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Pflege
Bunte Botschaft für Pflegeberufe

Mit vielen bunten Ballons und der Botschaft „Pflegen macht Spaß“ wollten Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Pflegeschule des Schulzentrums am Homburger Universitätsklinikum für ihren Beruf werben.
Mit vielen bunten Ballons und der Botschaft „Pflegen macht Spaß“ wollten Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Pflegeschule des Schulzentrums am Homburger Universitätsklinikum für ihren Beruf werben. FOTO: Thorsten Wolf
  Homburg. Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege-/Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschule des Schulzentrums am Universitätsklinikum zeigten mit einer bunten Aktion ihr eigenes Bild vom Beruf in der Pflege.

Kaum ein anderer Beruf steht so regelmäßig, und leider oft auch negativ, im Fokus der Öffentlichkeit wie der der Krankenpflege. Der Begriff des „Pflegenotstands“ ist in den Medien ein gerne verwendetes Wort, immer wieder geht es um die Themen „Bezahlung“ und „Arbeitsbedingungen“. Gewerkschaften gehen für die Rechte der Pflegerinnen und Pfleger auf die Straße, Politiker machen sich ihre eigenen Gedanken – zuletzt der noch recht neue Gesundheitsminister Jens Spahn, der die Idee aufbrachte, freie Stellen mit Pflegerinnen und Pflegern aus dem europäischen Ausland zu besetzen. Doch wie sieht es eigentlich an der Basis aus, dort, wo die Krankenpflege gelehrt wird, dort, wo sich der Nachwuchs auf den Start ins Berufsleben vorbereitet – an den Krankenpflegeschulen? In der vergangenen Woche zeichneten Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege-/Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschule des Schulzentrums am Homburger Universitätsklinikum mit einer bunten Aktion ihr eigenes Bild vom Beruf in der Pflege. Die klare Botschaft: Pflegen macht Spaß. Und eben diese Botschaft sollte mit vielen Ballons hinaus in der Welt getragen werden. Bevor es aber in die Luf gehen sollte, standen unserer Zeitung drei Rede und Antwort, die für Gegenwart und Zukunft der Pflege stehen: Dagmar Mathieu, die kommissarische Schulleiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschule, sowie Panchanan Noenklang und Sebastian Planz. Beide sind Schüler der Pflegeschule, sie kommt aus Homburg, er aus Höchen. Gleich zu Beginn stellte Mathieu aus ihrer Sicht klar, dass „die Rahmenbedingungen sich in den vergangenen 30 Jahren verschlechtert haben. Aber nichts desto Trotz ist dieser Beruf immer noch der interessanteste, den man lernen kann. Denn kein Tag ist wie der andere.“ Dabei sei es wichtig, die Balance zu halten zwischen Beruf und Berufung, sonst sei man sehr schnell ausgebrannt. „Man muss professionelle Distanz wahren, man darf mitfühlen, aber nicht ‚mitleiden‘. Sonst geht man kaputt.“ Doch nicht nur die Rahmenbedingungen haben sich verändert, auch das Berufsbild der Pflege ist in Teilen einem Wandel unterworfen, Stichwort: Akademisierung. Auch in Homburg besteht die Möglichkeit via Kooperationen mit einer Hochschule in Mainz und mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken einen Bachelor-Abschluss zu machen. Diese Hochschulausbildung biete, so Mathieu, die Möglichkeit, die Pflege als eigenständige, wissenschaftliche Richtung zu etablieren. Zu dieser Emanzipation gehöre auch, dass im neuen Pflegeberufegesetz „endlich Vorbehaltstätigkeiten definiert werden. Das bedeutet: Der Pfleger oder die Pflegerin entscheidet, wie gepflegt wird, nicht mehr der Arzt“.

Vor dem Ziel eines Arbeitens auf Augenhöhe mit den Ärzten sei, das gestand Mathieu ein, das finanzielle Gefälle zwischen den beiden Berufsgruppen noch „sehr unbefriedigend, insbesondere für das akademisch ausgebildete Personal“. Denn hier gebe es noch gar keine entsprechenden Stellen. „Wenn Pflegerinnen und Pfleger mit Bachelor-Abschluss am Bett arbeiten, wirkt sich das finanziell überhaupt nicht aus.“ Trotz dieses „Berufsbildes in Bewegung“, verbunden mit den vielen Herausforderungen: An Motivation fehlt des den Schülerinnen und Schülern nicht, dafür standen in der vergangenen Woche stellvertretend Panchanan Noenklang und Sebastian Planz. Was bringt einen nun dazu, sich für einen Beruf in der Pflege zu entscheiden? Panchanan Noenklangs Antwort war da ganz klar. „Es ist ein sicherer Beruf, der derzeit stark gefragt ist. Und ich mag den sozialen Kontakt mit vielen Menschen.“ Und Sebastian Planz verdeutlichte, dass das Berufsbild des Pflegers eines ist, „mit dem man viel anfangen kann. Und mir macht es einfach Spaß, mit Menschen umzugehen, ein Schreibtisch-Job wäre jetzt nichts für mich. Und nach einem Praktikum war für mich klar: Für mich kommt nichts anderes in Frage.“

Diese und andere Botschaften galt es dann, mittels Ballons vom UKS aus in die Welt zu tragen. Dass es Regen und Wind dann leider nicht jedem Ballon möglich machten, in die weite Welt zu fliegen, war zwar bedauerlich, letztlich aber nicht entscheidend. Denn die jungen Leute selbst, wie sie da gut gelaunt dem Wetter trotzten, waren Botschaft genug: Pflegen macht Spaß!



(thw)