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Osterwochenende
Die Eiersuche geht auch im Garten

Schwarzhalsschwäne beim Osterspaziergang zwischen Osterglocken. Auch die Tiere in unseren Parks mögen auf Dauer keine Kälte.
Schwarzhalsschwäne beim Osterspaziergang zwischen Osterglocken. Auch die Tiere in unseren Parks mögen auf Dauer keine Kälte. FOTO: Werner Baum / dpa
Das Oster-Wetter ist immer ein Lotteriespiel. Diesmal liegt es früh, so dass es regnerisch ist. Von Christine Maack

Wie wird das Wetter an Ostern? Das ist immer die bange Frage, die über der ganzen Feiertags-Planung liegt, denn sie bedeutet: Sucht man die Eier im Garten (schön!) oder in Haus (langweilig!)? Kann man das neue Kostüm, den schicken Mantel oder die modische „Kombination“ anziehen – oder sollte man lieber doch die wattierte Winterjacke aus dem Schrank holen, weil man sonst riskiert, die Feiertage mit einer Erkältung zu krönen?

Soweit man der Wettervorhersage trauen kann, bleiben wir auch in den nächsten Tagen unter dem Einfluss nördlicher Kaltluft, die für Temperaturen sorgt, die kaum über 14 Grad liegen dürften. Regen soll sich auch noch dazu gesellen. Bevor man sich beklagt, lohnt es sich, das Archiv unserer Zeitung zu bemühen. So erfährt man, dass Ende März 2008, pünktlich zum Osterfest, der Winter mit aller Macht zuschlug: Das Saarland erlebte ein schneeweißes Osterfest, obendrein das kälteste seit 1970. Mit Temperaturen von minus fünf bis plus drei Grad wurde es so eisig, dass der Osterspaziergang vielerorts in einen winterlichen Schlittenausflug umgewandelt wurde. Am Ensheimer Flughafen standen die Maschinen im Schnee, die eigentlich die Oster-Urlauber nach Teneriffa oder Mallorca hätten bringen sollen, Autofahrer, die ihre Winterreifen bereits abmontiert hatten, rutschten den Höcherberg hinunter.

So schlimm wird es diesmal nicht werden, zumal der Winter ohnehin nicht zurückkommen kann, da er ja nie richtig da war. Kaum ein anderes Fest lässt so viele verschiedene Interpretationen zu wie Ostern. Man kann das feierliche Hochamt besuchen, man kann ausschlafen und dann mit den Kindern Eier suchen, man kann seine Frühjahrsmode beim Spaziergang ausführen und man darf sogar ein großes Feuer machen, sofern die Feuerwehr die Aufsicht führt.



Heidnische, weltliche und kirchliche Bräuche gehen Hand in Hand und bringen seltsame Verbindungen hervor: Ein Hase, der Eier anschleppt, die Auferstehung Jesu und die symbolische Verbrennung des Winters. Das Ei war schon immer ein Symbol für Fruchtbarkeit, eine Übernahme dieses heidnischen Symbols für das Fest der Auferweckung Christi an Ostern lag für die Christen deshalb nahe. Zumal Eierspeisen während der Fastenzeit nicht erlaubt waren, so dass man sie am Ostermorgen um so eifriger verzehrte. Verbreitet ist außerdem der Osterlamm-Kuchen, ursprünglich eine Erinnerung an den Opfertod Christi.

Das Osterlamm hat schon im Alten Testament eine besondere Bedeutung. Nachdem sich die Ägypter weigerten, die Hebräer ziehen zu lassen, kündet Gott ihnen die Tötung der Erstgeborenen von Mensch und Tier an. Um verschont zu bleiben, sollte jede israelitische Familie abends ein männliches, einjähriges fehlerloses Jungtier von Schaf oder Ziege schlachten, mit dessen Blut die Türpfosten bestreichen und es dann braten und gemeinsam vollständig verzehren. An den so markierten Häusern werde der Todesengel vorübergehen, während Gott die Strafaktion an Ägypten vollstrecke. Eine sehr düstere Geschichte.

Beim Osterspaziergang sollte man hingegen fröhlich sein.  Die Wege durch den Bliesgau gehören zu den schönsten im ganzen Saarland: Blicke ins Weite, historische Spuren, Poesie der Landschaft pur. Nun soll es in den nächsten Tagen ja kühl werden, aber wenigstens nicht regnen.  Bei den geführten Veranstaltungen über die Ostertage sind beispielsweise noch Plätze frei. Wer sich für das „Leben und Arbeiten wie vor 100 Jahren“ interessiert, findet am Ostersamstag in Oberwürzbach das passende Format. Im Heimatmuseum in Oberwürzbach (ehemaliges Bürgermeisteramt) erläutern Elisabeth Pintarelli und Alois Ohsiek, wie unterschiedlich die ländlichen und die städtischen Arbeitswelten waren und wie sie dennoch nebeneinander existierten konnten. Beginn ist um 10 Uhr.

Eine weitere Zeitreise führt am Samstag nach den Feiertagen. am 7. April,  zu „Kelten, Kulturlandschaft und Altheimer Landleben“. Hierbei handelt es sich um eine kulinarische Geschichtswanderung, Treffpunkt ist der Parkplatz des Sportheims in Blieskastel-Altheim. Beginn ist um 10 Uhr, Referentin ist Heike Welker, die Teilnahme kostet inklusive Essen 25 Euro.

Das Thema sind verborgene Gräber, alte Eichen und Geschichten über die Kelten, Auf einer neun Kilometer langen Zeitreise entdecken die Besucher mit Hilfe der Wanderführerin Heike Welker interessante und längst vergessene Spuren am Wegesrand.

Und so kann man nach  Ostern, wenn der Frühling endlich Einzug hält, mit dem Bliesgau-Veranstaltungsprogramm weitermachen. Mit neuen oder neu aufgelegten Angeboten in der Broschüre für 2018, will die Saarpfalz-Touristik Lust auf Urlaub und Freizeit in der Biosphäre Bliesgau machen.Schon am 8. April lockt das Angebot Kräuterspaziergang mit Kochen im Vital Art Garten in Hengstbach bei Zweibrücken.

Schnee an Ostern: Ein weißer Osterhase aus Stroh sitzt in der Schneelandschaft. Das ist an Ostern gar nicht so selten.  Foto: dpa
Schnee an Ostern: Ein weißer Osterhase aus Stroh sitzt in der Schneelandschaft. Das ist an Ostern gar nicht so selten. Foto: dpa FOTO: Urs Flueeler / dpa
Kindergartenkinder tauschen während der traditionellen Eiersuche Ostereier miteinander.
Kindergartenkinder tauschen während der traditionellen Eiersuche Ostereier miteinander. FOTO: arifoto UG / picture alliance / Candy Welz/Ar