| 20:23 Uhr

„Dolce“ ist immer noch geschlossen
Nach Feuer im Café: Brandstifter in Haft

 Das Café in der Homburger Talstraße ist seit einem Brand im Dezember weiter geschlossen. Nach Renovierungsarbeiten soll es wieder öffnen, wann genau, ist noch unklar.
Das Café in der Homburger Talstraße ist seit einem Brand im Dezember weiter geschlossen. Nach Renovierungsarbeiten soll es wieder öffnen, wann genau, ist noch unklar. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Der Brand im Café in der Homburger Talstraße ist absichtlich gelegt worden. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Wann das Lokal wieder geöffnet wird, ist aber noch unklar. Der geplante Inhaber-Wechsel wird vorgezogen. Von Ulrike Stumm

Was ist denn da los? Wie geht es hier weiter? Diese Fragen stellen sich viele Homburger auch jetzt noch, wenn sie vor der mittlerweile seit Wochen mit einem Holzbrett verrammelten Tür des Cafés in der Homburger Talstraße an der Ecke zur Kirchenstraße stehen. Und auch in den umliegenden Geschäften ist das wieder einmal geschlossene Café Gesprächsthema.

Was passiert ist, darüber informiert zunächst mal ein Zettel am Eingang. Im Dezember hat es hier gebrannt (wir berichteten), das zeigen bei genauerem Hinsehen auch die verrusten Fensterscheiben und das schwarz verfärbte Innere. Es ist nicht das erste Mal, dass der Laden plötzlich geschlossen war. Doch damals geschah dies aus ganz anderem Grund. Für viele Homburger ist dies eine wichtige Sache, weil es in der Innenstadt mittlerweile nicht gerade einfach ist, sich bei Café und einem Torten- oder Kuchenstück zu einem gemütlichen Plausch in netter Umgebung niederzulassen.

Der Brand hatte dann auch für einiges Aufsehen und viele offene Fragen gesorgt. Es war am 18. Dezember kurz nach 21 Uhr, die Feuerwehr Homburg hatte kurz zuvor ihre große Übung in den Schlossberghöhlen abgeschlossen, einige Kollegen waren noch auf dem Rückweg, als es für sie ernst wurde. Sie mussten ins Café Dolce, lange Jahre als Café Ecker bekannt, eilen, um hier zu löschen. Anwohner hatten zuvor gemeldet, dass dichter Rauch aus dem mehrgeschossigen Gebäude dringe. Sie waren es auch, die eine im Obergeschoss lebende Frau rechtzeitig warnten, sodass diese sich in Sicherheit bringen konnte. Das Feuer selbst hatten die Einsatzkräfte, die aus den Löschbezirken Homburg-Mitte und Kirrberg kamen, schnell im Griff. Der Brand endete dementsprechend glimpflich.



Aber: Schon da ging man von Brandstiftung aus. Das hat sich mittlerweile bestätigt, wie das Landespolizeipräsidium auf Anfrage mitteilte: Man sei dem Tatverdächtigen durch Ermittlungen im Umfeld auf die Spur gekommen. Er sei bereits am 23. Dezember festgenommen worden und warte nun im Gefängnis auf seine Anklage. Der 46-Jährige aus Homburg sei „einschlägig bekannt“, hat also schon ähnliche Taten auf dem Kerbholz. Er sei zum Zeitpunkt des Brandes erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß gewesen. Ausgesagt habe er bislang nicht, das Motiv ist also noch unklar. Die Verdachtsmomente gegen ihn seien aber umfangreich, deswegen sei auch Haftbefehl gegen ihn erlassen worden, bereits am 20. Dezember.

Was man ebenfalls weiß: Es wurde doch nichts aus dem Inneren des Gebäudes gestohlen, so die Polizei. Davon war man nach dem Brand noch ausgegangen. Der Sachschaden allerdings ist immens, die Polizei schätzt ihn auf etwa 80 000 Euro.

Und wie geht es nun weiter? Es könnte noch eine ganze Weile dauern, bis das Café wieder öffnet, wie lange genau, kann auch Tim Conrad, Geschäftsführer der Conrad-Gruppe aus Münchwies, die das einstige Café Ecker Ende 2018 vom Betreiber Edeka übernahm und als „Dolce“ weiterführte, nicht sagen, nur dass dies so schnell wie möglich geschehen soll. Daran arbeite man mit Nachdruck.

Die Innenräume müssten gereinigt werden, die schadhaften Sachen entfernt. Um den Jahreswechsel herum seien viele Firmen, die dafür in Frage kommen, nicht da gewesen. Vor allem die Rauchentwicklung mache die Renovierungsarbeiten nötig, auch der Geruch müsse professionell neutralisiert werden.

Die Thekenanlage sei vom Feuer zerstört worden und müsse nun nachbestellt werden, wie lange hier die Lieferzeiten sind, könne er noch nicht sagen, er geht aber von mehreren Wochen aus. Weitere Möbel seien nicht kaputt gegangen. Die Kosten würden von der Versicherung übernommen, der Gutachter sei bereits da gewesen.

Wenn das Café seine Türen wieder öffnet, dann werden sich die Kunden erneut an einen neuen Namen gewöhnen müssen. Wie bereits berichtet, steht wieder ein Wechsel bevor. Im November war angekündigt worden, dass die Barbarossa Bäckerei mit Hauptsitz in Kaiserslautern hier übernehmen wird. Betroffen sind, wie das Unternehmen mitteilte, noch weitere Filialen; insgesamt sechs: neben den drei in Homburg in der Talstraße, der Zweibrücker und der Saarbrücker Straße sind auch diejenigen in Bexbach sowie in Zweibrücken und Ramstein-Miesenbach.

Die Umstellung sollte nach und nach ab dem 1. Dezember erfolgen. In der Filiale in Bexbach, so Tim Conrad, sei er bereits abgeschlossen. Homburg werde nun vorgezogen. Danach geht es sukzessive weiter.

Grundlegend soll das Sortiment des Betriebs aus Kaiserslautern angeboten werden, ergänzt durch die Konditorei- und Konfiserie-Produkte der Familie Conrad. Das Unternehmen hatte damals auch betont: Es handele sich um eine „freundschaftliche Kooperation“.

Die Geschäftsführer der beiden Unternehmen, Tim Conrad und Rolf Landry, seien befreundet und hätten über diesen Schritt bereits länger gesprochen.