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Drogenverdacht an Schule in Jägersburg
Ein „Tütchen“ sorgt für Aufregung

Auch wenn nicht klar ist, ob sich in diesem Tütchen tatsächlich Drogen befunden haben: Jägersburgs Ortsvorsteher Jürgen Schäfer will möglichen Fehlentwicklungen im Bereich der alten Schulen präventiv entgegen treten.
Auch wenn nicht klar ist, ob sich in diesem Tütchen tatsächlich Drogen befunden haben: Jägersburgs Ortsvorsteher Jürgen Schäfer will möglichen Fehlentwicklungen im Bereich der alten Schulen präventiv entgegen treten. FOTO: Thorsten Wolf
Jägersburg. Rund um die alten Schulgebäude in Jägersburg gab es mehrere unangenehme Vorfälle: Vandalismus, offenes Feuer und eventuell Drogenkonsum geben Anlass zur Besorgnis. Von Thorsten Wolf

Ein Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer und ein kleines Plastiktütchen mit der Aufschrift „No War on Weed“ („Kein Krieg gegen Unkraut“, wobei „Weed“ hier durchaus mit Cannabis übersetzt werden kann) macht noch keinen Drogentreffpunkt. Doch Jägersburgs Ortsvorsteher Jürgen Schäfer ist angesichts der aktuellen Vorkommnisse im Bereich der beiden alten Schulgebäude in seinem Ort eingermaßen alarmiert. Und das nicht nur wegen des möglichen Drogenkonsums und eines sich vielleicht gerade etablierenden Drogen-Hotspots, sondern auch, weil es in jüngster Zeit zudem im Umfeld der beiden Schulgebäude zu Vandalismus gekommen ist.

Bei einem Ortstermin auf dem Areal zeigt uns Schäfer gestern zuerst eine Feuerstelle in einem Laufgang oberhalb des Eingangs zum Jugendzentrum.

Dort hätte wer auch immer Holz verbrannt, das zuvor aus Spielgeräten am nahe gelegenen Spielplatz rausgebrochen worden sei – für Schäfer alles andere als ein Kavaliersdelikt, und das aus mehr als einem Grund. „Irgendwann stecken die uns die Bude an!“ Zudem sei es unverantwortlich, die Spielgeräte in diesem Umfang zu beschädigen und somit auch Kinder einer Gefahr auszusetzen, „das ist eine absolute Sauerei!“



Doch was tun? In einem ersten Schritt will Schäfer das Gelände einsichtiger machen. Dazu sollen die Bäume und Büsche auf dem städtischem Gelände zwischen dem Areal der beiden alten Schulhäuser und den nahe gelegenen Wohnhäusern runtergeschnitten werden.

Die Anwohner selbst will er dann dafür sensibilisieren, mit offenen Augen auf das Gelände zu schauen. „Und wenn sich dann etwas tut, dann sollen sie mich direkt anrufen.“ Auch mit der Polizei will er sprechen. „Ich will dafür sorgen, dass hier verstärkt Polizeistreifen vorbei fahren, wenn diese Jägersburg unterwegs sind.“

Im Bereich des älteren der beiden Schulgebäude „präsentiert“ Schäfer dann gleich mehrere, leere Plastiktütchen in einem weiteren Laufgang. Deren Aufschrift lässt durchaus darauf schließen, dass sich Cannabis darin befunden haben könnte. Für Jürgen Schäfer alles andere als angenehme Situation. Auf Verdächtigungen verzichtet Schäfer gestern, macht aber deutlich, dass er diese Entwicklung, sollte sie sich bewahrheiten, nicht tolerieren wird – ganz gleich, ob es um Vandalismus, Gefahr durch offenes Feuer in Gebäudenähe oder eben Drogenkonsum geht.

Denn, gerade mit Blick auf Letzteres: „Das wäre für Jägersburg fatal. Und ich werde nicht hinnehmen, dass unsere Jugendlichen hier mit diesem Zeug in Kontakt kommen. Das muss man gleich bekämpfen und präventiv handeln.“ Dabei werde er auch das Gespräch mit dem Jugendzentrum suchen.

Nicht weniger verärgert und alarmiert zeigt sich Schäfer gestern über den Vandalismus auf dem nahe gelegenen Spielplatz und das offene Feuer vor den Türen des Schulgebäudes. Die zum Feuermachen rausgerissenen Holzlatten habe der Baubetriebshof der Stadt kurzfristig ersetzen können, trotzdem müsse man hier die Täter mit Blick in die Zukunft „gleich in die Schranken weisen“. So müsse es darum gehen, all dieses Fehlverhalten gleich im Keim zu ersticken. „Man muss doch vom Lemmes gepickt sein, wenn man auf die Idee kommt, direkt vor der Tür der Schule ein offenes Feuer zu machen. Da reicht ein Funke und dann brennt mir die ganze Bude ab.“

Bislang ist glücklicherweise nichts passiert. Und ob sich in besagtem Tütchen tatsächlich Cannabis oder andere Drogen befunden haben, ist gegenwärtig noch Spekulation – immerhin werden diese Tütchen mit der Aufschrift „No War on Weed“ tatsächlich auch im eher unverdächtigen Online-Angebot eines großen US-amerikanischen Internethändlers verkauft.

Was nach gestern aber klar ist: Jägersburgs Ortsvorsteher wird dem Treiben hinter den beiden Schulen nicht tatenlos zusehen. Für ihn sind dabei eben eine stärkere „Kontrolle“ des Geländes seitens der Anwohner und eine stärkere Präsenz der Homburger Polizei entscheidende Schlüssel dazu, einen möglichen Drogentreffpunkt in Jägersburg im Keim zu ersticken und auch dem Vandalismus frühzeitig Einhalt zu gebieten. Das wiederrum dürfte auch dem Jugendzentrum zu Gute kommen.

Denn solange es in Deutschland noch keine kanadischen Rechtsverhältnisse gibt – dort ist Cannabis nun legalisiert – macht sich offensichtlicher Drogenkonsum in unmittelbarer Nähe zu einem Jugendtreff nicht wirklich gut.