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Christian Hau verlässt die AfD, bleibt aber als Parteiloser im Stadtrat

Homburg. Christian Hau, der seit dem vergangenen Jahr im Homburger Stadtrat sitzt und gemeinsam mit Moritz Guth die zwei Mann starke Homburger Fraktion der AfD führte, hat seine Parteimitgliedschaft gekündigt. red/ust

Trotz des Austritts werde er im Stadtrat bleiben, sich künftig als parteiloses Mitglied einsetzen, teilte Hau am Samstag mit.

Er sei 2013 in die AfD eingetreten, weil er nicht gewollt habe, "dass der Euro Europa spaltet". Er sei empört gewesen über "das Abnicken der Euro-,Rettungspolitik' durch den Bundestag entgegen allen rechtlichen, demokratischen und parlamentarischen Regeln". Leider sei nun in der AfD ein Weg eingeschlagen worden, "den ich für äußerst bedenklich halte", schreibt Hau. "Die Vorkommnisse beim saarländischen Parteitag im April waren bereits beschämend." Die verbalen Angriffe und Verleumdungen innerhalb der Partei seien erschütternd gewesen. Dies habe sich fortgesetzt und "gipfelte in einem Bundesparteitag, bei dem Gründungsmitglieder und verdiente Mitglieder ausgebuht und angepöbelt wurden." Der politische Kurs der AfD werde immer stärker von deutschnationalen und reaktionären Kräften bestimmt. Das habe sich beim Bundesparteitag "in erschreckender Weise" gezeigt. Hau: "Insbesondere auch die geäußerten islam- und ausländerfeindlichen Ansichten, die ich aus tiefer Überzeugung ablehne, haben mich schockiert. "

Er sehe keine Möglichkeit für einen Verbleib in der Partei, so Hau weiter, ohne gleichzeitig als bürgerliches Aushängeschild für die tatsächlichen politischen Positionen der "neuen" AfD missbraucht zu werden.