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Bürgerinitiative will geplante Trassenführung verhindern
Volles Haus in der Gustavsburg

 Dersehr  große Zuspruch für die Informationsveranstaltung der Bürgerinititiative „Eichwald“ am Freitagabend in Jägersburg zeigte, dass die aktuellen Planungen zum Autobahnanschluss-Ost nach wie vor umstritten sind.
Dersehr  große Zuspruch für die Informationsveranstaltung der Bürgerinititiative „Eichwald“ am Freitagabend in Jägersburg zeigte, dass die aktuellen Planungen zum Autobahnanschluss-Ost nach wie vor umstritten sind. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg/Jägersburg. Die Initiative „Eichwald“ will die geplante Trassenführung durch den Erbacher und Jägersburger Wald verhindern. Von Thorsten Wolf

Drei millionenschwere Bauprojekte beherrschen derzeit die Diskussion in Homburg, wenn es um den Verkehr geht: Der Bau der B-423-Umgehung, der Umbau des bestehenden Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach und der Neubau des Autobahnanschlusses Homburg-Ost. Was alle drei Projekte eint ist, dass sie umstritten sind und zur Gründung von Bürgerinitiativen geführt haben.

Gegen den Bau der Umgehungsstraße läuft die Bürgerinitiative (BI) „Erhaltet die Mastau“ Sturm; gegen den Ausbau des Anschlusses Homburg/Bexbach mit drei Ohren geht die BI „Kein Ohr für Kleinottweiler“ vor. Und seit jüngster Zeit macht die Bürgerinitiative „Eichwald“ klar, dass sie mit der geplanten Trassenführung für den neuen Autobahnanschluss Homburg-Ost durch den Erbacher und Jägersburger Wald wirklich gar nichts anfangen kann.

Für vergangenen Freitagabend nun hatte diese Bürgerinitiative zu einer Informationsveranstaltung in den großen Saal der Gustavsburg eingeladen. Und der Saal hätte gerne doppelt so groß sein dürfen, so groß war die Resonanz auf die Einladung.



Was die Informationveranstaltung dabei angenehm von anderen ihrer Art abhob, das war das Fehlen jeglicher Polemik. Stattdessen verdeutlichten Vertreter der Bürgerinitiative, allen voran Arno Auffenfeld und Andreas Ragoschke-Schumm, warum aus ihrer Sicht die so genannte „Variante 2“, also eine Trassenführung des Zubringers zu Homburg-Ost durch den Wald, völlig unsinnig sei. Dabei ist man seitens der Bürgerinitiative Eichwald alles andere als gegen den Bau des Anschlusses. Die einzig gangbare Variante sei aber die „Variante 1“ mit der bestehenden Erbach-Umgehung als Zubringer.

Aus Sicht der Bürgerinititative gibt es klare Gründe gegen die vom Stadtrat als Empfehlung beschlossene „Variante 2“: Das Abholzen von rund 80 Hektar Wald, Wildwechsel-Probleme, höhere Unfallgefahr am Autobahnanschluss durch zwei Linksabbieger-Situationen, Nachteile für Vereine, die hier Aktivitäten anbieten, höhere Kosten und eine längere Bauzeit. Und: Die Gefährdung des dort bestehenden Wasserschutzgebietes.

Gerade dieses Thema gewann am Abend eine deutliche Bedeutung, ließen doch die Schilderungen von Vertretern der Bürgerinitiative den Schluss zu, dass die nun beschlossene „Variante 2“ einen erheblichen Planungsmangel haben könnte, denn: Augenscheinlich befinden sich drei Trinkwasserbrunnen im Baufeld – einem Baufeld, das zudem in einem Wasserschutzgebiet der Klasse 3 liegt.

So zumindest die Darstellung der Bürgerinititaive „Eichwald“ in einem Vortrag zu den negativen Auswirkungen der geplanten Trassenführung, vorgestellt von Winfried Anslinger. Rückenwind erhielten die Gegner der „Variante 2“ dabei aus den Reihen der Zuhörer. Gerd Braun, früherer Mitarbeiter der Stadtwerke Homburg, sagte: „Winfried Anslinger hat völlig recht!“ So sei einer der drei Brunnen direkt von der neuen Straße betroffen, die beiden anderen lägen so nah an der Route, dass sie nicht mehr betrieben werden könnten.

So sei er, wie Braun betonte – „und hier spreche ich als Privatmann“ –, klar gegen den Bau der „Variante 2“. Denn: Die vom Stadtrat beschlossene Variante sei „schlicht nicht rechtens, die entsprechende Schutzgebietsverordnung lässt einen solchen Bau nicht zu, das ist untersagt“, ist Braun überzeugt.

Was die Schilderungen aus Sicht der BI auch verdeutlichten sollten: Käme es zum Bau der Trasse durch den Eichwald, dann würde der Neubau von Ersatzbrunnen weiterer Millionen verschlingen – Kosten, die bislang noch gar nicht in die öffentlich genannten Zahlen eingerechnet worden seien.

Ob die Darstellung der Bürgerinitiative „Eichwald“ zum Grundwasserschutz so zutrifft, das ließ sich am Freitagabend vor Ort nicht mehr überprüfen. Auch standen keine städtischen Mitarbeiter für Rückfragen zur Verfügung.

In jedem Fall machte die Informationsveranstaltung deutlich: Das letzte Wort bei den Planungen ist zumindest aus Sicht der BI noch lange nicht gesprochen.