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Das liebste Kinderbuch
Der Zauberer der Smaragdenstadt

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Christine Maack

Warum hängt man an seinen Büchern? Weil man während des Lesens auch seine Erinnerungen ins Buch hinein liest, sodass es am Ende zwei Geschichten gibt: Eine Geschichte im Buch  und eine Geschichte außerhalb des Buches - nämlich die der eigenen Kindheit. Ich liebte das   Buch „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ von Alexander Wolkow, das mir Tante Bertha und Onkel Otto aus Ballenstadt  geschickt hatten, unsere Verwandten in der „Ostzone“, die von meiner Oma an Weihnachten immer Bohnenkaffee und Nylonstrümpfe geschickt bekamen und sich mit einem russischen Kinderbuch für mich revanchierten. Später erfuhr ich, dass das Buch eine Nachdichtung des „Zauberers von Oz“ war. Wenn man die Nase tief reinsteckt, müffelt das Buch immer noch nach dem ranzigen russischen Buchbinderleim, der meine glücklichen Lesestunden begleitete.