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Neues Spielschiff im Stadtpark Homburg
Das Spielschiff ist endlich wieder da

So sah es in der „Homburger Schiffswerft“ im Stadtpark am Donnerstag aus, da wurde noch eifrig an der Konstruktion des neuen Spielschiffs gearbeitet. Auch einen Namen braucht das Schiff noch. Da lassen sich die Kinder bestimmt etwas einfallen.
So sah es in der „Homburger Schiffswerft“ im Stadtpark am Donnerstag aus, da wurde noch eifrig an der Konstruktion des neuen Spielschiffs gearbeitet. Auch einen Namen braucht das Schiff noch. Da lassen sich die Kinder bestimmt etwas einfallen. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Es war die Attraktion des Stadtparks: Das Piratenschiff für Kinder. Bis es verfault war. Jetzt kommt ein nagelneues Boot. Von Thorsten Wolf

Noch heißt es nicht „Schiff ahoi“ im Homburger Stadtpark. Denn noch sind die Mitarbeiter des beauftragten Unternehmens damit befasst, das neue Spielschiff fertigzustellen und auch drumherum alles so herzurichten, dass wahrscheinlich ab Mitte der kommenden Woche der Homburger Stadtpark wieder seine größte Attraktion hat. Rund 45 000 Euro lässt sich die Stadt das neue Spielgerät kosten, sein Vorgänger, das alte Spielschiff im Teich, hatte die Segel streichen müssen.

„Wir mussten dieses alte Spielschiff abbauen, weil die Unterkonstruktion verfault war. Deswegen musste es auch Sicherheitsgründen im Herbst des vergangenen Jahres verschwinden“, beschrieb Erwin Blank von der Grünflächenabteilung der Stadt bei einem Ortstermin am Donnerstag die Hintergründe. „Wir wollten eigentlich schon seit Jahren das Gerät austauschen, das war aber aufgrund der Haushaltssituation nicht möglich gewesen. Dann ging es aber nicht mehr anders. Und dann hat man beschlossen: Wir kaufen ein neues Spielschiff, weil diese Attraktion über die Grenzen Homburgs hinweg bekannt ist.“

Die Neubeaschaffung, verdeutlichte Blank, sei aber gar nicht so einfach gewesen. „Wir haben zuerst eine öffentliche Ausschreibung gemacht. Auf die hat sich keiner gemeldet, das ist nichts von der Stange, das wird individuell angefertigt.“ In einem zweiten Schritt habe man dann per begrenzter Ausschreibung gezielt einige Unternehmen angeschrieben, „da haben wir dann nur zwei Angebote bekommen.“



Bei einem dieser Angebote habe es sich erneut um ein Holzschiff gehandelt. Dies hätte aber, versicherte Erwin Blank, in einen ernormen Unterhaltungaufwand bedeutet. Das zweite Angebot hingegen sei passend gewesen. „Da haben wir eine Stahl-Unterkonstruktion, wir haben Aluminium.“ Auch bestehe das Schiff in Teilen aus so genannten HPL-Platten. Das steht für „High Pressure Laminate“. Diese Laminate bestehen aus mehreren Schichten Papier mit Harz-Beschichtung, die unter hohem Druck zusammengefügt wurden. „Das Ganze ist kaum pflegeintensiv, das neue Spielschiff hat eine Standzeit von 30 Jahren.“

In der Bauweise unterschieden sich das alte und das neue Spielschiff nicht, das neue sei lediglich ein bisschen kürzer. Neu sei das Farbkonzept. Was die Bespielbarkeit angehe, biete das neue Spielgerät die selben Möglichkeiten wie das alte. „Wir haben Kletteraufstiege, wir haben ein Steuerrad und vieles mehr.“ Für die Sicherheit rund um den Turm, die „Brücke“ des Spielschiffs, gebe es Prallschutzplatten, „für den Fall, wenn mal ein Kind runterfällt“.

Rund um das Schiff werde als weitere Schutzmaßnahme Feinkies eingebaut. Blank: „Man kann mit den Floßen an das Spielschiff wie bisher heranfahren. Dem Spieltrieb können die Kinder freien Lauf lassen.“ Geht nun alles nach Plan, dann wird das neue Spielschiff als große Attraktion im Wasserspielplatz des Homburger Stadtparks Mitte der kommenden Woche in Dienst gestellt. Und dann kann es los gehen mit Piratenabenteuern und Weltumseglungen, mit stürmischer See und viel, viel Spaß.

Pädagogisch liefert das neue Spielschiff viel Mehrwert für die Kinder: Die Farben sind bunt und einladend, die Konstruktion mit abgerundeten Oberflächen ist kindgerecht. Die Motorik wird durch viele Klettermöglichkeiten gefördert, so gibt es zwei Netzaufstiege am Brückenturm und auch eine Hängematte. Für die Feinmotorik bietet das neue Spielschiff mit einem Fernglas, dem Steuerrad, verschiedenen Öffnungen im Schiffsrumpf, manipullierbaren Rädern und zahlreichen Tastenelementen weitere Möglichkeiten, sich als Matrose oder Kapitän ordentlich auszuleben. Das größte Plus der Anlage ist und war aber schon immer die Vorstellungskraft, die das Spielschiff bei den Kindern wecken kann, denn: Welche Geschichten lassen sich nicht alle mitten im Wasser erleben, wenn man gleich ein ganzes Schiff  zum Spielen und Entdecken hat?

Was nun noch fehlt, aber natürlich nicht fehlen darf, das ist eine offizielle „Indienststellung“ des neuen Schiffs. Am besten natürlich mit einer standesgemäßen Schiffstaufe, vielleicht mit Kindersekt oder „ner Buddel Multivitaminsaft.“ Einen Namen müsste man dem neuen Homburger Flaggschiff dann natürlich auch geben.