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Auswertung der Barmer-Krankenkasse
Beschäftigte im Saarpfalz-Kreis leiden oft unter Schlafstörungen

Homburg. Angestellte im Saarpfalz-Kreis laborieren überdurchschnittlich oft an krankhaften Schlafstörungen. Das zeigen Auswertungen für den Gesundheitsreport der Barmer, für den die Krankenkasse nach eigenen Angaben die Daten von rund 52 000 bei ihr versicherten Erwerbspersonen mit Wohnsitz im Saarland anonymisiert ausgewertet hat. Von red

„Kenntnisse zur Behandlung von Schlafstörungen sollten schon in der Ausbildung von Ärzten, Psychotherapeuten und anderen Gesundheitsberufen umfangreich vermittelt werden“, fordert Hansjörg Lambrix, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Homburg, in einer Pressemitteilung.

Bei 4,47 Prozent der Beschäftigten mit Wohnsitz im Saarpfalz-Kreis diagnostizierte ihr Arzt im Mittel der Jahre 2015 bis 2017 ernste Schlafprobleme wie Ein- und Durschlafstörungen, Albträume und Nachtangst. Das sind mehr als im Bundesdurchschnitt (3,82 Prozent) und auch mehr als im Landesdurchschnitt (4,26 Prozent). Im Vergleich der sechs saarländischen Landkreise belegt der Saarpfalz-Kreis damit Platz zwei. Lambrix sagt: „Die Dunkelziffer bei Schlafstörungen liegt höher. Patienten sprechen Schlafstörungen beim Arztbesuch oft nicht an, wenn sie nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen führen oder andere gesundheitliche Probleme wesentlicher erscheinen.

„Für Schlafstörungen weist der Gesundheitsreport viele Einflussfaktoren nach. Frauen leiden öfter unter Schlafstörungen als Männer, da sie eher dazu neigen, von Problemen nicht abschalten zu können“, erläutert Lambrix. Je geringer das Familieneinkommen, desto geringer sei die Schlafqualität. Offenbar würden finanzielle Sorgen den Weg zu einem guten Schlaf belasten. Laut Lambrix hat auch die Beschäftigungsart eine große Bedeutung. Schichtarbeiter leiden zum Beispiel überdurchschnittlich oft unter Schlafstörungen. „Zudem gibt es einen Zusammengang zwischen Bevölkerungsdichte und Schlafproblemen. In Städten gibt es mehr Lärm und Lichtverschmutzung, was bei vielen Menschen die Schlafqualität mindert.“



Lambrix betont: „Der Vorbeugung von Schlafstörungen sollte mehr Bedeutung zugeschrieben werden. Gesundheitserziehung in der Schule und betriebliche Gesundheitsangebote können der Entwicklung von Schlafstörungen entgegenwirken.“