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Vergabeausschuss Homburg entscheidet am Mittwoch
Bürgeramt soll neues Gesicht erhalten

 Das Homburger Bürgeramt soll nach der Sanierung für rund 100 000 Euro im kommenden Jahr bürgerfreundlicher und moderner sein.
Das Homburger Bürgeramt soll nach der Sanierung für rund 100 000 Euro im kommenden Jahr bürgerfreundlicher und moderner sein. FOTO: Bernhard Reichhart/Stadt Homburg
Homburg. Seit 1982 ist dort nichts mehr ausgebessert worden. Nun wird darüber entschieden, ob das Amt für 100 000 Euro saniert wird. In Kanalarbeiten und Brandschutz der Sonnenfeldschule soll viel mehr Geld fließen. Von Eric Kolling

Ehe auch die politischen Gremien in Homburg eine Feiertagspause einlegen, gibt es nochmal mehrere Vorweihnachtssitzungen. Dabei ging oder geht es um eine ganze Reihe von Bau- und Sanierungsmaßnahmen. So entscheidet am heutigen Mittwoch, 4. Dezember, 17 Uhr, der Ständige Vergabeausschuss im Kleinen Sitzungssaal im Forum, wann, wie und ob überhaupt sich das Gesicht des Bürgeramtes im Rathaus Homburg ändert.

Es bestehe eine „gewisse Notwendigkeit“ zu einer Sanierung, weil das Bürgeramt seit seiner Eröffnung im Jahre 1982 nie aufgerüstet worden sei, schildert Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff. Nun sollen Bodenbeläge, Decken, Elektro- und Datenleitungen sowie Verteilungen erneuert und darüber hinaus neue Möbel angeschafft werden. Denn „die Möblierung ist größtenteils defekt und erfüllt nicht mehr die gängigen Standards“, heißt es in den Sitzungsunterlagen. Um die 100 000 Euro veranschlagt man dafür. Ein derzeit provisorischer Infoschalter soll verschwinden, die Zugangstür versetzt werden und dann sechs direkte Schalter sowie je ein Hintergrund- und Bedarfsarbeitsplatz entstehen, dazu ein Selbstbedienungsterminal. Auch die Büros der Fahrerlaubnisstellen und der Abteilungsleitung sollen saniert, ein Kassenautomat unterhalb der Haupttreppe im Foyer aufgestellt werden. Während der Sanierung in den Wintermonaten ziehen die Mitarbeiter ins frühere Kultur- und Verkehrsamt um.

Außerdem soll der Vergabeausschuss den Jahresvertrag Kanalinstandsetzung und Herstellung von Kanalhausanschlüssen ausschreiben – 330 000 Euro werden als Kosten kalkuliert (Vorjahr 250 000). Auch steht der 9. Bauabschnitt der seit 2006 laufenden Kanalsanierungen an, was rund 1,1 Millionen Euro kosten soll. Der 9. Bauabschnitt der Kanalschachtsanierung ist mit 150 000 Euro veranschlagt. Und zuletzt soll Gebäudetrakt II der Sonnenfeld-Grundschule brandschutzsaniert werden, wofür 1,25 Millionen Euro vorgesehen sind. In den nächsten Jahren seien weitere solcher Maßnahmen dort nötig, außerdem der Neubau eines Gebäudes für die Ganztagsschule für rund 9,5 Millionen Euro.



In anderen Projekten sind die Weichen seit letzter Woche gestellt, etwa am Jägersburger Brückweiher: Der Bau- und Umweltausschuss hat einstimmig dafür votiert, dass dort an den bestehenden Biergarten mit Kiosk eine zehn auf 15 Meter große Almhütte angebaut werden darf. Auch ein Nebengebäude mit Technik und Sanitäranlagen einschließlich Toilettenanlage für Behinderte ist genehmigt. Das Ganze soll den gesamten Bereich attraktiver machen, vor allem bei schlechtem Wetter oder über Winter.

Wie Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff berichtet, sah der Ausschuss das Ansinnen von Peter Trösch, dem Inhaber von „Peters Hotel“, durchweg positiv. So wurde auch ein „Problem“ ausgeräumt. Denn laut Bebauungsplan passe die Almhütte gar nicht an die Stelle, habe Stadtbaudirektor Michael Banowitz erklärt. Der Ausschuss dürfe in solchen Fällen aber eine Befreiung erteilen, was er hier auch tat.

Zwar auch einstimmig im Urteil, aber durchaus verbunden mit etwas Murren war hingegen die Abstimmung über die Zulassung des russischen Nahversorgers Mere in der Kaiserslauterer Straße 21b in Bruchhof. Hier habe Banowitz dargestellt, dass es bei einer Antragsstellung unter 800 Metern Verkaufsfläche nichts zu beanstanden gäbe, erklärt Stadtsprecher Kruthoff. Bruchhofs Ortsvertrauensmann Manfred Rippel (SPD) und der Vorsitzender der CDU Bruchhof-Sanddorf, Michael Rippel, hätten sich auch positiv geäußert, aber auch kein Hehl daraus gemacht, dass Mere nicht ihre Wunschlösung ist, man es sich aber auch nicht aussuchen könne. Der Markt soll im ehemaligen Gartengerätehandel einziehen und 799 Quadratmeter Verkaufsfläche haben.

Kruthoff erinnert, dass vor gut einem Jahr ein Nahversorger mit Getränkemarkt eine vergleichbare Lösung auf dem Gelände des Mercedes-Hauses in der Kaiserslauterer Straße 43 umsetzen wollte, die Genehmigung dafür erhalten hatte. Doch ein Bauantrag wurde (noch) nicht gestellt.  „Das wäre aus Sicht der Ortsvertreter noch besser gewesen, weil dann eine Einheit mit dem großen Bäcker gegenüber entstanden wäre“, so Kruthoff aus der Sitzung. Jemand habe auch nachgefragt, was passiere, wenn der ursprünglich beantragte Nahversorger auf dem Areal oder auch ein zweiter kommen sollte? Für Bauamtsdirektor Banowitz sei auch dann keine Größenordnung erreicht, bei der man eine Linie ziehen müsse, so Kruthoff.