Es wird wieder etliche Höhepunkte geben. Die Programme sind im gerade vorgestellten Homburger Kulturkalender nachzulesen (wir berichteten).

Doch zunächst stehen noch zwei Termine in der „alten“ Saison an: Zunächst bei den Meisterkonzerten. Hier setzt man  erneut auf einen Percussion-Abend, diesmal mit dem Esegesi Percussion Quartett, das sozusagen am Donnerstag, 14. Juni, 20 Uhr.  den Schluss der Reihe für diese Saison eintrommelt. Simone Rubino und Sergey Mikhaylenko, beide Studenten der Schlagzeugklassen von Professor Sadlo in München beziehungsweise am Salzburger Mozarteum, wollten das Ideal des klassischen Quartettspiels in einem Percussion-Quartett verwirklichen. Man wollte  vier Musiker, die gleichwertige Aufgaben haben, die gleichwertig Impulse geben. Es sollte ein musizierendes Nehmen und Geben in der besten Quartett-Tradition der Kammermusik sein – nur eben nicht mit Streichern, Bläsern oder einem Pianisten, sondern  ausschließlich mit Percussions-Instrumenten, schreiben die Veranstalter über ein besonderes Hörerlebnis.  Simone Rubino und Sergey Mikhaylenko begeisterten Richard Putz und Christian Benning von ihrer Idee. Das Solisten-Quartett bringt in Homburg Werke von Steve Reich ebenso auf die Bühne wie ein Preludium von Johann Sebastian Bach aus der Cellosuite Nummer drei.  Ein spannender Saisonabschluss ist da auf jeden Fall zu erwarten.

Auch die Theatergastspiele im Saalbau gehen auf die Zielgerade: am Donnerstag, 21. Juni, 20 Uhr, mit Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“, gespielt vom Rheinischen Landestheater Neuss.



 Das Stück, durchaus blutig: Denn es geht um drei Morde, die kurz hintereinander geschehen. Ort des Verbrechens ist die private Nervenheilanstalt der ehrenwerten Dr. Mathilde von Zahnd. Möbius, ein genialer Physiker, hat sich dort zurückgezogen und spielt den Wahnsinnigen, um die Welt vor seinen Entdeckungen zu schützen. Außer ihm befinden sich noch zwei weitere scheinbar Irre in der Anstalt, die sich für Isaac Newton und Albert Einstein halten. In Wahrheit aber sind beide Agenten konkurrierender Geheimdienste, die Möbius‘ bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse für ihr Land nutzen wollen. 
Alle drei Physiker haben jeweils eine Krankenschwester getötet, weil diese ihnen auf die Schliche gekommen ist. Möbius gelingt es, die beiden anderen davon zu überzeugen, sich weiterhin als Verrückte auszugeben, um somit die Welt vor den furchtbaren Konsequenzen seiner Entdeckungen zu bewahren, schreibt das Theater weiter zum Stück, in dem  Friedrich Dürrenmatt die Frage nach der Verantwortung des Wissenschaftlers stellt.

Tickets für das Theatergastspiel und das Meisterkonzert  bekommt man zum Beispiel beim Amt für Kultur- und Tourismus, Am Forum, Tel. (0 68 41) 10 11 68, und bei den Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen, online: www.ticket-regional.de/homburg.

Das rheinische Landestheater Neuss bringt Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ im Juni auf die Homburger Saalbaubühne. Hier eine Szene aus dem Stück mit Philipp Alfons Heitmann  als Möbius und  Katharina Dalichau  als Fräulein Doktor von Zahnd.
Das rheinische Landestheater Neuss bringt Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ im Juni auf die Homburger Saalbaubühne. Hier eine Szene aus dem Stück mit Philipp Alfons Heitmann  als Möbius und  Katharina Dalichau  als Fräulein Doktor von Zahnd. FOTO: Björn Hickmann/Stage Picture / Fotografie Bjoern Hickmann