| 20:40 Uhr

Bockbierfest
Verfassungsrichter reimt zu Bier und Gesetz

Eingerahmt von Bierkönigin Denise I. (links) und Bierprinzessin Natalie I. lieferte Verfassungsrichter Peter Müller sehr zur Freude von Christian Weber und den Gästen eine grundgesetztaugliche Begründung für Biergenuss.
Eingerahmt von Bierkönigin Denise I. (links) und Bierprinzessin Natalie I. lieferte Verfassungsrichter Peter Müller sehr zur Freude von Christian Weber und den Gästen eine grundgesetztaugliche Begründung für Biergenuss. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Ex-Ministerpräsident Peter Müller begeistert mit launiger Rede beim Karlsberg-Bockbieranstich. Von Thorsten Wolf

Ohne Zweifel, der frühere Ministerpräsident und heutige Bundesverfassungsrichter Peter Müller liebt die Bühne – und die Bühne liebt ihn. Und so verwunderte es nicht, dass sein Auftritt beim Bockbieranstich für geladene Gäste am Mittwochabend sich den Preis für den größten Unterhaltungswert sicherte. „Preis“ war überhaupt das richtige Stichwort für Müller. Aus den Händen von Christian Weber, dem Generalbevollmächtigten der Karlsberg-Brauerei, gab‘s für ihn den „Goldenen Hammer“ als Dank und Anerkennung für sein Engagement in und für die Region. Müller dankte für die Auszeichnung mit einer launigen Rede. „Ich bin sehr gerne heute Abend hierher gekommen, ich fühle mich sehr geehrt – habe aber den Verdacht, dass diese Auszeichnung weniger etwas mit meiner jetzigen Tätigkeit und mehr mit meiner früheren Arbeit als Politiker und Ministerpräsident zu tun hat. Alleine deshalb, weil nach meinem Eindruck das Verhältnis zwischen Bier und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unzureichend ausgeleuchtet ist.“ Da gab‘s schon mal ordentlich Applaus und Lacher in der Halle des Baubetriebshofes. Und noch mehr, als Müller zu reimen anfing. So als er das Grundgesetz als Rechtsgrundlage eines gepflegten Biergenusses interpretierte. „Artikel zwei ergibt das schon, gewährt Entfaltung der Person. Artikel eins, die Menschenwürde auch, verlangt das Bier gebraut nach altem Brauch, erfrischend durch die Seele rinnt, die Sorgen gehen, die Nacht beginnt.“

Doch natürlich ging es rund um die Reden von Ministerpräsident Tobias Hans und Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind vor allem aber um die Karlsberg-Brauerei. Christian Weber gestaltete seine Präsentation wieder multimedial, einschließlich Live-Schaltungen von der Bühne aus zu anderen Bereichen in der Halle. Dort standen Verantwortliche unterschiedlicher Produktbereich Rede und Antwort.

Weber stellte in seiner Präsentation nicht das titelgebende Bockbier, immerhin in diesem Jahr ausgezeichnet als „Bestes Bockbier Deutschlands“ oder den Klassiker Urpils an den Anfang, sondern Produkte aus dem nichtalkoholischen Sortiment, namentlich Fruchtsäfte, Mineralwasser und Cola. „Alkoholfreie Getränke sind in unserem Unternehmensverbund sehr, sehr wichtig.“ Hier sei die Marke Teinacher, bekannt als Hersteller von Mineralwasser, als Teil des Unternehmensverbundes eine der Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre. Eine weitere dieser Erfolgsgeschichten im Bereich der alkoholfreien Getränke sei neben Vaihinger auch die Marke „Afri“, vielen geläufig als Afri-Cola. „Diese Marke hat lange Zeit im Dornröschenschlaf gelebt. Was wir aber in den vergangenen Jahren an Entwicklung erlebt haben, ist wirklich ganz, ganz toll. Wir sind auf dem Weg, die größte deutsche Cola-Marke zu sein.“



Am Samstag, 10. November, steigt in der Halle des Baubetriebshofes der Stadt am Erbacher Hochrech das große Bockbierfest für alle Bürger. Einlass ist ab 9 Uhr, die offizielle Eröffnung mit einem Fassanstich findet um 11 Uhr statt. Für die Musik an diesem Tag sorgt die „Firma Holunder“.