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Anschluss Homburg-Ost
Jägersburger machen gegen Trasse mobil

 Bei einem Infoabends im  November erläuterte Homburgs Baumamtsleiter Michael Banowitz, warum als Ergebnis einzelner Überprüfungen verschiedene Varianten eines neuen Autobahnanschlusses Homburg-Ost nicht umsetzbar seien. Der Stadtrat hat sich auf die „Variante zwei“ festgelegt.
Bei einem Infoabends im  November erläuterte Homburgs Baumamtsleiter Michael Banowitz, warum als Ergebnis einzelner Überprüfungen verschiedene Varianten eines neuen Autobahnanschlusses Homburg-Ost nicht umsetzbar seien. Der Stadtrat hat sich auf die „Variante zwei“ festgelegt. FOTO: Thorsten Wolf
Jägersburg/Homburg. Es raucht gewaltig bei der Planung für den neuen A6-Anschluss Homburg-Ost. Der Stadtrat hatte sich für die Variante durch den Erbacher Wald ausgesprochen. Gegen diese Trasse kämpft nun eine neue Bürgerinitiative aus Jägersburg. Von Ulrike Stumm

 Es war im Dezember eine klare, aber zuvor auch stark diskutierte Entscheidung im Homburger Stadtrat. Er sprach sich dabei mehrheitlich für die so genannte „Variante zwei“ beim geplanten Autobahnanschluss Homburg-Ost aus. Es war zugleich ein Beschluss, der in Jägersburg die Menschen endgültig aufgeschreckt hat. Denn die geplante Anbindung an die Autobahn A 6 ist in diesem Fall über eine Erschließungsstraße quer durch den Erbacher Wald vorgesehen. Das ist der Grund dafür, dass sich in dem Ortsteil nun eine Bürgerinitiative gegründet hat, die sich gegen die Pläne wehrt. Es herrsche Unruhe, schreibt die Initiative. Durch die „Variante zwei“ würde quer durch den Eichwald zwischen Jägersburg und Reiskirchen/Erbach eine 80 Hektar große Schneise entstehen und durch ein Landschaftsschutzgebiet sowie ein Wasserschutzgebiet geführt werden, kritisiert die BI. Rund 30 Personen gehören ihr an, der Unterstützerkreis sei aber größer, sagt Arno Auffenfeld, einer der Sprecher. „Ich denke, der Ort steht hinter uns.“ Das Ziel der Bürgerinitiative ist klar:  Den Bau der Variante zwei verhindern. Diese „bringt verkehrstechnisch keinerlei Vorteile, sie bietet höhere Unfallrisiken, ist um ein vielfaches teurer und sie macht durch die enorme Schneise, die sie durch den Wald schlägt, den Eichwald für Mensch und Tier unbrauchbar. Ein intakter Lebens- und Erholungsraum wäre für immer zerstört“, unterstreicht Auffenfeld. Dabei ist die Gruppe durchaus breit aufgestellt. Man sehe sich als  „überparteilich und generationenübergreifend tätig“.  Mehrere Mitglieder aller Parteien aus dem Ortsrat Jägersburg seien beteiligen, darunter Ortsvorsteher Jürgen Schäfer. Schon der Ortsrat hatte sich im Vorfeld der Abstimmung im Stadtrat  gegen die „Variante zwei“ ausgesprochen.

Jetzt geht es der BI auch darum, noch mehr Menschen zu erreichen. Deswegen soll ein Informationsblatt bald in den betroffenen Ortsteilen verteilt werden, kündigt Auffenfeld an. Auch im Internet will man sich noch präsentieren. Und nach mehreren Veranstaltungen im kleinen Rahmen soll es nun eine  Informationsveranstaltung für alle interessierte Bürger geben: am Freitag, 15. März, in der Gustavsburg.  Geplant sei ferner ein Protestschreiben an das Bundesverkehrsministerium und den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS).

Zum Hintergrund: Die Stadt hat sich beim Anschluss Homburg-Ost selbst einen Teil der Planungshoheit gesichert. Das bedeutet: Statt eines üblichen Planfeststellungsverfahren für Baumaßnahmen des Bundes läuft in Homburg ein ersetzendes Bebauungsplanverfahren. Gleich bleibt: Die Kosten für die Baumaßnahme selbst übernimmt der Bund, die eigentlichen Planungen laufen in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen.



Was der  BI Eichwald wichtig ist:  Sie lehnt den Autobahnanschluss Homburg-Ost nicht grundsätzlich ab. Allerdings werde „Variante eins“ bevorzugt. „Diese bedeutet ein deutlich geringeres Waldopfer, das den Wald in seiner Gesamtheit nicht gefährdet. Die bisher unzureichenden Lärmschutzmaßnahmen entlang der L 118 in Reiskirchen würden ertüchtigt und die Anwohner dadurch wesentlich besser vor Verkehrslärm geschützt als vorher. Die beiden geplanten Verkehrskreisel würden zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses und verringertem Unfallrisiko beitragen“, so die BI, die aus ihrer Sicht weitere Vorteile der Variante eins aufzählt:  Zu erwartende Wildwechselprobleme würden vermieden, die Vereine, deren Vereinsheime entlang der Variante zwei liegen, würden weniger beeinträchtigt werden, die Gesamtkosten für den Steuerzahler seien maximal halb so hoch, wie für die „Variante zwei“.

Außerdem werde eine „neue aufwendige Brückenbaumaßnahme unter der Autobahn überflüssig und die Gesamtbauzeit dadurch erheblich verkürzt“.

Die Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger findet am Freitag, 15. März , um 18.30 Uhr in der Gustavsburg in Jägersburg statt. Sprecher der neuen Bürgerinitiative Eichwald sind neben Arno Auffenfeld  Rolf Schmeiser, Michael Glas, Andreas Ragoschke-Schumm, Herrmann Malter, Jörg Donauer und Lukas Mayer.