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Wochenkolumne Homburg
Feinschmecker Ade in Homburg

 Christine Maack
Christine Maack FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wenn Weihnachten naht, hat die Redaktion unserer Zeitung immer gerne gefragt, was die Homburger am ersten Weihnachtstag so alles auf den Tisch bringen. Von Christine Maack

In der Homburger Innenstadt war die Metzgerei Roth bis vor zweieinhalb Jahren stets eine Top-Anlaufstelle, wenn es um besondere Fleisch-Spezialitäten ging, dort gab es auch ausgefallenere Stücke, die auf Kundennachfrage extra besorgt wurden. Bevor Kalbsbäckchen auf vielen besseren Speisekarte zu finden waren, konnte man diese schon längst bei Ulrike Roth in der Theke liegen sehen. Und so verhielt es sich auch mit dem Fischgeschäft Flatter. Wenn man an den bei Saarländern so beliebten Fischtheken französischer Großmärkte in Saargemünd oder Forbach nach „Skrei“ fragte, wurde man verständnislos angeschaut: Quoi? Schrei? Nun, bei Melanie Flatter gab es Skrei jeden Februar. Und hervorragende Matjes im Juni,  frische Nordseeekrabben wie in Husum, tolle Salate, feiner gebeizter Lachs. Alles vorbei. Denn auch Melanie Flatter macht die Flatter. Viel Arbeit macht so ein Geschäft, das ist klar. Und es sei den beiden Damen von Herzen gegönnt, kürzer zu treten.

Das Problem ist ein anderes: Was kommt denn danach? Noch ein Gemüse- Krimskrams- Penningskram-Laden, den keiner braucht? Den Anfang vom Ende machte das Café Maas, das nie mehr einen Nachfolger fand, der auch nur halbwegs an die vorherigen Betreiber herankam. Dann Roth, jetzt Flatter. Für Feinschmecker, die aus dem ganzen Umkreis nach Homburg kamen, ist es hier ziemlich düster geworden. Ein paar kleine feine Geschäfte gibt es noch, die tapfer die Stellung halten. Den Rest erledigen die Großmärkte. Eine traurige Entwicklung.