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Überarbeitet
Dramatischer Hilferuf an Uniklinik

 Die Pfleger an der onkologischen Station in Homburg sehen sich nicht mehr in der Lage, ihren Dienst an den Kranken vernünftig auszuüben. Aktuell liege die Besetzung teilweise unter der Notbesetzung, klagen sie.
Die Pfleger an der onkologischen Station in Homburg sehen sich nicht mehr in der Lage, ihren Dienst an den Kranken vernünftig auszuüben. Aktuell liege die Besetzung teilweise unter der Notbesetzung, klagen sie. FOTO: picture-alliance/ dpa / Oliver Berg
Homburg. Pflegekräfte an der onkologischen Station sehen sich dermaßen überarbeitet, dass sie um ihre Gesundheit fürchten. Betroffene stellen der Uniklinik Ultimatum und drohen mit Dienst nach Vorschrift.

Die Pflegekräfte der onkologischen Station am Universitätsklinikum des Saarlands sind offenbar überarbeitet und haben der Klinikleitung ein Ultimatum gestellt. „Die Pflegekräfte können nicht mehr. Sie warnen vor gefährlicher Pflege und möchten ihre Gesundheit nicht länger gefährdet wissen“, gab Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting in einer schriftlichen Mitteilung bekannt. Demnach fordert die Station die Klinikleitung auf, ihr 23 Stellen mit examinierten Pflegekräften zuzuteilen. Geschieht dies nicht, wollen die Pflegekräfte ihren Dienst nur noch nach Vorschrift leisten. Das heißt, niemand wird mehr, „aus seiner Freizeit in den Dienst kommen, niemand mehr gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen“, sagt Dennis Dacke, Sprecher des Verdi-Landbezirks.

Nach Angaben von Verdi hat die Station das Ultimatum bereits am 4. Oktober gestellt. Sie fordert mindestens sechs Pflegekräfte für die Frühschicht, fünf für die Mittelschicht und zwei für die Nachtschicht (6-5-2). Die Uniklink habe daraufhin eine Mindestbesetzung von 5-4-2 ab 1. Januar zugesichert. Die Beschäftigten lehnen diesen Vorschlag ab. „Damit würde die absolute Notbesetzung zur Normalbesetzung. Das kann nicht sein“, sagt Dacke. Aktuell liege die Besetzung teilweise unter der Notbesetzung. „Dass nachts eine Pflegekraft allein arbeitet, ist keine Seltenheit“, so Dacke.

Wie es nun weitergeht und mit welchen Auswirkungen die Patienten der Station rechnen müssen, bleibt offen. Die Klinikleitung war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.



(lis)