| 21:29 Uhr

Die Größe der Verkaufsfläche ist der Knackpunkt

 Gestern beim Besuch der Redaktion unerer Zeitung: Marc Piazolo, Rolf Omlor, Winfried Anslinger, Peter Müller, Barbara Spaniol und Gabriele Schmitt (von links). Foto: Thorsten Wolf
Gestern beim Besuch der Redaktion unerer Zeitung: Marc Piazolo, Rolf Omlor, Winfried Anslinger, Peter Müller, Barbara Spaniol und Gabriele Schmitt (von links). Foto: Thorsten Wolf
Homburg

Homburg. Eine durchaus ungewöhnliche Stadtrats-Koalition traf sich gestern in Sachen ECE-Einkaufscenter auf dem Enklerplatz in der Redaktion unserer Zeitung: Barbara Spaniol (Die Linke), Winfried Anslinger und Marc Piazolo (Grüne), Gabriele Schmitt (FWG), Peter Müller (FDP) und Rolf Omlor (Arbeitskreis Pro Homburg) wollten konstruktive Kritik üben an den Plänen der Einkaufsgalerie, die jüngst im Bauausschuss nichtöffentlich vorgestellt wurden."Wir wollen einen transparenten Entscheidungsprozess, wollen ihn entsprechend kritisch begleiten und kein '20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche oder nichts, basta' haben", so Spaniol. Anslinger kritisierte die "Art und Weise, wie der Vertreter der ECE sich unseren Fragen gegenüber geäußert hat: 20 000 oder nichts." Einig waren sich alle, dass man, wie es Müller sagte, "nie gesagt habe, das wir das Projekt komplett ablehnen. Aber im Bauausschuss wurden unsere Fragen abgeschmettert, dass man den Eindruck haben könnte, es sei möglich, dass eine Vorentscheidung bereits gefallen ist. Wir sind die Allianz, die die Bürger mitnehmen will. Wir blenden die Politik völlig aus, wir machen uns Sorgen um Homburg."

Für Omlor greift die Fokussierung der Stadtverwaltung auf die ECE-Leute zu kurz. "Wir brauchen für das so genannte Knochen-Prinzip (Bebauung Vauban-Carrée und Enklerplatz) nicht unbedingt die ECE." Die Größe sei entscheidend, so Spaniol, ob 12 000 oder 13 000 Quadratmeter, da beißt sich keiner fest, aber keine 20 000." Es gebe Beispiele, dass die ECE auch kleinere Projekte verwirklicht.

Omlor ging noch weiter: "Wenn die ECE mit 20 000 Quadratmetern aufschlägt, kauft sie sich die Innenstadt, verkauft es aber als Belebung der Innenstadt." Es herrsche, so Müller, eine klare Meinung in der Stadt: "Es muss was passieren, aber moderat!" Die große ECE-Lösung würde die Stadt verändern "in einer Weise, die wir nicht wollen. CDU und SPD wissen, dass die Stadt sich nachhaltig fundamental verändern wird, und es ist ihnen egal." Woher wisse der Oberbürgermeister überhaupt, was die Bürger wollen: "Warum gibt es in dieser Sache keine Bürgerbefragung?"



Für Piazolo sei es aus deren Sicht "durchaus nachvollziehbar, dass die ECE 20 000 oder nichts fordert. Deshalb müssen wir die Bürger ins Boot nehmen." Einig war man sich auch, dass eine entsprechende Verkehrsplanung längst hätte kommen müssen. rs

Am Freitag, 30. September, veranstalten die Initiative Pro Homburg und die kleinen Ratsfraktionen im großen Saal der Homburger Jugendherberge eine Podiumsdiskussion zum Thema Einkaufsgalerie auf dem Enklerplatz. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Hintergrund

Das Hamburger Unternehmen ECE plant eine große Einkaufsgalerie auf dem Enklerplatz in Homburg. Dort soll ein Haus mit bis zu 20 000 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Die Entscheidung über das Projekt soll noch in diesem Jahr fallen. Anfang des Monats hatte die ECE, die unter anderem das Saarpark-Center in Neunkirchen erfolgreich betreibt, ihre Vorstellungen im Homburger Bauausschuss erläutert. Im Stadtrat zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für das Großprojekt ab. rs