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Merburg
Neue Pläne für ein altes Gemäuer

Ein Foto aus besseren Tagen, als man die Merburg bei Kirrberg noch betreten konnte. Seit dem Frühjahr ist dies aufgrund eines Steinschlags am Fuß der Anlage nicht mehr möglich.
Ein Foto aus besseren Tagen, als man die Merburg bei Kirrberg noch betreten konnte. Seit dem Frühjahr ist dies aufgrund eines Steinschlags am Fuß der Anlage nicht mehr möglich. FOTO: Thorsten Wolf
Kirrberg. Die Merburg in Kirrberg wird saniert. Ob und wie man die Anlage weiter aufwerten könnte, wird derzeit diskutiert. Von Thorsten Wolf

Wie geht es weiter mit der gesperrten Ruine der Merburg im Stadtteil Kirrberg? Damit sollte sich ursprünglich am heutigen Dienstagabend der Ortsrat bei seiner Sitzung im Bürgerhaus befassen. Ob dies so geschieht, wird sich heute Abend in der Ortsratssitzung entscheiden, denn: Mit dem zuständigen Amtsleiter Klaus Kell fehlt von der Stadtverwaltung urlaubsbedingt der einzige, der fachlich Auskunft zu den Schäden geben kann. Deswegen kann es durchaus sein, dass dieser Tagesordnungspunkt in die Zukunft verschoben wird.

Grundsätzlich zum Hintergrund: Seit dem Frühjahr ist die kleine Burgruine für den Publikumsverkehr gesperrt, nachdem sich aus dem unteren Sockelbereich der Anlage, dem so genannten „Mala-Felsen“, Felsbrocken gelöst hatten. Eine Spaziergängerin hatte damals die Stadtverwaltung auf diese Beschädigung hingewiesen (wir berichteten mehrfach). Eine erste Prüfung des Schadens hatte dann die besagte Sperrung zur Folge, nun gilt es, das Ergebnis eines entsprechenden Gutachtens des Karlsruher Instituts für Technologie, genauer von den dortigen Fachleuten für Bodenmechanik und Felsmechanik der Universität Karlsruhe, auszuwerten. Dieses Gutachten liegt inzwischen vor.

Gestern schilderte Ortsvorsteher Manuel Diehl gegenüber unserer Zeitung den aktuellen Stand seiner Gespräche mit der Stadtverwaltung zur Zukunft des Gemäuers am Lambsbachtal. So habe er sich mit Klaus Kell darauf verständigt, eine Vollsperrung der Anlage zu vermeiden. „Nach unseren Wünschen soll nur der gegenwärtig betroffene, untere Teil der Burg gesperrt werden.“ Damit wolle man erreichen, so Diehl, dass der ganze Rest der Anlage weiterhin für Besucher zugänglich bleibe.



Diehls Pläne und Vorstellungen für die Merburg gehen aber über die Sicherung des Baudenkmals hinaus. So erinnerte er gestern an Pläne aus der Vergangenheit, die Merburg mit einer Stahlkonstruktion oder vergleichbaren Hilfsmitteln etwas besser darzustellen und so für Besucher erlebbar zu machen. Vergleichbare Lösungen gibt es, ausgeführt in Corten-Stahl bei den Überresten des Schlosses Karlsberg (wir berichteten).

Für eine solche Aufwertung der Merburg mahnte der Ortsvorsteher an, entsprechende Fördermittel von Land, Bund oder EU einzufordern. Doch auch noch mehr kann sich Manuel Diehl vorstellen: So hätten in der Vergangenheit immer wieder Vereine aus Kirrberg angefragt und Möglichkeiten erkundet, auf der Merburg Veranstaltungen durchzuführen, so auch die Pfarrkapelle Kirrberg. Die sei bislang allerdings aus rechtlichen Gründen gescheitert. Diehls Hoffnung nun:

Eine Überarbeitung der Merburg vor dem Hintergrund der aktuellen Beschädigungen könnte die Anlage auch verkehrssicher genug machen, um sie als Veranstaltungsort nutzen zu können.

Es wird sich nun also zeigen, ob der Schaden an der Merburg und ihre gegenwärtige Vollsperrung nicht auch der Startschuss für einen kompletten Wandel der Anlage in Betrachtung und Nutzung sein könnte. Mit Sicherheit nicht ganz unterinteressant ist dabei die Antwort auf die Frage, ob sich aus der in Kirrberg gewünschten Lösung, die Merburg zumindest wieder in Teilen zugänglich zu machen, und der Zukunftsvision eines bespielten Ortes ebentuell eine Konkurrenz-Situation mit anderen Projekten in der Stadt, so im Bereich des Schlossbergs, ergeben könnte.

Klar ist: Fördermöglichkeiten aus den Töpfen für Denkmalpflege und Tourismus gibt es einige. Doch auch die sind nicht unerschöpflich – und es ist nicht gesagt, dass eine Kommune gleich zweimal reingreifen kann.

Zudem gehört zu jeder Förderung auch ein Eigenanteil. Und da kann es für eine Stadt wie Homburg mit ihrer nach wie vor schwierigen Haushaltslage schon eng werden. Sollte der Tagesordnungspunkt heute tatsächlich abgesetzt werden, dann soll sich der Rat bei der nächsten Sitzung mit dem Thema befassen.

In jedem Fall heißt es für die Kirrberger aber erst einmal: abwarten und hoffen, dass sich zumindest die Minimallösung, namentlich eine Teilzugänglichkeit der Ruine, in absehbarer Zeit umsetzen lässt. Die nahe Zukunft wird es letztlich zeigen.