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Stadtrat Homburg
Kompromiss beim alten Rathaus in Sicht

 Das alte Homburger Rathaus auf dem historischen Marktplatz ist für viele kulturelle Veranstaltungen in der Altstadt Dreh- und Angelpunkt und Zentrum von Organisation und Infrastruktur.
Das alte Homburger Rathaus auf dem historischen Marktplatz ist für viele kulturelle Veranstaltungen in der Altstadt Dreh- und Angelpunkt und Zentrum von Organisation und Infrastruktur. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Bürgermeister Michael Forster: Die neuen Pläne dürfen das kulturelle Programm nicht gefährden. Von Thorsten Wolf

Was wird nun aus dem alten Homburger Rathaus am historischen Marktplatz? Klar ist aus Sicht der Stadt: Das Gebäude muss dringend saniert werden. Doch dann endete bislang die Einigung, denn: In der jüngeren Vergangenheit stießen auch öffentlich zwei Positionen aufeinander. Für die eine steht Raimund Konrad (CDU), der ehrenamtliche Beigeordnete für Kultur der Stadt und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt. Für die andere zeichnet Christine Becker (SPD) verantwortlich, hauptamtliche Beigeordnete und zuständig für den Bereich Soziales in der Verwaltung.

Ihr mehrfach vorgestellter Plan, das alte Rathaus in ein sozialkulturelles Zentrum umzuwandeln und damit Sanierungsfördermittel von 90 Prozent zu aquirieren, fand bislang bei Konrad keinen postiven Widerhall (wir berichteten). Seine Befürchtung war bisher, dass diese Umwidmung das Ende des Homburger Musiksommers bedeutet. Grund für seine Sorge sind die im Konzept festgeschriebenen neuen Nutzungen von Räumen, die bisher als Funktionsbereiche für den Jazzfrühschoppen, die Konzertreihe „Querbeat“ und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Zwar hatte Christine Becker in einer der vergangenen Stadtratssitzungen aus ihrer Sicht deutlich gemacht, dass durch die Nutzung des alten Rathauses als soziokulturelles Zentrum der Musiksommer nicht beeinträchtigte sei.

Dem wollte Raimund Konrad so aber nicht folgen, sei doch im entsprechenden Nutzungskonzept dies so nicht eindeutig ausgewiesen. Und auf mündliche Absprachen wolle er sich nicht verlassen. Das hatte er vor einigen Wochen anlässlich einer Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt deutlich gemacht.



Nun scheint sich aber ein Kompromiss in dieser durchaus verzwickten Lage abzuzeichnen. Noch bevor das Thema in der Sitzung des Homburger Stadtrats am Donnerstagabend erneut behandelt wurde, skizzierte Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) in einer Pressekonferenz, wie diese Annäherung aussehen könnte. So sei man davon abgerückt, den geplanten Altstadtmanager, wie ursprünglich vorgesehen, in einem bislang als Backstage-Bereich für Konzerte genutzten Raum im Erdgeschoss unterzubringen. Vielmehr soll der seinen Platz im Bereich der Funktionsräume der Stadtbibliothek finden. Auch soll das „Café 1680“ wie bisher bewirtschaftet werden.

Gibt es also in diesem Konflikt augenscheinlich eine tragfähige Einigung, die beiden Positionen gerecht werden könnte, tut sich ein neues Problem auf. Das heißt „Brandschutz“. Michael Forster: „Im Zuge der Sanierung ist ein Brandschutzgutachten erstellt worden, das uns in der Nutzung einschränkt.“ Nötig seien nun entsprechende Maßnahmen, um das Gebäude auch weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen zu können – eingeschränkt, was die Besucher angehe, die sich zeitgleich im alten Rathaus befinden dürfen, wie Forster präzisierte. Auch müsse man eine Fluchttreppe zusätzlich am Gebäude installieren, zumindest mal während der Sanierung. Unklar sei da derzeit aber noch, wo dies geschehen könnte. „Hier gibt es entsprechende Gespräche.“ Um die Treppe komme man aber nicht herum.

Das lässt Spekulationen zu, denn viele Möglichkeiten gibt es eigentlich nicht: Entweder auf der rückwärtigen Seite des Baus oder an seiner Front in Richtung Marktplatz. Unklar ist derzeit noch, ob diese Treppe nur während der eigentlichen Sanierung nötig ist oder als dauerhaftes Element des Brandschutzes verbleiben muss. Was Forster auch verdeutlichte: Die Bühne werde so nicht bleiben. „Dass es im Zuge der Sanierung eine neue Bühne geben muss, das steht für mich fest.“ Für Bürgermeister Michael Forster gibt es bei allem Abwägen der Möglichkeiten augenscheinlich einen zentralen Punkt: „Man darf in dieses alte Rathaus keine Nutzung hineinbringen, die die Aktivitäten und das bisher dort dargebotene kulturelle Programm in irgendeiner Form stört.“

Grundsätzlich bleibt nun die Frage, inwieweit die Phase der eigentlichen Gebäudesanierung den Regelbetrieb des Musiksommers und anderer kultureller Veranstaltungen beeinträchtigen wird.