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Betriebsversammlung bei Bosch ohne konkrete Ergebnisse

 Die gestrige Betriebsversammlung brachte aus Sicht der Gewerkschaft keine Klarheit über den aus ihrer Sicht befürchteten Abbau von bis zu 800 Arbeitsplätzen bei Bosch in Homburg. Foto: Thorsten Wolf
Die gestrige Betriebsversammlung brachte aus Sicht der Gewerkschaft keine Klarheit über den aus ihrer Sicht befürchteten Abbau von bis zu 800 Arbeitsplätzen bei Bosch in Homburg. Foto: Thorsten Wolf
Homburg. Seit der vergangenen Woche steht der mögliche Abbau von 800 Arbeitsplätzen bei Bosch in Homburg als Befürchtung der IG Metall im Raum (wir berichteten). Gestern nun sollte eine eigens anberaumte Betriebsversammlung für Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft Klarheit bringen. Im Sportzentrum Erbach hatte man sich versammelt, um Untiefen auszuloten

Homburg. Seit der vergangenen Woche steht der mögliche Abbau von 800 Arbeitsplätzen bei Bosch in Homburg als Befürchtung der IG Metall im Raum (wir berichteten). Gestern nun sollte eine eigens anberaumte Betriebsversammlung für Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft Klarheit bringen. Im Sportzentrum Erbach hatte man sich versammelt, um Untiefen auszuloten. Aus Sicht der IG Metall blieb die mehrstündige Veranstaltung allerdings ohne wesentliche neue Erkenntnisse. So hätte sich die Werkleitung, wie Werner Cappel, erster Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz, nach der Veranstaltung schilderte, nur über die Entwicklung des Standortes Homburg bis zum Ende des ersten Quartals 2011 geäußert. Einer Aufforderung des Betriebsratsvorsitzenden Dieter Klein, auch darüber hinaus Einblicke in die Standortentwicklung zu geben, sei die Werkleitung nicht nachgekommen. Auch, so Cappel weiter, habe die Unternehmensführung den möglichen Abbau von 800 Arbeitsplätzen in Homburg nicht ausdrücklich dementiert. Cappel gegenüber unserer Zeitung: "Unterm Strich hat die Werksleitung in der Versammlung unseren Befürchtungen nicht widersprochen." Noch in der vergangenen Woche hatte Bosch mitgeteilt, dass keine konkreten Pläne für Stellenstreichungen existierten und darauf verwiesen, dass die Zahlen aus dem vergangenen Jahr stammten. IG-Metall-Bevollmächtigter Cappel seinerseits widersprach dieser Darstellung gestern: "Die Zahlen stammen tatsächlich aus dem Sommer 2010." Damit steht der mögliche Abbau von Arbeitsplätzen nach wie vor im Raum, laut Gewerkschaft sollen Produktgruppen, die bis jetzt in Homburg rund 800 Beschäftigte mit Arbeit versorgen, mittel- bis langfristig auslaufen und an anderen Standorten, teils innerdeutsch, teils im Ausland, geführt werden. "Nun wird der Betriebsrat mit der Unternehmensführung in Verhandlungen treten, damit dies nicht so erfolgt", bekräftigte Cappel die Forderungen der IG Metall. Dazu will die Gewerkschaft auch externe Experten zu Rate ziehen, die aufzeigen sollen, wie der aus Sicht der Gewerkschaft befürchtete Abbau der Arbeitsplätze verhindert werden soll. Eine der Forderungen der IG Metall: die Schaffung von alternativen Arbeitsplatzangeboten am Standort Homburg. Die Diskussionen um die Entwicklung des Personaltableaus erhielten in der vergangenen Woche auch Nahrung aus dem Hause Bosch selbst. So hatte ein Unternehmenssprecher gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt, dass der Autozulieferer in der Dieselpumpen-Sparte am Standort Homburg die "Zahl von mehr als 5000 Mitarbeiter auf Dauer nicht halten kann". Das Unternehmen müsse sich auf zunehmende Schwankungen der Konjunkturentwicklung einstellen. thw