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Der Blick auf die Dinge ist entscheidend

 Die schwarzen Säulen stehen im Mittelpunkt. Foto: pm/Saarpfalz-Kreis
Die schwarzen Säulen stehen im Mittelpunkt. Foto: pm/Saarpfalz-Kreis
Homburg. Mit "Visuelle Fundstücke" führt die Galerie im Forum des Saarpfalz-Kreises ihren Ausstellungsreigen auch im neuen Jahr 2011 fort. Gezeigt werden Arbeiten des in Waldmohr lebenden Fotografen Norbert Weber. Die Fotografien zeigen Eindrücke aus der Kreisstadt Homburg

Homburg. Mit "Visuelle Fundstücke" führt die Galerie im Forum des Saarpfalz-Kreises ihren Ausstellungsreigen auch im neuen Jahr 2011 fort. Gezeigt werden Arbeiten des in Waldmohr lebenden Fotografen Norbert Weber. Die Fotografien zeigen Eindrücke aus der Kreisstadt Homburg.In ihrer Laudatio ging Sabine Graf auf die Auswahl der Motive ein: "Entscheidend ist der Blick, den man auf die Dinge richtet. Er macht aus ihnen Kunst, obwohl sie das von ihrem Ursprung nicht sind. Sie sind Gegenstände des Alltags, Teile von Zweckbauten, Hausdächer oder Wände mit Verkleidungen, Mauerwerk und dergleichen mehr.

Alles absolut "anti-extraordinär". Doch durch den von der zeitgenössischen Kunst formatierten Blick wird daraus ein Kunstwerk. Die Dinge bleiben sich gleich. Erst ihre Wahrnehmung als Kunst macht sie dazu."

Im Blick auf den Künstler Norbert Weber ging die Laudatorin vor vielen Gästen in der Galerie der Kreisverwaltung in Homburg vom Dürer-Zitat "Kunst steckt in der Natur - wer sie herausreißen kann, der hat sie" aus. Zum Ansatz von Norbert Weber auf dessen Foto-Exkursionen durch die Kreisstadt meinte Graf: "Einerseits reißt und rahmt er etwas, was auf diesem Weg zur Kunst wird. Doch ist es keine Natur, sondern Kultur, das heißt, die Stadt mit ihrer Architektur und ihrem angestammten Mobiliar der Laternen, Fensterläden, Brunnen und Geländern. Ob Natur oder Zivilisation, wenn es um Kunst geht, gilt dasselbe." Und weiter: "Es sind doch Dinge des Alltags, die sich im Blick des Fotografen zur grafischen Struktur und so zur Kunst wandelten. Zu etwas, das dem Alltag enthoben ist. Man muss es nur sehen und damit aus der Natur oder gebauten Umwelt, der Zivilisation herausreißen."



Der ungewohnte Blick auf das Gewohnte war dann auch Thema der Begrüßung durch den Ersten Kreisbeigeordneten Peter Nagel, der in Vertretung für Landrat Clemens Lindemann viele Gäste und Fotointeressierte in der Galerie im Forum begrüßen konnte. Nagel zeigte sich sehr erfreut über die sehr gute Resonanz der Vernissage, die belege, dass der Reigen von Ausstellungen in der Kreisverwaltung ein wichtiger Baustein sei. red

Die Ausstellung im Forum des Saarpfalz-Kreises ist bis Freitag, 11. März, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet.